Kirche unter Sternenhimmel
+
Milchstraße über der Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer.

Fotoausstellung

Poing im Mond- und Laternenschein

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Eine Vernissage war wegen Corona nicht möglich: Seit Freitag ist im Poinger Rathaus die Fotoausstellung "Poing bei Nacht" zu sehen. 54 tolle Bilder.

Nachts sind alle Katzen grau, nachts erscheinen Bauwerke in einem anderen Licht. Und sind dann manchmal gar nicht so grau, wie tagsüber. „Die neue Bahnunterführung ist nicht hässlich“, sagt Martin Köbele. Sie sei eine „abstrakte und künstlerische Sache“, die insbesondere bei Nacht und Beleuchtung schön zum Vorschein komme. Der 42-jährige Poinger war während des Corona-Lockdowns dutzende Nächte in Poing unterwegs, allein, alles war wie ausgestorben. Mit dabei hatte er Kamera, Stativ und von ihm selbst entwickelte Stativschellen. „Poing bei Nacht“ lautet der Titel der Fotoserie, die ab Montag im Rathaus ausgestellt ist. Anschließend, von 2. bis 21. November, im City Center.

Die neue Unterführung am S-Bahnhof.

Bahnunterführung, Schulgebäude, Straßen, Bergfeldpark, Kirchen – Martin Köbele ist nachts durch Poing spaziert und hat mit unterschiedlich langer Belichtungszeit fotografiert. Oftmals mit Blick in den Sternenhimmel, inklusive Komet Neowise, der im Juli zu sehen war, und Mond. „Ich liebe Mond“, sagt Köbele.

Vollmond über Poings Stonehenge

54 Fotos umfasst die Bilderschau, die allerdings aufgrund von Corona nicht, wie sonst bei Ausstellungen im Rathaus, ohne Terminvereinbarung zu sehen ist. Nach wie vor gilt aufgrund der Corona-Pandemie: Ins Rathaus darf nur, wer einen Termin hat. Wer die Ausstellung sehen möchte, kann sich im Kulturamt bei Kulturreferentin Birgitta Nagel melden. Sie freut sich ebenso wie Bürgermeister Thomas Stark, dass Martin Köbele trotz dieser Umstände die Bilder aufgehängt hat. Eigentlich hätte an diesem Samstag die „Lange Nacht der Gefühle“ stattfinden sollen, sie wurde wegen Corona abgesagt. Zu dieser Kulturveranstaltung hätte eine Vernissage der Fotoausstellung stattfinden sollen. Nun ja, immerhin gibt es die „Nacht in Poing“ auf Bildern. Die zusätzlich ab 2. November im Flur des City Centers ausgestellt werden.

Kreisverkehr vor Stahlgruber-Zentrale.

Wer sich ein Nachtmotiv nach Hause holen möchte, kann dies tun: Martin Köbele verkauft die Bilder, auf Wunsch zieht er Motive in Postergröße. Mit dem Fotografieren hat er, der hauptberuflich als Teamleiter bei BrainLab arbeitet, vor ein paar Jahren begonnen, erzählt der 42-Jährige. Mittlerweile ist aus dem Hobby eine Nebenbeschäftigung geworden, Köbele ist buchbar für Fotos und Anlässe jeder Art, beispielsweise Hochzeiten und Porträts. Darüber hinaus hat er eigene Stativschellen entwickelt und vertreibt diese, damit ein Bild tatsächlich auch bei Langzeitbelichtung nicht verwackelt ist.

Glockenturm der evangelischen Christuskirche.

„Poing hat so viel zu bieten“, sagt Martin Köbele und meint damit die Vielzahl an Motiven unterschiedlichster Art. Über die neue katholische Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer sagt er: „Sie ist extrem fotogen.“ In das Bauwerk habe er sich fast schon verliebt, weil sie aus verschiedenen Positionen und Perspektiven immer wieder neues bietet.

Poings Kulturreferentin Birgitta Nagel und Fotograf Martin Köbele.

Ebenso die neue Bahnunterführung. Aus unterschiedlichen Winkeln betrachtet, ergeben sich ungewöhnliche Motive, sagt Köbele. Was scheinbar hässlich ist (klar, über Geschmack kann man sowieso grundsätzlich streiten), wirkt bei Nacht fast schon magisch. Der Poinger hat es mit seinen Bildern geschafft, die Gemeinde und einige Bauwerke als Gesamtkunstwerk abzubilden.

Wer mehr über die Arbeit von Martin Köbele erfahren möchte: www.mkoebele.de www.stativschellen.de

Auch interessant

Kommentare