Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Die Geothermie der Bayernwerke sind für viele Bürger die Ursache für Erdbeben im Norden des Landkreises Ebersberg. Die Fachleute hingegen sind sich uneins – oder unschlüssig. 

Schon wieder

Erdbeben in Poing: Häuser vibrieren - Lampen wackeln - Mauer reißt 

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Erneut hat ein Erdbeben den Norden des Landkreises Ebersberg erschüttert. Am Samstagabend gegen 19.20 Uhr spürten die Anwohner im nordwestlichen Bereich der Gemeinde Poing einen Erdstoß.

Poing – Mehrere besorgte Bürger riefen bei der Polizei an und teilten mit, dass Gläser in den Schränken vibriert und Hängelampen leicht gependelt hätten. Erstmals wurden jetzt auch Schäden an einem Gebäude gemeldet. Das hatten Fachleute bisher als sehr unwahrscheinlich bezeichnet.

Die Menschen hatten sich nicht getäuscht: „Der Stoß konnte auch bei der Polizei wahrgenommen werden“, bestätigt die Inspektion Poing. Bürger in Pliening und Markt Schwaben spürten den Erdstoß ebenfalls, der laut Ansicht von Experten in etwa so stark war, wie die beiden vorangegangenen Beben, die sich am 7. und 20. Dezember 2016 ereignet hatten.

„Zuerst hörte man eine Art Druckwelle und danach vibrierte das ganze Fünf- Parteien-Haus. Es fühlte sich an, als wäre in der Nachbarschaft etwas explodiert“, berichtet ein Augenzeuge auf einer Internetseite, die von unabhängigen Privatleuten zum Thema Erdbeben betrieben wird. Ein Zeuge aus Poing-Süd schildert demnach das Ereignis so: „Ich saß am Schreibtisch, da hörte ich einen dumpfen Knall. Ich schreckte auf, da folgte nahtlos ein zweiter, lauterer Knall, bei dem sich sogar der Boden leicht hob.“

In den sozialen Medien tauschten sich die Bürger über ihre Wahrnehmungen aus. Bis nach Heimstetten und Kirchheim im Landkreis München sei der Erdstoß zu bemerken gewesen. „An den Messgeräten der Bayernwerke konnte das seismologische Ereignis bestätigt werden“, berichtet die Polizei Poing vorab. Eine amtliche Bestätigung stehe jedoch noch aus. Personen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt. Eine Anwohnerin stellte allerdings an ihrem Haus zwei Mauerschäden im Dachgeschoss fest, so die Polizei.

Bereits im Dezember 2016 hatten sich tief im Boden unter dem Landkreisnorden zwei Erschütterungen ereignet, über deren Ursachen anschließend viel spekuliert wurde. Schnell rückte die Geothermie in den Mittelpunkt des Interesses. Der Betreiber, die Bayernwerke, wies in einer ersten Reaktion damals jede Verantwortung von sich. Fest steht, dass es sich bei den beiden, zweifelsfrei gemessenen Beben um die ersten dieser Art handelte, die sich direkt unter Poing ereignet hatten.

Über die genaue Lokalisation der beiden Beben im Untergrund im Dezember 2016 gab es anfänglich widersprüchliche Angaben. Zuerst war von einem Epizentrum in einer Tiefe von sechs bis sieben Kilometern die Rede. Bei der zweiten Erschütterung am 20. Dezember konnte der Bayerische Erdbebendienst mithilfe mobiler Messstationen genauere Angaben machen. Die „Herdtiefe“ wurde mit drei Kilometern Tiefe angegeben. „Genau am Bohrfuß“, sagte der Chef-Seismologe, Joachim Wassermann, damals mit Verweis auf die Fördertiefe der Geothermie-Anlage. Mit ihren feinen Messgeräten können Fachleute Erdbeben über große Entfernungen nachvollziehen. Das jüngste Beben in Poing wurde auch vom Tschechischen Erdbebendienst registriert. Dort wurde angeblich eine Magnitude von 2,1 festgestellt. Diese Stärke wird allerdings von Fachleuten im Netz etwas in Zweifel gezogen.

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