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Auch wenn sie vorübergehend geschlossen wird, wird die Gemeindebücherei in der Übergangszeit weiter Lesungen und Aktionen anbieten. 

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Ein halbes Jahr ohne Bücherei

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Poing - Wegen des Abbruchs der Grundschule Karl-Sittler-Straße muss die Gemeindebücherei für etwa ein halbes Jahr geschlossen werden – bis sie ihren neuen Platz im Ortszentrum einnehmen kann. Das passt nicht allen Bürgern, auch wenn es in der Übergangszeit einige Angebote gibt.

Vor Kurzem hat Bürgermeister Albert Hingerl eine Liste mit 415 Unterschriften überreicht bekommen, Titel: „Unsere Gemeindebücherei in Poing darf nicht schließen“. Tut sie auch nicht für immer, tatsächlich muss sie aber von August bis Februar 2018 zumachen. Grund: Mit dem Abbruch des Schulgebäudes an der Karl-Sittler-Straße hat die Bücherei vorerst keine Bleibe. Künftiger Standort (für immer) werden die ehemaligen Räume der Kreissparkasse an der Marktstraße 4 im neuen Ortszentrum sein. Darin befindet sich aktuell und bis mindestens Ende August ein Kinderhort – der wiederum muss, bevor die Bücherei einziehen kann, umgebaut werden.

Für die Übergangszeit hat die Gemeindeverwaltung nach Alternativen gesucht, berichtete Bürgermeister Hingerl in der Januar-Sitzung des Gemeinderates. Aber: kein Gebäude und keine Räumlichkeit seien geeignet; außerdem wären finanzieller und baulicher Aufwand für lediglich sechs Monate zu groß.

Hingerl nannte als Beispiele das ehemalige Postgebäude an der Anzinger Straße (in Privatbesitz, Wasseranschluss und Heizung sind stillgelegt), die Vereinsräume an der Markomannenstraße (hinter der Polizeiinspektion; diese werden von Vereinen genutzt, was zu Engpässen führen würde), das „Hammer-Gebäude“ an der Gruber Straße (in dem sich im Erdgeschoss das Restaurant „Afrodite“ befindet; diese Räume werden laut Hingerl nicht kleinteilig, unter 1000 Quadratmetern, vermietet).

Darüber hinaus hat die Verwaltung Gespräche geführt mit dem Leiter der Fahrbibliothek („Bücher-Busse“) in München. Ergebnis: Die Busse dürfen außerhalb des Stadtgebiets nicht eingesetzt werden.

Dennoch hat die Verwaltung für die Übergangszeit einige Alternativen aufgetan. „Auf unsere Anfrage hin haben die Gemeinden Anzing, Vaterstetten und Kirchheim mitgeteilt, dass Poinger Bürger ihre Büchereien nutzen dürfen“, verkündete Albert Hingerl in der Gemeinderatssitzung. Des Weiteren plane die Gemeinde, zusätzliche E-Book-Reader anzuschaffen, die temporär ausgeliehen werden können. Auf diese können online Bücher geladen werden, die Ausleihe wird in den Räumlichkeiten des Jugendreferats stattfinden, so der Plan.

Während der Übergangszeit von August bis Februar 2018 werden die derzeit rund 23 500 Medien der Bücherei im Keller des ehemaligen Sparkassengebäudes untergebracht, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Die Leseprojekte in den drei Grundschulen werden ab September unabhängig von der vorübergehenden Schließung fortgeführt. Die Eröffnung der Bücherei am neuen Standort ist für Februar 2018 vorgesehen. Dort, in den ehemaligen Sparkassenräumen im neuen Ortszentrum, soll sie auch mittel- bis langfristig bleiben.

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