Geothermie-Station
+
An der Förderstation der Geothermie in Poing finden dieser Tage Sanierungsarbeiten statt.

Inbetriebnahme für 2023 geplant

Bayernwerk erweitert Fernwärmenetz in Poing

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
    schließen

Fast ganz Poing-Nord ist an das Fernwärmenetz der Bayernwerk Natur GmbH angeschlossen. Jetzt plant der Energieversorger eine Ausweitung, auch nach Poing-Süd.

Poing – Die Bayernwerk Natur GmbH plant, das Fernwärmenetz in Poing zu erweitern. Entsprechende Pläne haben jetzt Vertriebsleiter Robert Budde und Viola Viel (Vertrieb Wärmenetze) in der Bauausschusssitzung des Gemeinderates Poing vorgestellt. Demzufolge sollen das Neubaugebiet Lerchenwinkel in Poing-Nord sowie die Bereiche Am Hanselbrunn/Osterfeldweg und Parksiedlung (Poing-Süd) an das bestehende Netz angeschlossen werden. Die Investitionskosten werden auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt, der Baubeginn ist für das 3. Quartal 2022, die Inbetriebnahme im Sommer 2023 geplant. Im Zuge dessen werde die Energiezentrale (an der Gruber Straße) ausgebaut.

Poing: Seit 20 Jahren Fernwärme

Seit 20 Jahren werden Teile von Poing über das Blockheizkraftwerk mit Fernwärme versorgt, im September 2012 wurde zusätzlich die Geothermie-Anlage in Betrieb genommen. Hier wird heißes Tiefenwasser aus der Erde hochgepumpt und in die Energiezentrale zur Weiterleitung gespeist. Den Fernwärmekreislauf des Wassers schließt die Rückpumpstation zwischen Poing und Pliening ab, wo das Wasser wieder in die entsprechende Erdschicht gepresst wird.

Geothermie Poing seit neun Jahren in Betrieb

Laut Bayernwerk Natur GmbH liegt der Anteil der Geothermie an der Wärmeerzeugung in der Gemeinde Poing aktuell bei rund 81 Prozent. Beliefert wird fast ganz Poing-Nord, mit Ausnahme der Wohnquartiere W3 und W4, wo die Wärme mittels Gas erzeugt wird. Poing-Süd ist bislang mit wenigen Wohn- und öffentlichen Einheiten an das Fernwärmenetz angeschlossen. Als „erklärtes Ziel für unser Fernwärmeprojekt in Poing“ hat die Bayernwerk Natur GmbH ausgegeben: „Zero CO2-Emissionen“.

Poing: Untertagepumpe muss ausgetauscht werden

Seit einigen Tagen schon laufen an der Geothermie-Station im Westen von Poing Sanierungsarbeiten an der im Jahr 2009 eingebauten Untertagepumpe. Diese müsse ersetzt werden, weil sich der Isolationswiderstand in den vergangenen Monaten „gravierend verschlechtert“ habe, teilt das Bayernwerk mit. „Bei einer weiteren Verschlechterung ist ein Ausfall der Untertagepumpe in den Wintermonaten nicht mehr auszuschließen“, heißt es im Bericht, den Budde und Viel in der Bauausschusssitzung vorgelegt haben. Die Kosten für die Generalüberholung inklusive Bohrlochmessungen betragen rund 373.000 Euro. Die neue Pumpe soll zum 1. Oktober in Betrieb genommen werden.

So funktioniert die Geothermie in Poing

Auf der Internetseite der Gemeinde Poing wird die Geothermie erläutert: Das Thermalwasser wird über eine unterirdische Rohrleitung von der Förderbohrung zur Geothermie-Heizzentrale an der Gruber Straße geleitet. Dort überträgt es seine Wärme in Geothermie-Wärmetauschern auf den Fernwärmekreislauf. Anschließend wird das ausgekühlte Thermalwasser über die Thermalwasserrücklaufleitung zur Reinjektionsbohrung an der Plieninger Gemeindegrenze gepumpt, wo es wieder in den Malmkarst zurück gelangt. 

Die Poinger Geothermie ist ein Projekt der Bayernwerk Natur GmbH, für die Gemeinde entstehen keinerlei Ausgaben. Für die Geothermie-Anlage einschließlich Förder- und Verpresstechnik, der Thermalwasserleitungen und der wärmetechnischen Einbindung in das Heizwerk an der Gruber Straße hat Bayernwerk rund 27 Millionen Euro ausgegeben. Laut dem Unternehmen sind die Arbeits- und Leistungspreise für die Endkunden seit 2016 stabil, sie liegen aktuell bei ca. 30 Euro für 60 kW (Leistungspreis) bzw. rund 63 Euro/MWh (Arbeitspreis).

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare