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Der Frauenbund war die erste Organisation, die in Poing eine Kinderbetreuung angeboten hat – vor 40 Jahren. Am Samstag wird runder Geburtstag gefeiert. 

40 Jahre Frauenbund  

Poings erste Kinderbetreuung feiert

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Vorreiter der heutigen Kinderbetreuung in Poing war der Frauenbund. Vor 40 Jahren hatten sich Mütter zusammengetan, um für sich und für Kinder ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. 

Poing – Rosemarie Obermaier schmunzelt, als sie sagt: „Die Männer sind gar nicht gefragt worden.“ Als sie und 21 weitere Poingerinnen am 5. April 1978 den Frauenbund gegründet haben, waren die Zeiten noch andere. Die Väter sind in die Arbeit gegangen, die Mütter blieben zuhause bei den Kindern. Eine Kleinkindbetreuung (für Kinder im Vor-Kindergartenalter) gab es damals noch nicht in Poing, auch sonst sei nichts los gewesen, erinnert sich die heute 79-jährige Obermaier.

Nach den ersten Treffen stellte der Frauenbund eine Kinderbetreuung auf die Beine, einmal die Woche. „Damit die Mütter mal Zeit haben, um beispielsweise zum Einkaufen, zum Friseur oder zum Arzt zu gehen“, erzählt Rosemarie Obermaier, die im ersten Vorstand und viele Jahre lang Schriftführerin gewesen war. Außerdem bot der Frauenbund Märchenstunden für Kinder an, für die Mütter selbst „Kultur- und Ausflugsfahrten mit Niveau“, berichtet sie. Eine Kegelgruppe und weitere Treffen kamen ebenfalls hinzu.

Treibende Kraft für die Gründung des Poinger Frauenbundes war Irene Kredatus, pensionierte Lehrerin, die mit ihrem Elan den damaligen Pfarrer Alfons Langwieder mit ihrem Ansinnen schier überrollt habe, erzählt Rosemarie und schmunzelt erneut. Er habe sich quasi gar nicht wehren können und erklärte sich bereit, Kredatus, Obermaier sowie Brigitte Fritzmeier und Theresia Orth im Auto nach München mitzunehmen (Obermaier: „Damals hatte ja noch nicht jede Frau ein Auto“), wo es bereits einen Frauenbund gab. Dort holten sich die Poingerinnen die notwendigen Informationen für die Gründung.

Dass es der katholische Frauenbund geworden ist, sei Zufall gewesen, erzählt Rosemarie Obermaier. „Wir haben im Telefonbuch nach Organisationen und Vereinen gesucht, die es schon gibt. Da sind wir in München auf den Frauenbund gestoßen.“ Bald darauf hatte Poing eine eigene Gruppe.

Die feiert an diesem Samstag, 21. April, ihren 40. Geburtstag. Das Fest beginnt um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche, anschließend wird im Pfarrheim St. Michael (Schulstraße 29c) weltlich gefeiert.

In den vergangenen Jahren hat sich der Frauenbund verändert: Die 125 Mitglieder sind fast allesamt älteren Semesters, Kinderbetreuung wird seit zehn Jahren nicht mehr angeboten. Mittlerweile ist die Gemeinde Poing bestens versorgt mit Kindertagesstätten, für Mütter bzw. Familien gibt es ebenfalls zahlreiche Angebote, sodass sich der Frauenbund auf andere Aktionen konzentriert. Beispielsweise Osterkerzen verzieren, Palmbuschen binden, gesellige Feiern sowie zwei Treffen pro Monat im Pfarrheim.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist genau so stark wie in den Anfangszeiten. Rosemarie Obermaier betont, dass der Frauenbund auch heute noch ein guter Ort für Frauen jeden Alters sei, um sich mit anderen zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen. „Durch den Frauenbund bin ich viel selbstständiger geworden“, erzählt die 79-Jährige, die viele Jahre lang in Neufarn einen Antiquitätenladen für Möbelstücke betrieben hat. Sie und ihre Mitstreiterinnen waren Vorreiter für viele soziale Einrichtungen und Vereine wie Kindergärten und Familienzentrum.

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