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Familienzentrum Poing ist jetzt auch „ZiM“ - Erstmals hauptamtliche Geschäftsstelle

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Von: Armin Rösl

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Die neue Geschäftsleiterin Sylvie Schramm (Mitte) mit den Vorstandsmitgliedern Bärbel Kellendorfer-Schmid (li.) und Susanne Knott (Vorsitzende).
Die neue Geschäftsleiterin Sylvie Schramm (Mitte) mit den Vorstandsmitgliedern Bärbel Kellendorfer-Schmid (li.) und Susanne Knott (Vorsitzende). © Johannes Dziemballa

Um zukunftsfähig bleiben zu können, hat sich der Verein Familienzentrum Poing neu aufgestellt und zwei Sparten gebildet: die Kitas und das „Zentrum in der Mitte“ (ZiM).

Poing – Der Verein Familienzentrum Poing hat sich neu aufgestellt, um auch künftig alle Angebote aufrecht erhalten zu können: Seit 1. Oktober gibt es eine Geschäftsstelle, die von einer hauptamtlichen Kraft geleitet. Sylvie Schramm ist für Organisation und Koordination der ehrenamtlichen Angebote sowie der Kurse im Familienzentrum verantwortlich. Außerdem soll die 36-Jährige den ehrenamtlichen Vorstand entlasten. Der hatte bereits im Frühjahr 2019 Alarm geschlagen – das Familienzentrum rein ehrenamtlich zu führen, sei nicht mehr machbar. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“ und „Wir können nicht mehr“ sagten die Vorsitzende Susanne Knott und das Vorstandsmitglied Bärbel Kellendorfer-Schmid damals bei einer Infoveranstaltung. Der 1988 gegründete Verein sei an seine Grenzen gelangt, mit rund 1600 Mitgliedern und all den Angeboten in Sachen Kinderbetreuung, Offener Treff, Kurse und Workshops für Familien. Hinzu kommen die drei Kindertagesstätten, die der Verein betreibt. Ohne eine hauptamtliche Kraft sei der Verein nicht mehr am Leben zu erhalten, hieß es damals.

Poing: Neuer Name ZiM, aber Familienzentrum als Verein bleibt

Der Vorstand bat Gemeinde und Gemeinderat um Hilfe bei der Finanzierung einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Das Familienzentrum hatte bereits einen entsprechenden Antrag ausgearbeitet, ihn aber nach mehreren Diskussionen und Gesprächen wieder zurückgezogen. Aus der Verwaltung und dem Gemeinderat war zu hören, dass das Familienzentrum eine solche Stelle selbst finanzieren müsse – so, wie es andere Vereine auch täten. Im Laufe der Jahre habe man dank anderer Fördermöglichkeiten eine Lösung gefunden, berichten Susanne Knott (Vorsitzende) und Bärbel Kellendorfer-Schmid (Vorstandsmitglied) jetzt.

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Im November 2021 begann der Verein mit Unterstützung der Strategie- und Managementberatung Nordlicht aus Hamburg, eine strategische Neuausrichtung auf die Beine zu stellen. Jetzt, ein Jahr später, ist der Prozess abgeschlossen. Mit dem Ergebnis, dass das Familienzentrum als Dachverein der beiden Sparten Kindertagesstätten und Zentrum in der Mitte agiert. Letzteres ist der neue Begriff für die Angebote und Aktivitäten im Bürgerhaus, wo das Familienzentrum nach jahrelanger Odyssee und zahlreichen kleinen und behelfsmäßigen Standorten von der Gemeinde Poing sein festes Zuhause bekommen hat. Seit 20. April 2009 ist das Familienzentrum im Gebäude im Zentrum von Poing. Daraus entstand jetzt der Name: Zentrum in der Mitte (ZiM).

Poing: Sylvie Schramm ist jetzt Geschäftsleiterin

Sylvie Schramm, Geschäftsleiterin des ZiM, ist Sozialbetriebswirtin, Heilpädagogin, Heilerziehungspflegerin und: Mutter von zwei Kindern. „Sie passt perfekt zu uns“, sagen Knott (60) und Kellendorfer-Schmid (62) über die 36-Jährige aus München, die zuletzt eine stationäre Jugendhilfe-Einrichtung in Ottobrunn geleitet hat.

In der ZiM-Geschäftsstelle ist Schramm für 20 Stunden hauptamtlich angestellt. Hier koordiniert sie unter anderem die gut 40 Ehrenamtlichen, die im Verein tätig sind. Im offenen Treff an der Café-Theke zum Beispiel, im Secondhand-Laden für Kinderkleidung, in Sprachkursen und bei der Kinderbetreuung. Die zweite Sparte, die Kindertagesstätten, werden seit Jahren schon von einer eigenen Geschäftsleiterin geführt: Ingrid Kastner. Sie verantwortet die drei Kitas, in denen rund 55 Mitarbeitende tätig sind und etwa 300 Kinder betreut werden.

Poing: Verein neu ausgerichtet, um zukunftsfähig zu sein

„Mit der Neuausrichtung haben wir den Verein in eine Struktur gebracht, die gut ist für die Zukunft“, resümiert Vorsitzende Susanne Knott. Nicht nur für den Verein selbst, sondern auch für Zukunft der Gemeinde allgemein. Denn: Poing ohne Familienzentrum ist nicht mehr vorstellbar. Als wichtiger Anlaufpunkt für Familien – seit diesem Jahr auch für Familien, die aus der Ukraine geflüchtet und in Poing untergebracht sind. „Hier herrscht eine sehr herzliche Atmosphäre“, sagt die neue Geschäftsleiterin Sylvie Schramm über ihre ersten Eindrücke im ZiM. Und er besteht keine Angst mehr wie vor drei Jahren, dass der Verein aufgelöst werden müsste.

Kontakt
Die ZiM-Geschäftsleiterin Sylvie Schramm ist im Büro im Bürgerhaus erreichbar unter Telefon (08121) 71771, sowie per E-Mail: schramm@zim-poing.de

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