Eine Friseurin mit Maske an einer Puppe.
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Auszubildende dürfen weiterhin üben - an Modellen bzw. Puppenköpfen im Salon.

Fünf Anzeigen innerhalb einer Woche

Trotz Lockdown: Bei diesem Friseur in Bayern wird gearbeitet - ganz legal

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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In manchen Friseursalons wird auch im Lockdown gearbeitet. Ganz legal. Obwohl Anzeigen eingegangen sind und die Polizei da war. Wie das geht? Ein Beispiel in Poing.

Poing – Insgesamt fünf Anzeigen habe es in den vergangenen Wochen gegeben, erzählten Kathrin und Johannes Mittermeier sowie Carlos Barroca. Sie sind Geschäftsführer der drei Unison-Friseursalons in Poing sowie jeweils einem Salon in München und in Erding. Weil in den Salons immer mal wieder Licht brennt, Menschen ein- und ausgehen und drinnen tatsächlich gearbeitet wird, sei dies von Unbekannten bei der Polizei gemeldet worden.

Lockdown in Bayern: Allein fünf Anzeigen in einer Woche - doch bei diesem Friseur wird gearbeitet

Die Geschäftsführer geben im Gespräch mit unserer Zeitung unumwunden zu, dass in den Salons gearbeitet wird. Während des Corona-Lockdowns, in dem für Friseure Arbeitsverbot besteht. Aber: Es handelt sich nicht um illegale Schwarzarbeit, sondern um ganz legale Tätigkeiten.

„Die Ausbildung unserer Azubis muss ja weitergehen“, sagen Kathrin und Johannes Mittermeier. Die insgesamt sieben Auszubildenden üben in den Salons, an Modellköpfen, sprich: Puppen. Unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln. Andere Friseursalons machen das ebenso.

Sie erläutern, warum in ihren Friseursalons in Poing gearbeitet wird: die Geschäftsführer (v.li.) Carlos Barroca, Kathrin und Johannes Mittermeier. 

Die Übungseinheiten unter Anleitung seien insbesondere für jene Azubis wichtig, für jetzt bald die Prüfung ansteht, so die Geschäftsführer. Zusätzlich, erläutern Kathrin und Johannes Mittermeier sowie Carlos Barroca, dürfe jeder Prüfling ganz offiziell auch ein echtes Modell haben, sprich: einen echten Menschen.

Corona in Bayern: Friseur-Lehrlinge dürfen vor der Prüfung arbeiten

Als Übungs- und Prüfungsstück. „Aber immer nur denselben, keine verschiedenen“, fügen die drei Friseurmeister hinzu. Bedeutet: An diesem einen echten Kopf übt immer nur ein und derselbe Azubi, egal, welche Haarschnitte.

Übungsmodell.

In Deutschland gibt es 80.000 Friseurbetriebe mit 240.000 Mitarbeitern. Seit Mitte Dezember sind die Salons wegen der Corona-Pandemie geschlossen. In Bayern sind nicht nur die Betriebe geschlossen, sondern die Dienstleistung als solches ist verboten. Sprich: auch Hausbesuche. „Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen Anfragen, ob sie nicht auf einen Kaffee vorbeikommen wollen“, erzählen Kathrin und Johannes Mittermeier.

Corona in Bayern: 80 000 Friseursalons seit Mitte Dezember geschlossen - auch keine Hausbesuche

Auf einen Kaffee und Haare schneiden. Darauf geht keiner ein, das wäre Schwarzarbeit. In den insgesamt fünf Unison-Salons, die die beiden betreiben, sind rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Derzeit sind alle in Kurzarbeit, tatsächlich tätig sind sie nicht – ausgenommen der Azubis und Kathrin Mittermeier selbst.

Sie hat eine Zusatzausbildung und Krankenkassenzulassung für Zweithaar, sie darf aus medizinischen Gründen arbeiten. Beispielsweise für Krebspatienten, die aufgrund Chemotherapie die Haare verlieren. Diese Arbeit aber auch nur dann, wenn ein Rezept vom Arzt vorliegt.

Distanzunterricht mit dem Microsoft-System Teams: Da blickt nicht jeder durch. In der Grundschule in Pliening funktioniert‘s, weil engagierte Eltern Lehrer und Eltern unterstützen. An einem beliebten Spazierweg in der Gemeinde Bruck hängt hingegen ein gutes Dutzend toter Füchse an Holzstangen vor einem Bauernhof. Spaziergänger reagieren schockiert. Das steckt dahinter. Alles aus der Region gibt‘s im Ebersberg-Newsletter.

(Von Armin Rösl)

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