Projekt „brotZeit“

Frühstückshelfer dringend gesucht

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Jeden Tag gibt es in der Seerosenschule Poing kostenlos Frühstück für Kinder. Zubereitet von engagierten Senioren. Jetzt hört ein Helfer-Paar auf, Nachfolger dringend gesucht.

Poing – Manche Kinder kommen in der Früh noch im Schlafanzug in die Schule, oder mit zwei verschiedenen Schuhen. Und mit viel Hunger. „Manche Kinder sind echt arme Teufel“, sagt Karl Ketterl. Der 65-Jährige und seine Frau Ingrid (67) bereiten seit sechs Jahren in der Poinger Seerosenschule Frühstück zu, für bedürftige und hungrige Schüler. Aktuell sind es um die 50, die regelmäßig vor Unterrichtsbeginn in der Mensa kostenlos frühstücken. „Es gibt auch Kinder, die acht Toasts wegessen“, erzählt das Ehepaar.

Seit sechs Jahren gibt es am Sonderpädagogischen Förderzentrum das Projekt „brotZeit“, das von der Schauspielerin Uschi Glas ins Leben gerufen wurde und bis heute geleitet wird. Mittlerweile bietet der Verein das Frühstück bundesweit in Schulen an, finanziert aus Spenden und staatlichen Fördergeldern. Und tatkräftig unterstützt von Senioren. Wie in Poing.

Doch das Ehepaar Ketterl hört aus zeitlichen Gründen zu den Osterferien auf mit seinem ehrenamtlichen Engagement. Schweren Herzens, wie Ingrid und Karl Ketterl zugeben. „Es macht schon sehr viel Spaß“, sagen sie. Für viele Kinder sind sie eine Art Ersatz-Oma und -Opa geworden. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag machen die Ketterls Dienst, von 7 Uhr bis etwa 9 Uhr. Die offiziellen Aufgaben: Frühstück zubereiten und ausgeben, den Kindern beim Frühstücken helfen. Inoffiziell: Ein Ohr für die Kinder haben, mit ihnen ratschen, einfach für sie da sein.

Dienstag und Donnerstag übernehmen in der Seerosenschule zwei weitere Senioren, die auch erhalten bleiben. Doch für die Ketterls sucht „brotZeit“ nun Ersatz. „Es wird sich doch in dem großen Poing jemand finden“, hofft Karl Ketterl. Falls nicht, müsste der Dienst vorübergehend zurückgefahren oder, im schlimmsten Fall, gar eingestellt werden, befürchtet Projektkoordinatorin Christine Eidenschink vom Personaldienstleister DIS AG, der für den Verein „brotZeit“ Senioren als Helfer vermittelt.

Wie dringend notwendig das Frühstücksprojekt ist, zeigen Beispiele, die Eidenschink von Münchner Schulen sowie die Ketterls aus ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Poing berichten. Manche Kinder dürften in der Früh kein Licht anmachen, „weil die Eltern ihren Rausch ausschlafen“, und sind auf sich alleine gestellt. So komme es vor, dass Kinder mal im Schlafanzug oder in verschiedenen Schuhen in die Schule kommen. Und sehr hungrig.

Senioren, die Interesse haben, bei „brotZeit“ in der Poinger Seerosenschule mitzumachen, melden sich bei Projektkoordinatorin Christine Eidenschink, unter Telefon (089) 205074-660, oder per E-Mail an: Christine.Eidenschink@dis-ag.com.

Rubriklistenbild: © rm

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