Ausgerechnet vor Ostern

Geflügelpest: Poing ist jetzt Sperrbezirk - Umgebung als Beobachtungsgebiet - Eierverkauf untersagt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
    schließen

Nach einem Ausbruch der Geflügelpest in Poing wurde ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet festgelegt. Eierverkauf ist vorerst verboten. Ausgerechnet vor Ostern.

Der vom Landratsamt Ebersberg aufgrund einer EU-Richtlinie festgelegte Sperrbezirk.

Poing – Nachdem in einer kleineren Geflügelhaltung in Poing ein Ausbruch der Geflügelpest festgestellt worden ist (wir berichteten), muss das Veterinäramt nun doch die Geflügelpest-Verordnung vollziehen und einen Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet einrichten. Das teilte das Landratsamt Ebersberg am Mittwoch mit. Wegen des begrenzten Ausbruchsgeschehens und weil mit großer Sicherheit geklärt werden konnte, wie das Virus in den Betrieb gekommen ist, habe die Kreisbehörde versucht, eine Ausnahme zu erwirken. Das sei nicht möglich, weil die für die Geflügelpest-Verordnung gültige EU-Richtlinie eingehalten werden müsse. „Das Ergebnis enttäuscht uns und wir bedauern es sehr, dass in diesem speziellen Fall keine Ausnahme möglich ist und die Geflügelpest-Verordnung eins zu eins umgesetzt werden muss“, so Brigitte Keller, Stellvertreterin des Landrats Robert Niedergesäß im Amt.

Rot ist der Sperrbezirk, blau das Beobachtungsgebiet.

Aufgrund dessen ist nun ein Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet eingerichtet worden. Für beide Gebiete gelten strenge Regeln und Auflagen, unter anderem dürfen weder Geflügelfleisch noch Eier verkauft werden. Alle Informationen hierzu stehen im Internet unter www.lra-ebe.de.

Geflügelpest

Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen Vögeln, die durch hoch pathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Sie ist eine in der Tiermedizin seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannte Infektionskrankheit, die bevorzugt Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie Enten und Gänse befällt.

Diese „Vogelgrippe“, wie sie in der Öffentlichkeit bezeichnet wird, ist eine Tierseuche, welche bei Einschleppung in Nutzgeflügelbestände hohe Verluste verursachen kann und deshalb frühzeitig Maßnahmen erfordert. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

(Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)

Wie das Landratsamt mitteilt, ist das Veterinäramt in engem Kontakt mit betroffenen Betrieben. Einige von ihnen hätten bereits einen Antrag beim Landratsamt gestellt, dass sie weiterhin Eier verkaufen dürfen. Die Anträge werden derzeit in der Behörde geprüft. „Gerade jetzt vor Ostern wäre der wirtschaftliche Schaden für die Betriebe enorm, ich hoffe, dass wir einer Ausnahme zustimmen können“, kommentiert Keller.

Poing: Im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet dürfen keine Eier und kein Frischfleisch verkauft werden

Der Sperrbezirk erstreckt sich über das gesamte Gemeindegebiet von Poing mit Ausnahme des Ortsteils Grub, das Gemeindegebiet von Pliening südlich der Staatsstraße 2082 und der Staatsstraße 2332. Weiter auf das Gebiet von Markt Schwaben südwestlich der Staatsstraße 2332 und westlich der Staatsstraße 2081. In Anzing ist das Gemeindegebiet westlich der Staatsstraße 2081 betroffen und nördlich der Kreisstraße EBE 5, außerdem die Ortsteile Staudach, Ziegelstadel und Höggerloh. Aus der Gemeinde Vaterstetten liegt der Ort Neufarn im Sperrbezirk.

Als Beobachtungsgebiet wurden im Landkreis Ebersberg die folgenden Bereiche festgelegt: Das gesamte Gebiet von Markt Schwaben und Anzing, das nicht in der Sperrzone liegt. Das Gemeindegebiet von Forstinning, der Ortsteil Neupullach der Gemeinde Hohenlinden, der Bereich westlich von Lindach Geräumt im Ebersberger Forst, der Eglhartinger Forst und der Anzinger Forst. Ferner der Kirchseeoner Ortsteil Eglharting, das gesamte Gemeindegebiet von Zorneding und das übrige Gebiet von Vaterstetten, das nicht im Sperrbereich liegt und der Poinger Ortsteil Grub.

Rubriklistenbild: © Landratsamt Ebersberg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare