+
Ein E-Auto wird auf dem Parkplatz von Océ in Poing mit Strom betankt. Insgesamt 20 Ladesäulen baute das Unternehmen für Mitarbeiter und Kunden. Die Firma sieht sich auf dem richtigen Weg.

Kostenloses Laden für Mitarbeiter

In Poing stehen E-Autos in der Poleposition

  • schließen

Parken, anstecken und an den Schreibtisch. Nach acht Stunden im aufgeladenen E-Auto zurück nach Hause fahren. Kostenlos und öko. Das geht bei Océ in Poing. 

Poing –Wer „Unternehmen“ und „Ladesäulen“ in Google eingibt, den bombardieren Energieversorger und Elektrofirmen mit Versprechen wie besseren Ökobilanzen, Imagevorteil und Mitarbeiterzufriedenheit.

Diesen Trend hat auch der Druckerhersteller aus Poing erkannt. Insgesamt 20 Ladesäulen gibt’s am Firmengelände: Acht sind für die halbelektrischen Dienstwagen und Kundenfahrzeuge im Werk, zwölf auf dem Mitarbeiterparkplatz.

Die Ladesäulen haben einen hohen Stellenwert, wie Océ-Mitarbeiter Christian Stampfer und Stefan Speer auf dem riesigen Parkplatz im Gewerbegebiet in Poing zeigen. In der ersten Reihe stehen die weißen Kästen, die aussehen wie Parkautomaten. Daneben ein Schild: nur für Elektrofahrzeuge. Keine 20 Meter vom Eingangstor entfernt.

„Wir müssen unsere Umweltziele erreichen und zur CO2-Reduktion beitragen“, sagt Stampfer, der die Firmengebäude von Océ verwaltet. Deshalb habe sich der größte Arbeitgeber im Landkreis für die Ladestationen entschieden. „Die zwölf Ladekarten waren innerhalb eines Jahres weg“, sagt Stampfers Kollege Stefan Speer. Kein Wunder: Den Strom gibt’s kostenlos, mit Parkplatz in der vordersten Reihe.

1000 Euro Stromkosten im Monat

1000 Euro würden pro Monat an Stromkosten entstehen, sagt Stampfer. 80 000 Euro habe die Installation der Ladestellen gekostet, die auf 24 Plätze erweitert werden können. Dafür sei das Unternehmen grüner und könne bei potenziellen neuen Mitarbeitern punkten.

Die Zapfsäulen haben eine gedrosselte Ladeleistung von fünf Kilowatt. „Die Autos stehen in der Regel acht Stunden auf dem Parkplatz“, sagt Speer, „die Leistung reicht absolut aus.“

Es gibt jedoch kaum E-Autos im Landkreis!

„Das Gros der E-Autos wurde erst nach dem Bau der Ladesäulen gekauft“

Bei 900 Parkplätzen und etwa 1100 Mitarbeitern haben die zwölf Ladesäulen einen verschwindend geringen Anteil. Die beiden Océ-Mitarbeiter sagen aber, einen Stein ins Rollen gebracht zu haben. „Das Gros der E-Autos wurde erst nach dem Bau der Ladesäulen gekauft“, sagt Christian Stampfer. Die Nachfrage nach Ladekarten reiße nicht ab.

Der Strom für die E-Mobile kommt von den Stadtwerken München. 100 Prozent öko, versichert Stefan Speer. Ein Sprecher des Stromanbieters sagt auf Anfrage der EZ, dass die Nachfrage nach Ladelösungen stetig zunehme. Förderungen und steuerliche Vergünstigungen von E-Geschäftswagen seien „sehr attraktiv“ für Unternehmer.

Oder einfach alten Käfer umbauen - in einen E-Beetle!

Immer mehr Unternehmen haben Interesse an Ladesäulen

Dass immer mehr Ebersberger Unternehmen Interesse an Ladesäulen haben, zeigt auch ein Unternehmertreff von vergangener Woche, organisiert von IHK und der Energieagentur München-Ebersberg. Über 30 Unternehmen diskutierten dort über Elektromobilität und Ladeinfrastruktur in Betrieben. Ergebnis: „Bereits mit weniger als Tausend Euro und mit geringen technischen Aufwand lässt sich ein Ladepunkt realisieren“, so die Handelskammer.

Zurück auf dem Parkplatz von Océ in der Gemeinde Poing. Kommendes Jahr sollen Photovoltaikmodule auf die Hallendächer gebaut werden, sagt Christian Stampfer. Anderthalb Megawatt. So könnten Stromkosten gespart werden. Das Unternehmen würde so seiner Vorreiterrolle gerecht werden. Stimmt.

Lesen Sie auch: Digitalisierung in der Landwirtschaft!

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall auf A94 in der Nacht: BMW-Fahrer (26) eingeklemmt - Verstörende Szene folgt
Ein schwerer Unfall hat sich am Sonntag auf der A94 Höhe Anzing im Landkreis Ebersberg ereignet. Ein BMW-Fahrer war in seinem Auto eingeklemmt. Dann geschah etwas …
Schwerer Unfall auf A94 in der Nacht: BMW-Fahrer (26) eingeklemmt - Verstörende Szene folgt
Einfacher, bequemer, wirkungsvoller
In ein paar Wochen wird der neue Bau- und Wertstoffhof in Markt Schwaben in Betrieb gehen. Er wird, was das Konzept angeht, ein Novum im Landkreis Ebersberg werden.
Einfacher, bequemer, wirkungsvoller
Zornedinger sorgen sich um künftige Jugendarbeit
Seit Monaten ist das Zornedinger Jugendzentrum (Juz) geschlossen, das Arbeitsverhältnis mit Jugendpfleger Axel Glienke endet zum 31. Dezember. Die Eltern sind in Sorge.
Zornedinger sorgen sich um künftige Jugendarbeit
Martin aus Emmering
Einen sehr kritischen Blick hat der kleine Martin unserem Fotografen bei dessen Besuch in der Kreisklinik zugeworfen. Dort kam das Kind am 29. November zur Welt und war …
Martin aus Emmering

Kommentare