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Weiter geht’s mit Wachstum: Die Arbeiten für das Neubaugebiet W7 (oben) haben begonnen. Damit entstehen weitere Herausforderungen. 

Kommunalwahl

Poing: Die Herausforderungen nach der Ära Hingerl

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Wer und was folgt in Poing auf 20 Jahre Bürgermeister Albert Hingerl? Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl, hinzu kommen einige Herausforderungen.

Poing – Zwei politische Neulinge und zwei langjährige Gemeinderatsmitglieder bewerben sich um die Nachfolge von Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD). Er tritt nach 20 Amtsjahren nicht mehr zur Wahl an. Das Rennen um seine Nachfolge ist spannend und offen, Prognosen sind nullkommanull möglich. Für eine große Überraschung sorgte die Poinger CSU, die Thomas Stark als Bürgermeisterkandidaten nominiert hat. Der Verwaltungsfachwirt, der kein Mitglied in einer Partei ist und den bis zur Bekanntgabe niemand auf dem Schirm hatte, ist seit vielen Jahren leitender Beamter und Geschäftsleiter im Rathaus und will eigenen Angaben zufolge nicht mehr nur, wie bisher, verwalten, „sondern gestalten“.

Poing: Zwei Neulinge, zwei Politikerfahrene

Das wollen freilich auch die drei anderen Bürgermeisterkandidaten: Reinhard Tonollo (SPD), Günter Scherzl (Freie Wählergemeinschaft) und Marc Salih (FDP). Letzterer ist ein unbeschriebenes Blatt, der Polizeioberkommissar war bislang in Poing nicht kommunalpolitisch aktiv. Ganz anders als Tonollo (technischer Beamter) und Scherzl (Versicherungsfachwirt), die seit Jahren Mitglied im Gemeinderat sind. Scherzl ist außerdem seit zweieinhalb Jahren Poings Dritter Bürgermeister.

Kandidaten in vielen Dingen einer Meinung

Bei einer Podiumsdiskussion des örtlichen Gewerbeverbandes mit den vier Kandidaten wurde schnell klar, dass sie in vielen Ansichten gleicher Meinung sind. Sei es in Sachen Verkehr und Verkehrskonzept, Gewerbeansiedlung oder Schaffung von (bezahlbarem) Wohnraum. Lediglich die Forderung nach einem hauptamtlichen Wirtschaftsförderer für die Gemeinde Poing ist die alleinige Meinung von Scherzl/FWG.

Poing: 33 Millionen Euro Schulden

Egal, wer von den vieren es schaffen wird und wie sich der Gemeinderat ab Mai zusammensetzen wird – die größte Herausforderung für die nächsten Jahre wird sein, eine sachliche und gut durchdachte Finanzpolitik zu betreiben. In diesem Jahr wird Poing den historischen Schuldenhöchststand von etwa 33 Millionen Euro erreichen. Insbesondere bedingt durch Pflichtaufgaben wie dem Neubau von Schulen und Kindertagesstätten. Hinzu kommen ein neues Schul-/Lehrschwimmbad sowie die beiden neuen Bahnunterführung am S-Bahnhof und an der Verlängerung der Anzinger Straße. Da bleibt nicht viel Spielraum für andere Dinge, wie beispielsweise die Erweiterung des Sportzentrums sowie den Bau des zweiten Abschnitts des Bürgerhauses inklusive Veranstaltungssaal. Letzteres möchte die SPD nicht aus den Augen verlieren und baldmöglichst realisieren, im Gegensatz zu den anderen Parteien.

Poing: Wachstum bringt Herausforderungen mit sich

Das stetige und weitere Wachstum der Gemeinde Poing mit den beiden bevorstehenden Neubaugebieten W7 (inklusive Gymnasium) und W8 ist auch eine Krux: Kulturelle und andere Freizeitangebote für die aktuell über 16.600 und später gut 20.000 Einwohner gibt es nur ganz wenige. Immer wieder kritisieren Bürger, insbesondere Eltern, dass zwar für Kinder die Auswahl groß sei, für Jugendliche aber schon nicht mehr. Immer wieder werden Kino, Hallenbad oder andere Freizeiteinrichtungen genannt, stattdessen aber stehen große Gebäude wie der ehemalige Firmensitz des Unternehmens Schlemmer an der Gruber Straße leer. Unweit davon, im sogenannten Hammer-Komplex an der Ecke Gruber Straße/Kirchheimer Allee, befinden sich zwar noch ein griechisches Restaurant sowie das MZV für Labormedizin München-Land GmbH, aber auch hier sind zahlreiche (Büro-)Flächen seit Jahren ungenutzt. Der Gemeinde selbst sind hier die Hände gebunden, ist sie doch nicht Eigentümerin dieses Areals sowie anderer brachliegender Objekte und Grundstücke. Trotzdem: Poing sollte viel mehr bieten als nur Wohnraum.

Keine Prognosen möglich

24 Sitze hat der Gemeinderat Poing, plus Bürgermeister. Derzeit sieht das Kräfteverhältnis wie folgt aus: SPD acht Mandate (plus Bürgermeister Hingerl), CSU ebenfalls acht Mandate, FWG vier, Grüne drei und FDP einen Sitz. Ob und welche Partei im neuen Gemeinderat eine absolute Mehrheit erzielen wird, ist genauso wenig vorhersagbar wie das Rennen um den Rathauschefsessel. Eines darf man dem neuen Gremium schon jetzt wünschen: Dass es genau so sachlich arbeitet wie der Gemeinderat in den vergangenen Jahren. Auch wenn es mal verschiedene Meinungen gibt, werden die Diskussionen kontrovers, aber nie unsachlich ausgetragen. Von Parteipolitik ist im Poinger Gemeinderat wenig zu spüren. Und das ist gut so.

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

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