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So sieht ein Siegermenü aus, wenn es von einem Bayerischen Grillmeister hergerichtet wurde.  

Bayerische Grillmeisterschaften in Poing

Los Grillos vor „mia san BBQ“

In Poing trifft sich die Elite der Grillmeister; und ermittelt zum sechsten Mal den Landesmeister

Poing – „Wir wollen das Grillen als ein Kulturgut pflegen und den Zuschauern zeigen, was über den Kohlen alles möglich ist“. Dieses Motto für die Bayerische Grillmeisterschaft, bereits zum sechsten Mal in Poing ausgetragen, hatte Uli Wette, 46, wohnhaft am Ort, ausgegeben. Er ist Geschäftsführer der German Barbecue Association (GBA), die deutschlandweit 23 Grill-Teams organisiert hat, um sich in Nachbarschaft zum No Name City-Westernfest miteinander zu messen.

Schon von Weitem stieg dem Besucher der Geruch von Gegrilltem in die Nase. Rauchschwaden lagen über den kleinen Zelten, die sich die Meister von Grillzange und Holzkohle über ihre Claims gebaut hatten. Darunter standen, je nach professionellem Anspruch, einfache Biertische und Bänke oder komplette Mobil-Küchen.

Selbstverständlich hatten die Teams, die teilweise 500 Kilometer weit angereist waren, alle Kochgerätschaften mit dabei – vom Salzstreuer bis hin zur Küchenrolle. Auch die angeblich besten Griller der Republik aus Sennfeld bei Schweinfurt waren gekommen. Die Deutschen Grillmeister 2018, die sich „Los Grillos“ nennen, scharten sich um „Chef“ Dirk Poerschke. „Wir wollen natürlich hier gewinnen, sehen das Event aber auch als Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft in Fulda. Wir sind 13 Leute aus verschiedenen Berufen, die Grillen als ihr Hobby nennen, und wir haben für jedes Gericht einen Experten dabei“, sagte Team-MitgliedJürgen Ternes. Der 42-jährige Diplomingenieur gab auch wichtige Grill-Tipps.

Ein paar Meter weiter versuchten sich die „Smoky Highlands“ aus der Nähe von Isen (Landkreis Erding). „Wir sind zum ersten Mal dabei“, freute sich Erik Heiland, „die ganze Familie hilft mit, und vielleicht haben wir ja eine Chance, vorne mitzumischen“. Der 28-jährige Soldat aus der Uni der Bundeswehr in Neubiberg wollte als Highlight eine geräucherte Entenbrust mit Kartoffelstampf und Mango-Soße anbieten, „und zum Nachtisch gibt’s noch eine feine Crêpe mit Eierlikörfüllung“.

Ebenso sein Meisterschaftsdebüt gab Metzgermeister Wolfgang Hierl, 50, aus Denkendorf. Sein Achtmann-Team „mia san BBQ“ arbeitet erst seit einem halben Jahr zusammen, er selbst gibt aber schon länger Grillkurse. „Wir haben uns ein gefülltes Schweinefilet mit Kräuterpesto ausgedacht, das mit ein paar Schupfnudeln gereicht wird“, erklärte der Maitre de Grill.

Und er hatte eine ganz besondere Maschine mitgebracht, einen so genannten Smoker. Was aussieht wie der Kessel einer kleinen Lok, dient zum Grillen, Smoken und Warmhalten. „Normalerweise kosten diese Geräte auf Rädern aus den USA sehr viel Geld. Wir aber haben unseres günstig aus Polen ergattert“.

Und auch einen Profi-Griller hat es nach Poing gezogen: Martin Seibold, 46, darf sich Bayerischer Grillmeister 2018 nennen, sein Beruf heißt Pitmaster. Mit seinen fünf Kumpels versuchte er eine Titelverteidigung, und dafür hatte er sich etwas Besonderes überlegt. „Weil die meisten hier Fleisch grillen, entschieden wir uns für einen Fischteller, mit Wolfsbarsch, Austern und Garnelen“. Diese sogenannte Chef´s Choice – ein Gang nach Wahl des jeweiligen Teamchefs – ist von der GBA vorgegeben, und auch sonst, was auf den Rost kommen muss.

In diesem Jahr gab es, neben dem freien Hauptgang, als Aufgabe folgendes Menü: Schweinebauch mit Beilage, Burger mit Beilage sowie ein Dessert mit Beilage und einem Pflichtprodukt (Eierlikör). Jedes Team durfte aus zwei bis sechs Personen bestehen, Gerätschaften werden selbst mitgebracht. Außerdem waren nur Holzkohlegrills zugelassen, „denn auch die Beherrschung des Feuers ist eine Herausforderung, der sich jedes Team stellen muss“, so Uli Wette.

Für jeden Gang musste von jeder Mannschaft ein sogenannter Showteller für die Zuschauer sowie sechs Portionen für die 43-köpfige Jury zubereitet werden; das ergab immerhin 28 Portionen. Die Juroren beurteilten dabei die Optik eines Gerichts, Garzustand und Geschmack des Hauptgerichts, den Geschmack der Beilagen und schließlich die Geschmacks-Harmonie eines Gesamtgerichts.

Unterstützt wurde die Bayerische Grillmeisterschaft nicht nur von Bürgermeister Albert Hingerl, auch die ARGE Poing „Am Bergfeld“ mit Projektleiter Helmut Sloim hatte sich beteiligt. Und sie drückten allen Teilnehmern die Daumen.

Am Ende gewann das Team „Los Grillos“, knapp vor „mia san BBQ“. Teams aus dem Landkreis Ebersberg gab´s leider (noch) keine – aber vielleicht ermuntert das lokale Grill-Freunde, fleißig zu üben und 2020 teilzunehmen. fez

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