Eine Frau mit Kissen
+
Immer fröhlich, auch in Corona-Zeiten: die gebürtige Brasilianerin Vera Scherpf.

Idee in Corona-Zeiten

Für Farbe, Fröhlichkeit - und gegen Umsatzverlust: Friseurmeisterin näht jetzt Kissen und Baguette-Beutel

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Um Umsatzverluste auszugleichen, aber auch, um Farbe in diese Zeiten zu bringen, näht Friseurmeisterin Vera Scherpf jetzt. Kissen - und eine eigene Idee.

Poing – Die Tür geht auf, Vera Scherpf lächelt und begrüßt mit den Worten: „Mir ist nicht langweilig!“. Die Poingerin ist Friseurmeisterin mit eigenem Salon, wie alle im Lande hat sie ihren Betrieb wegen Corona geschlossen. Fröhlich ist sie dennoch. Ist sie eigentlich immer. „Ich bin kreativ, ich habe so viel Temperament“, sagt die gebürtige Brasilianerin, die seit vielen Jahren in Poing lebt und arbeitet. Hauptberuflich als Friseurmeisterin, schon immer ist sie außerdem freischaffende Künstlerin. Malt große und kleine Bilder voll Leben und Farbe – jetzt näht sie. Kissen und (eine eigene Idee) Baguette-Beutel.

Poing: Altes Hobby wieder aufgenommen

Aus Stoffresten, aus Spenden sowie aus selbstgekauften Stoffen näht Vera Scherpf individuelle Kissen und längliche Beutel, in denen ein Baguette passt. Wiederverwendbar und somit ein kleiner Beitrag, beim Bäcker Verpackung zu sparen.

„Jedes Stück ist ein Unikat“, sagt Scherpf und zeigt auf die Kissen (bislang hat sie ungefähr 100 genäht, viele bereits verkauft) und Beutel aus Baumwolle und Leinen. Mit Blumen, Schmetterlingen und anderen Motiven. Bunt und fröhlich. „Ich möchte den Menschen in diesen traurigen Zeiten etwas Farbe geben“, sagt sie. Als selbstständige Friseurmeisterin ist für sie ebenso wichtig: „Durch den Verkauf versuche ich, den Verlust aufzufangen.“ Den Verlust durch den geschlossenen Friseursalon.

Zuhause rumsitzen und nichts tun, da werde ich verrückt.

Vera Scherpf

Einige Stammkunden hätten ihr angeboten, das Geld, das sie normalerweise bei ihr zum Haareschneiden lassen, einfach so zu überweisen. Als Unterstützung. „Das ist sehr nett, aber ich will das nicht“, sagt Vera Scherpf. Viel lieber ist sie kreativ und verkauft Kissen und Baguette-Beutel. Vor allem die bunten Kissen seien gefragt, erzählt die Poingerin: „Jetzt, in diesen Zeiten, dekorieren viele Leute ihre Wohnung um.“

Als Jugendliche und junge Erwachsene in Brasilien habe sie viel genäht, erzählt sie. Jahrzehntelang habe sie dieses Hobby ruhen lassen, jetzt hat sie es wieder hervorgeholt – und sich eine Nähmaschine gekauft. „Ich muss was tun. Zuhause rumsitzen und nichts tun, da werde ich verrückt“, sagt Vera Scherpf. Mit einem Lachen fügt sie hinzu: „So viel Hausarbeit gibt’s ja gar nicht, um sich dauernd nur damit zu beschäftigen.“

Kontakt zu Vera Scherpf ist möglich über Facebook und Instagram, jeweils unter: „Vera Scherpf - Die kleine Galerie.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare