Blick in einen Bestattungsgarten
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Das Areal, in dem Urnen begraben sind, ist gemäht. Auf dem Rest wachsen derzeit üppig Wildblumen. Und mehr...

Pflegekonzept

Bestattungsgarten Poing: Mehr Wildblumen statt Unkraut

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Der Bestattungsgarten in Poing soll schöner werden: weniger Unkraut, mehr Wildblumen. Eine erste Maßnahme ist erfolgt - mit sichtbarem Erfolg.

Poing – Das Konzept des naturnahen Bestattungsgartens am Endbachweg sieht in der Mitte der Anlage eine „Ruhewiese“ vor, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Bekanntgabe der Gemeindeverwaltung. Diese sei als Wildblumenwiese angelegt worden, in der die Urnen versenkt werden. Von Wildblumen und Wiese war in den vergangenen Wochen allerdings wenig zu sehen, einige Bürgerinnen und Bürger hatten den eher stark verwilderten Zustand kritisiert (wir berichteten). Mittlerweile sieht es mehr wie eine Wildblumenwiese aus.

Poing: Ortstermin im Bestattungsgarten

Wie das Rathaus mitteilt, trafen sich Ende Mai die Planerin der Anlage, Bürgermeister Thomas Stark sowie Mitarbeiter der Verwaltung und des Baubetriebshofs auf dem Areal, um Lösungen zu finden. Als Hauptproblem sei „ein besonders hoher Anteil an Klee“ ausgemacht worden, der die gewünschte Wildblumensaat verdrängte bzw. überragte. Dies, so berichtet das Rathaus, „gab optisch ein weniger attraktives Bild ab“. Besonders durch die feuchte und kühle Witterung habe er sich prächtig entwickelt, teilt die Verwaltung mit.

Als erste Maßnahme sei im östlichen Teil der Anlage der Klee ausgestochen worden. Die restliche Fläche soll nach der Blüte abgemäht und dann auch dort der Klee ausgestochen werden. Aktuell ist der Bereich, in dem Urnen in der Erde eingelassen sind, gemäht. Der Rest ist im Laufe der vergangenen Tage tatsächlich zu einer üppigen Wiese mit blühenden Blumen geworden.

Die Urnenplätze sind markiert, Grabstein oder Grabschmuck ist nicht erlaubt im Bestattungsgarten. Im Eingangsbereich hängt eine Liste der Verstorbenen, die hier beerdigt worden sind.

Laut Bekanntgabe der Gemeinde Poing wird derzeit ein Pflegekonzept erarbeitet „mit dem Ziel, den Boden zunehmen auszuhagern und mit dieser Maßnahme langfristig gesehen eine artenreiche Wiese zu entwickeln, die den inzwischen beheimateten Wildbienen als Nahrungs- und Lebensgrundlage dienen soll.“

281 Grabstätten - ohne Namen, ohne Grabschmuck

Der Bestattungsgarten am Endbachweg ist im Mai 2018 eröffnet worden. Angelegt ist er für 281 Grabstätten. Sie sind jeweils einen Meter lang und einen Meter breit und lediglich mit Steinen gekennzeichnet. Auf Wunsch kann ein Grab mit einer Nummer markiert werden, ohne Namen. Im Eingangsbereich des Bestattungsgartens befindet sich eine Gedenkliste, auf der kann, wenn gewollt, der Name des/der Verstorbenen angebracht werden.

Für einen Benutzungszeitraum von zwölf Jahren kostet ein Urnenfeld im Bestattungsgarten 700 Euro, genau so viel wie ein Urnenerdgrab auf dem herkömmlichen Friedhof.

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