Vier Männer stehen vor einem Haus
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Bürgermeister Thomas Stark, Landrat Robert Niedergesäß, GWG-Vorstand Ulrich Krapf und EBERwerk-Geschäftsführer Markus Henle (v. li.) haben das Photovoltaik-Stromspeicher-Projekt in Betrieb genommen.

Photovoltaik-Projekt

Erster Sonnenenergie-Stromspeicher auf Salzbasis in Poing

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Mieter einer Wohnanlage in Poing können ab sofort Sonnenstrom direkt vom Dach bzw. vom Speicher im Keller beziehen. Die Batterie ist etwas besonders.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ist nichts besonderes mehr, das ist gut so. Etwas Besonderes aber ist es, wenn der produzierte Strom im Haus gespeichert werden kann mit einem Gerät, das nicht auf herkömmliche Art (Lithium) betrieben wird, sondern auf Salzbasis. Ein solches steht jetzt im Keller der Wohnanlage der Wohnungsgenossenschaft Ebersberg an der Bergfeldstraße 9 in Poing-Nord. Das erste Projekt dieser Art im Landkreis, wie Landrat Robert Niedergesäß und Markus Henle am Donnerstag bei der Inbetriebnahme sagten.

Poing: Stromspeicher auf Salzbasis

Henle ist Geschäftsführer des Energieunternehmens EBERwerk, das die Anlage installiert hat. Er erläutert die zweite Besonderheit: „Die Bewohner können den erzeugten Strom direkt beziehen.“ Der Strompreis sei günstiger als der Grundtarif von Bayernwerk. Von den 24 Mietern in der Wohnanlage seien bislang zehn zum neuen Projekt gewechselt.

Mehr ist es nicht: Die beiden Stromspeicher (grün) haben eine Kapazität von jeweils neun Kilowatt.

Die Photovoltaikanlage mit einer Größe von 100 Kilowatt liefert laut Markus Henle eine Strommenge von etwa 95.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Kapazität des Stromspeichers betrage 18 Kilowattstunden. Der Speicher werde täglich über die Sonnen aufgeladen und nachts entladen, erläutert der Eberwerk-Geschäftsführer das Prinzip.

Initiative vom Kommunalunternehmen EBERwerk

Die Batterie des Speichers habe eine Lebensdauer von etwa zwölf Jahren und sei aufgrund der Kochsalzbasis brandsicher: eine weitere Besonderheit dieses Projekts vom EBERwerk – ein Unternehmen von 19 Gemeinden, das im Auftrag der Kommunen die Energiewende im Landkreis Ebersberg voranbringen soll. Landrat Robert Niedergesäß: „Größere Wohnanlagen wie die Bergfeldstraße 9 in Poing gibt es viele im Landkreis. Hier schlummert noch ein großes Potenzial für den Ausbau der Photovoltaik auf den vorhandenen Dachflächen. Hier wollen wir ein sichtbares Zeichen im Landkreis setzen.“

Kosten: 10.000 Euro mehr als herkömmliche Batterie

Ulrich Krapf, Vorstand der GWG, sagte bei der Inbetriebnahme: „Uns war es von Anfang an wichtig, das Projekt mit einer ökologisch innovativen Lösung umzusetzen.“ Gemeinsam mit dem EBERwerk sei daher die Idee eines innovativen Speichersystems umgesetzt worden. EBERwerk-Geschäftsführer Markus Heinle: „Im Gegensatz zu den gebräuchlichen Batterien auf Basis von Lithium kommt diese Batterie auf Salzbasis mit Grundstoffen aus, die hinsichtlich Gewinnung ressourcenschonender und bei einem späteren Recycling einfacher handzuhaben sind: So besteht die Batterie im Wesentlichen aus Kochsalz, Nickel, Eisen und Keramik.“ Mit einer Kapazität von 18 Kilowattstunden sei die Batterie in der Lage, einen Teil des tagsüber gewonnenen Stroms aus der Photovoltaik-Anlage aufzunehmen, um ihn dann nachts an die Bewohner des Gebäudes abgeben zu können.

Der Stromspeicher habe rund 25.000 Euro gekostet, etwa 10.000 Euro mehr als eine Lithium-Ionen-Batterie, erläutert Henle. Dafür aber sei das Gerät nachhaltiger und ökologischer. Der Landkreis Ebersberg hat das Projekt mit 3000 Euro gefördert, die Gemeinde Poing und die GWG Ebersberg mit jeweils 1000 Euro.

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