Julia Schimpf und Hanse Perniß aus Poing haben sich einen Traum erfüllt: Sie brauen ihr eigenes Bier, den „Bergfeldbräu“
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Julia Schimpf und Hanse Perniß haben sich einen Traum erfüllt: Sie brauen ihr eigenes Bier, den „Bergfeldbräu“

Jungbrauer Julia Schimpf und Johannes Perniß erfüllen sich einen Traum

Ein Bier für Poing: Bergfeldbräu jetzt marktreif

Vor sechs Jahren haben sie sich in einer Brauerei kennengelernt, beide sind sie Brauer, jetzt brauen sie ihr eigenes Bier: Julia Schimpf (25) und Hanse Perniß (29) haben sich den Traum von einem Poinger Bier erfüllt.

Poing – Ein wenig verspätet kommt Perniß auf dem Schimpfhof an: „Es tut mir leid, ich war gerade beim Banner aufhängen auf dem Feldweg Richtung Ottersberg und bin dann mit dem Auto stecken geblieben“, hechelt Hanse Perniß. Sein Spezl hat ihn mit dem Traktor wieder auf die Straße gezogen. Das Paar ist im Dauerstress, da es den Verkaufsstart-Termin des „Bergfeldbräu“-Biers am Donnerstag, 17. Dezember, einhalten will. Doch momentan stehen die beiden noch auf einer Baustelle: Das Büro ihres Verkaufsraums in Angelbrechting hat noch keinen funktionierenden Ofen, die Theke ist unverputzt und Ziegel liegen herum.

Im April fingen die beiden mit „ernsthaftem Rechnen“ an und machten sich klar: „Im Dezember gibt es unser Bier auf dem Markt.“ Ab Juli ging es an die praktischen Arbeiten: Firma anmelden, Lieferanten heraussuchen, und überzeugen, so kurzfristig zu liefern. Brauereikollegen hätten sie schon kopfschüttelnd angesehen. „So schnell ist doch unmöglich“, hieß es da. Perniß’ Antwort: „Das ist unser Bier.“ Plötzlich war für den 29-Jährigen Sonntagabend ständig die Frage „Schau ich jetzt Tatort oder google ich Etiketten.“

Bergfeldbräu wird in verschiedenen Geschäften verkauft

Das Paar entschied sich für den Namen „Bergfeldbräu“. Angelehnt an das Poinger Wohngebiet. Da es den Ort ausmache, die Berge zu sehen, seien diese auf dem Etikett gelandet, erzählen die beiden. Zusammen mit einem Geißbock ergab das ihr Bierwappen, im Stil der 50er bis 70er Jahre mit einfach gehaltener Grafik in Weiß, Gelb und Blau. Vielleicht auch nicht ganz zufällig rennt auf dem Schimpf-Hof währenddessen die Wachgeiß „Resi“ umher. „Die ist ein stolzes, kluges Tier und ein Dickkopf“ sagt der Brauer. „Genau wie du“, ergänzt seine Freundin und lacht.

Am Donnerstag werden sie die ersten Flaschen in der Früh befüllen und am Nachmittag ab 16 Uhr verkaufen. „Ich habe mir das vorgenommen und wir schaffen das“, ist sich „Dickkopf“ Perniß sicher – mitten in der Baustelle.

Noch brauen sie in Forsting, wo man das nötige Equipment mieten kann. Langfristig träumen die beiden von einer eigenen Produktionsstätte samt Biergarten in Poing.

Ausgeschenkt wird das Bier ab Donnerstag

Den ersten Schluck am Stichtag gönnt sich der Poinger voraussichtlich alleine. „Bei mir ist um 7 Uhr morgens wahrscheinlich der Bierdurst größer“, sagt er. Zeit, die „Korken krachen zu lassen“ gäbe es später dann noch genug. Ab Donnerstagnachmittag ab 16 Uhr kann in der Dorfstraße 22 in Angelbrechting jeder selbst das Bergfeldbräu-Bier verköstigen. In den Edeka-Pfeilstetter-Filialen kann man voraussichtlich ab 18. Dezember das Helle kaufen, außerdem hat es der Lieferservice der Gärtnerei Böck ins Sortiment mit aufgenommen.

„Jeder Brauer träumt davon, nicht das Bier des Chefs, sondern nach seinem eigenen Rezept zu brauen“, sagt der 29-Jährige. Dieser Traum wird nun Wirklichkeit.

Raffael Scherer

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