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In Poing hat das Bayernwerk für sein Geothermie-Projekt im Jahr 2008 gut 3000 Meter in die Tiefe gebohrt. Ob diese oder weitere Bohrungen Ursache für die Erdbeben war, ist noch unklar.

Erdbeben

„Keine Gefahr für Poings Bürger“

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Nach den beiden Erdbeben im Dezember haben sich am Donnerstagnachmittag Fachexperten im Poinger Rathaus getroffen, um über mögliche Ursachen und Auswirkungen zu diskutieren. Ein Ergebnis: Für die Bürger besteht keine Gefahr. Die Ursache aber bleibt weiter unklar - trotz eines möglichen Zusammenhangs mit der Geothermie-Anlage.

Poing – Nach dem zweistündigen Experten-Treffen am Donnerstagnachmittag im Poinger Rathaus ist Bürgermeister Albert Hingerl insbesondere über eine Aussage froh: „Alle Fachleute haben gesagt, dass für die Bürger keine Gefahr besteht.“ Stärkere Erdbeben wie jene am 7. und 20. Dezember 2016, als es in Poing jeweils wenige Sekunden heftig gerummst und gewackelt hatte, seien nicht zu erwarten. So steht es auch in der Pressemitteilung, die die Bayernwerk AG nach dem nicht-öffentlichen Treffen herausgegeben hat.

Das Energieunternehmen hatte das Gespräch anberaumt, weil als mögliche Ursache immer wieder die Poinger Geothermieanlage genannt worden war – weshalb der Betreiber, die Bayernwerk Natur, immer mehr in den Fokus rückte.

Auch nach dem Gespräch bleibt die genaue Ursache für die Erdbeben unklar. Zwar schreibt das Bayernwerk in seiner Mitteilung, dass „nach Einschätzung des Geophysikalischen Observatoriums der LMU München derzeitige geologische Erkenntnisse und Erfahrungen vermuten lassen, dass die Geothermienutzung in Zusammenhang mit derartigen seismischen Ereignissen stehe“, aber: Alle Beteiligten seien sich einig, dass ohne ein wissenschaftliches Gutachten keine Ursache definiert werden könne. Deshalb habe man entschieden, das unabhängige Leibniz-Institut für Angewandte Geopyhsik Hannover zu beauftragen, ein Gutachten zu erstellen. Laut Hingerl soll dieses im Juni fertig sein und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Ob es künftig weitere Erdstöße in Poing geben wird, hätten die Experten nicht tausendprozentig ausschließen können, so der Bürgermeister. Er berichtete nach der nicht-öffentlichen Runde im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es im Dezember mehr als nur die beiden Beben gegeben habe – „die anderen waren nicht spürbar“.

An dem Gespräch nahmen neben Hingerl weitere Vertreter der Gemeinde Poing teil sowie Fachexperten des Wirtschaftsministeriums, des Bergamtes, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), des Bayerischen Landesamtes für Umwelt und des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik.

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