Jogger laufen auf einem Feldweg.
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Sport in Corona-Zeiten: Erlaubt bleibt Individualsport, also etwa joggen. (Archivbild)

Individualsport

Damit‘s mehr wird als ein Corona-Hobby: Lauftrainer gibt Tipps

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Gerade während des Lockdowns (ob „light“ oder nicht) entdecken viele das Joggen als Hobby. Ein Lauftrainer aus Poing gibt Tipps für Neueinsteiger.

Auch wenn es schwerfällt: Geduld haben. Das rät Reiner Kastizen jedem, der mit dem Laufen/Joggen anfängt. Eine der wenigen Sportarten, die trotz Corona-Maßnahmen erlaubt sind. Alleine oder zu zweit. Raus an die frische Luft, Bewegung im Freien – selbst im Lockdown ist das Laufen als Hobby möglich. Manche starten neu. Wichtig aber: Gewusst, wie.

Der 46-jährige Poinger Reiner Kastizen ist hauptberuflich im Personalwesen tätig, im März 2019 hat er nebenbei eine Ausbildung zum „Lauf Basic Instructor“ und „Lauf Instructor“ erfolgreich abgeschlossen. Beim Lauftreff mit unserer Zeitung am Poinger Bergfeldsee gibt er wichtige Tipps für Einsteiger.

Reiner Kastizen aus Poing ist zertifizierter Lauftrainer.

Wer neu startet, sollte dies mit Intervallen tun, erläutert er: „Zwei Minuten gehen, zwei Minuten laufen, abwechselnd, jeweils zehn Mal.“ Das Tempo sei nicht wichtig, sondern die Tatsache, sich überhaupt zu bewegen. Ideal wären zwei- bis dreimal die Woche, generell.

Um sich zu motivieren, rät der Trainer, sich feste Zeiten vorzunehmen. „Me-Time“, nennt er das als englisch-sprachiges, geflügeltes Wort. Übersetzt: Zeit für mich. Das könne auch zu zweit sein, um sich gegenseitig zu motivieren. Und: um miteinander zu reden. „Dann vergeht die Zeit schneller“, sagt Kastizen und lächelt. Außerdem gelte die Regel: „Wenn man während des Laufens reden kann, ohne japsen zu müssen, passt das Tempo.“

Wichtig: Geduld haben

Laufen, sagt der Poinger, sei eine ideale Sportart, weil es überall und jederzeit und für jeden möglich ist. Wichtig: gute Schuhe. Beim Rest der Kleidung sei es im Endeffekt egal, ob es Markenklamotten sind, oder nicht. Nur ein Tipp hier: Nicht zu dick, nicht zu warm anziehen. Sonst werde es auf Dauer zu schwer. „Nach fünf Minuten darf man noch ein bisschen frösteln. Dann ist es okay.“

Wichtig: Gute Schuhe

Die Schuhe, sagt Reiner Kastizen, seien das A und O. „Mittlerweile gibt es so gute Schuhe, da ist es egal, auf welchem Untergrund man läuft.“ Er selbst bevorzugt Asphalt. Dass Feldwege weicher sind, sei oftmals ein Trugschluss. Auf Asphalt ist der Poinger schon Tausende Kilometer gelaufen. Bevor er im Jahr 2013, nach der Geburt seiner Tochter, sich nur noch aufs Laufen als Hobby konzentrierte, hat er zehn Jahre lang Triathlon gemacht. Von der Volksdistanz bis zum Ironman.

Laufen, sagt er, bedeute für ihn nicht nur körperliche Fitness, sondern „den Kopf abschalten“. Auf andere Gedanken kommen, eine andere Sichtweise auf Dinge kriegen. Beispielsweise nach einem stressigen Arbeitstag. Oder in der Früh, bevor es in den Job geht. „Zu welcher Uhrzeit man läuft, ist jedem selbst überlassen.“

Wichtig: Nicht schnell loslaufen

Langsam loslaufen sei extrem wichtig, damit sich die Muskeln, damit sich der Körper an die Bewegung gewöhnt. Den Oberkörper stets aufrecht halten, mit einem „stolzen Blick nach vorne laufen“, gibt Reiner Kastizen lächelnd als Tipp. Nach jeder Einheit: dehnen. Insbesondere die vorderen und hinteren Oberschenkel. Beispiel: die Beine kreuzen und mit dem Oberkörper nach unten, zu den Zehenspitzen, beugen.

Klar, nach der ersten Einheit gilt: dranbleiben. Langsam, mit Geduld. Mit der Zeit die Intensität und die Dauer erhöhen – damit das Laufen nicht nur ein Kurzzeit-Corona-Hobby wird, sondern ein dauerhaftes.

Infos zum Lauftraining von Reiner Kastizen: www.running-base.de

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