Leere Hütte
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Eigentlich hätte heuer in Poing ein neuer Maibaum aufgestellt werden sollen. Für die Wache hatte der Burschenverein auf eigene Kosten eine Hütte am Volksfestplatz aufgebaut (Archivfoto).

Eigener Fonds

Ehrenamt unterstützen: Poing zahlt 22.000 Euro Corona-Hilfe an Vereine

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Gemeinde Poing zahlt Vereinen eine Corona-Hilfe, zur Kompensation von ausgefallenen Veranstaltungen und von Kosten. Ein Signal für den Erhalt des Ehrenamts.

Die Gemeinde Poing zahlt an vier örtliche Vereine eine finanzielle Corona-Hilfe. Das gab Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend bekannt. Die Höhe der Zuschüsse beträgt insgesamt 22.000 Euro, die wie folgt ausbezahlt würden: 8000 Euro an den Burschenverein, 7000 Euro an das Familienzentrum (plus 3000 Euro Spende von der VR-Bank), 5000 Euro an die Musikkapelle und 2000 Euro für das Vereinskartell.

Poing: Finanzielle Hilfe für vier Vereine

Das Geld stammt laut Stark aus dem wegen Corona abgesagten Volksfest. Für dieses gebe die Gemeinde pro Jahr etwa 75.000 Euro aus (beispielsweise für den Ehrenamtsempfang und den Seniorennachmittag), so der Bürgermeister. Er berichtete in der Sitzung, dass die Gemeinde im Mai alle Poinger Vereine angeschrieben habe mit der Bitte, einen Termin zu vereinbaren, wenn sie wegen Corona und damit einhergehender Ausfälle von Veranstaltungen bzw. von Einnahmen Unterstützung benötigen würden. Stark hatte die Idee des Corona-Hilfspakets, das als kleine Unterstützung fürs Ehrenamt gedacht sei, bereits in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Gemeinderates Anfang Mai vorgestellt.

Weitere finanzielle Unterstützungen

Jetzt berichtete der Bürgermeister, dass neun Vereine um Hilfe gebeten hatten. Davon hätten drei um Zuschüsse für Veranstaltungen im Herbst bzw. um den Erlass der Miete für die Dreifachhalle gebeten. Aufgrund der anhaltenden Corona-Beschränkungen seien diese geplanten Veranstaltungen letztendlich abgesagt worden, so Stark. Einem weiteren Verein habe eine Spende geholfen, einem anderen der Erlass der Vermietungskosten für den gemeindlichen Transporter.

Beträge decken tatsächliche Kosten nicht

Somit blieben am Ende vier Vereine. Sie alle haben laut Stark ihre Ausgaben, ihre Verluste und ihre fehlenden Einnahmen und die Auswirkungen aufs Vereinsleben nachgewiesen. Der Burschenverein beispielsweise habe laut Bürgermeister „hohe Ausgaben in das Maibaumstüberl investiert“, das auf dem Volksfestplatz aufgebaut ist. Nach dem ersten Lockdown und weil weder Maibaumwache noch Maibaumfest möglich gewesen waren, sei vom Verein angedacht gewesen, die Hütte an andere Vereine zu vermieten. Aber auch das war und ist wegen Corona nicht möglich.

Thomas Stark sagte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, dass die ausbezahlten Beträge bei keinem Verein die Kosten decken würden. Das sei so auch nicht vorgesehen gewesen. Mit dem freiwilligen Corona-Hilfsfonds aber „will die Gemeinde Poing einen Beitrag leisten, auch in diesen schwierigen Zeiten unser von großem ehrenamtlichen Engagement geprägtes Vereinsleben aufrecht zu erhalten“, so der Bürgermeister.

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