Zufahrt zu einem Parkhaus.
+
Seit September werden in den Parkhäusern und auf einem Frei-Parkplatz des City Centers I (unser Bild) und II die Kennzeichen der Autos gescannt.

Einkaufszentrum

Digitale Parkkontrolle City Center Poing: Kennzeichen werden bei Ein- und Ausfahrt gescannt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Wer im Parkhaus, in der Tiefgarage oder auf der Freifläche der Poinger Einkaufszentren City Center I und II parkt, dessen Kennzeichen wird gescannt. Die Gründe:

Seit September werden die Parkplätze im Außenbereich und in den Parkgaragen der beiden Poinger Einkaufs-/Arztzentren City Center I und II in einer neuartigen Form überwacht: komplett digital. Wer sein Fahrzeug länger als 90 Minuten (im Freien) bzw. drei Stunden (im Parkhaus des City Centers I sowie in der Tiefgarage City Center II) abstellt, muss mit einer Vertragsstrafe in Höhe von 30 Euro rechnen. Hierfür hat die Betreiberin des City Centers das junge Münchner Start-up-Unternehmen Parkdepot beauftragt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Mitarbeiter Felix Stöhr, wie die Überwachung funktioniert.

Wir wollen uns offen und transparent präsentieren.

Felix Stöhr von Parkdepot

„Es werden keine Videoaufzeichnungen gemacht“, betont er. Es würden lediglich die Kennzeichen gescannt, sobald ein Fahrzeug auf den privaten Bereich der City Center ein- und wieder ausfährt. Anhand beider Scans errechne die installierte Software die Parkzeitdauer. „Wenn ein regelkonformer Besuch mit entsprechender Zeit stattgefunden hat, werden die Daten vom System sofort wieder gelöscht“, sagt Stöhr. Das Unternehmen arbeite datenschutzkonform und habe sich das System von der DEKRA entsprechend zertifizieren lassen. Zusätzlich, so der Parkdepot-Mitarbeiter, habe das Unternehmen „eine renommierte Datenschutzfirma damit beauftragt, regelmäßige Kontrollen der Systeme hinsichtlich des Datenschutzes vorzunehmen“.

Aufgrund der Berichterstattung unserer Zeitung über die neue Parkraumüberwachung beim City Center und zahlreicher Kommentare auf den Merkur-Online-Plattformen hat sich Parkdepot bei unserer Redaktion gemeldet, um „Fragen von Leserinnen und Lesern zu beantworten“, so Felix Stöhr. „Wir wollen uns offen und transparent präsentieren.“

Auf dem Parkplatz vorm Biomarkt wird ebenfalls überwacht.

Die Eigentümerin der City Center wolle nicht, dass Parkplätze von Dauerparkern zweckentfremdet werden, sagt der Mitarbeiter. Aus den bisherigen Erfahrungen andenorts berichtet Stöhr, dass es für den Einzelhandel im Ballungsraum von München zunehmend zum Problem werde, wenn Dauerparker die Stellflächen besetzen. „Das kann zum Standortnachteil werden, wenn Kunden zu Stoßzeiten keine freien Parkplätze finden.“

City Center Poing: Abkehr von klassischer Parkscheibe

Genau aus diesem Grund hatte das City Center bereits bis 31. Januar 2019 eine andere Firma beauftragt, die Parkplätze zu kontrollieren. Damals noch klassisch: Es war eine Parkscheibe erforderlich; wer diese nicht eingelegt oder die Parkzeit überschritten hatte, erhielt eine Vertragsstrafe von 30 Euro. „Die Höhe legt immer der Auftraggeber fest“, erläutert Felix Stöhr. Ebenso die Zeit, in der die Kontrolle erfolgt. Im Falle des City Centers werden Kennzeichen und Parkdauer auch außerhalb der Öffnungszeiten erfasst.

Auch in der Tiefgarage des City Centers II werden die Kennzeichen gescannt.

Wird die Höchstparkdauer überschritten – in diesem Falle räume Parkdepot eine Kulanzzeit ein, eine Strafe werde beispielsweise nicht gleich nach der 91. Minute fällig, so Stöhr – erfolge eine automatische Halterabfrage beim Kraftfahrtbundesamt. Anschließend bekommt der Fahrzeughalter bzw. die -halterin Post mit der Aufforderung, 30 Euro Vertragsstrafe zu zahlen. Ist dies erfolgt, werden die Daten innerhalb der gesetzlichen Vorschriften gelöscht, berichtet der Parkdepot-Mitarbeiter.

Im Einzelfall: Stornierungen sind möglich

Zwei Fragen, die immer wieder auftauchen: Was tun, wenn ein Arztbesuch länger gedauert hat, als geplant, und man eine Strafe erhalten hat? „Individuelle Fälle werden von uns eigens geprüft“, antwortet Felix Stöhr. Hier bestehe die Möglichkeit, eine entsprechende Bescheinigung des Arztes einzureichen. Ein Kontakt mit dem Unternehmen könne jederzeit über www.park-depot.de erfolgen. „Es besteht auch die Möglichkeit direkt vor Ort bei der Praxis das Kennzeichen durchzugeben und eine Stornierung zu veranlassen“, so Stöhr.

Junges Start-up-Unternehmen aus München

Zweite Frage: Wird durch die Überwachung öffentlicher Raum aufgenommen? „Nein, der ist für uns tabu. Hier arbeiten wir mit dauerhaften Filtern, die den öffentlichen Raum komplett und unwiderruflich ausschwärzen“, antwortet der Parkdepot-Mitarbeiter. „Der Scanner ist nur auf Autokennzeichen ausgerichtet, die auf den Privatparkplatz fahren.“

Parkdepot wurde vor gut eineinhalb Jahren in München unter anderem von Studenten der Münchner Technischen Universität gegründet. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass freie Stellplätze auf Parkflächen an Anwohner zu einem fairen Preis vermietet werden können“, sagt Felix Stöhr und nennt ein Beispiel: abends bzw. nachts für Anwohner, die ansonsten lange um den Häuserblock fahren auf der Suche nach einem Parkplatz.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare