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Die seismographische Auswertung des Poinger Bebens durch die die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Schock am Morgen

Erdbeben östlich von München: Hier war das Epizentrum 

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Poing - Ein lauter Knall holte am frühen Mittwochmorgen viele Poinger vorzeitig aus dem Schlaf. Der Grund: ein leichtes Erdbeben mit Epizentrum in der Nordgemeinde. Der Grund ist inzwischen wohl bekannt.

Bereits am frühen Morgen meldeten sich viele erschrockene und verwunderte Leser bei der Ebersberger Zeitung, die sich über einen lauten Knall gegen 6:30 Uhr morgens wunderten. Die Spekulationen reichten von einem Bundeswehr-Jet, das die Schallmauer durchbrochen haben könnte über eine Explosion bis hin zu kuriosen Erklärungsversuchen: „Das waren bestimmt Aliens“, schreibt ein Leser, gefolgt von einem Schmunzel-Smiley. „Hat der Nikolaus wieder Blähungen gehabt“, vermutet ein anderer Nutzer, wohl nicht ganz ernst gemeint, angesichts des Nikolaustags am vorherigen Tag.

Bei der Polizei Poing sind nach Auskunft von Inspektionschef Helmut Hintereder keine Anrufe wegen des Knalls eingegangen - so weit reichte die Besorgnis der Anwohner offenbar doch nicht. „Ich wohne selber nicht in Poing“, so der Polizeichef. Im morgendlichen Bericht seien jedoch keine entsprechenden Anrufe vermerkt gewesen.

Anwohner berichten, die Gläser im Schrank hätten gewackelt

Auch einige Poinger schreiben auf der Facebook-Seite der Ebersberger Zeitung, sie hätten von dem frühmorgendlichen Knall nichts mitbekommen. Andere berichten sogar davon, dass die Gläser im Schrank oder das Bett gewackelt hätten. Auch Leser aus Heimstetten und Gelting geben an, den Knall gehört zu haben.

Der Ursache am nächsten kam die Facebook-Nutzerin mit der Vermutung „Hat sich angefühlt wie ein Erdbeben“. Denn tatsächlich meldete am Vormittag die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, dass um exakt 6.28 Uhr Ortszeit in der Gemeinde Poing die Erde bebte. 

Stärke 2,7 bzw. 2,1 auf der Richterskala gemessen

Sogar das genaue Epizentrum des Erdstoßes konnte die Österreichische Messanstalt bestimmen: mitten im Poinger Ortsteil Grub, in sechs Kilometern Tiefe. Glück nur, dass sich das Ausmaß des Bebens im kleinen Rahmen hielt: Auf der Richterskala erreichte es die Stärke 2,7. Damit liegt es an der unteren Grenze dessen, was Menschen überhaupt spüren.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit, man befinde sich derzeit noch mit dem Bayerischen Erdbebendienst „in einem Abklärungsprozess, ob die Messung auf eine Geothermie-Bohrung zurückzuführen“ oder durch ein natürliches Beben ausgelöst worden sei.

Der Bayerische Erdbebendienst hat am Vormittag noch keinen offiziellen Bericht zum Poinger Beben veröffentlicht. „Der kommt noch“, versicherte Joachim Wassermann, Leiter der Abteilung Seismologie des Geophysikalischen Observatoriums in Fürstenfeldbruck, auf Anfrage. Sein Haus sei derzeit noch mit der genauen Lokalisierung des Bebens beschäftigt. Für den Seismologen Wassermann steht der Grund für den Erdstoß aber fest: „Das Beben ist ziemlich sicher von Geothermie-Bohrungen verursacht worden.“ Anlass für die Vermutung sei die räumliche Nähe zu bestehenden Bohrstellen auf Poinger Gemeindegebiet.

Mittags landete dann eine Meldung auf erdbeben-in-bayern.de. Demnach befindet sich hier das Epizentrum:

Der Dienst gibt die Stärke mit „nur“ 2,1 an und die Tiefe mit sieben Kilometern.

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