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Die Geothermie-Anlage in Poing wird stufenweise wieder hochgefahren.

Keine klare Ursache gefunden

Geothermie in Poing startet wieder - obwohl weitere Erdbeben möglich sind

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Die Bayernwerk Natur GmbH wird ihre Geothermie-Anlage in Poing wieder in Betrieb nehmen. Sie war vom Netz genommen worden, nachdem mehrere Erdbeben Pong aufgeschreckt hatten. 

Poing - Die Regierung von Oberbayern hat die Erlaubnis, die Geothermie-Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Gutachten ist zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Gefahr besteht.

In einer Hinsicht ist das Ergebnis des Gutachtens enttäuschend: Es konnte keine eindeutige Ursache für die Erdbeben in Poing gefunden werden. „Mikroseismologische Ereignisse“ nennen Experten die Erdstöße, die im Dezember 2016 zweimal und am9. September ein drittes Mal in Poing und Umgebung aufgetreten sind. „Mikro-Beben“, bei denen es laut Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) in Hannover sehr schwer sei, die Gründe exakt zu bestimmen.

Weil nach dem Erdstoß am 9. September dieVerunsicherung in der Bevölkerung groß war, hat das Energieunternehmen Bayernwerk die Geothermie-Anlage am 11. September vorläufig außer Betrieb gesetzt. Jetzt wird sie wieder hochgefahren. Hierzu hat die Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde die Erlaubnis erteilt – so steht es in einer Pressemitteilung der Regierung vom Freitag.

Grundlage für die Wiederaufnahme des Betriebs ist das Ergebnis des LIAG-Gutachtens, welches jetzt feststeht. Im Schreiben der Regierung heißt es: „Eine eindeutige Ursache für die Mikro-Beben konnte zwar nicht identifiziert werden. Jedoch konnte das Gutachten die bisherigen Beben eindeutig als ungefährlich einstufen. 

Prof. Inga Moeck, die als Sachverständige beim LIAG verantwortlich ist, empfahl dem Betreiber ein stufenweises Wiederanfahren der Geothermie-Anlage mit einer ausgeweiteten seismologischen Begleitung. Beispielsweise soll die Anzahl der Messstationen weiter erhöht werden, um detailliertere Auswertungen der lokalen Seismizität zu ermöglichen. Hierfür wird das Unternehmen ab sofort täglich Daten mit dem Geophysikalischen Observatorium der Ludwig-Maximilians-Universität München austauschen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung intensiv über die geophysischen Ereignisse informiert werden. Unter diesen Voraussetzungen und mit Blick auf die Tatsache, dass von den Beben keinerlei Gefahr für die Bevölkerung ausgeht, haben das Bergamt Südbayern – das ein Teil der Regierung von Oberbayern ist – als Aufsichtsbehörde der Geothermie-Anlage sowie die bei der Vorstellung des Gutachtens anwesenden Behörden und Fachstellen keine Einwände gegen das geplante Vorgehen erhoben.“

Gutachterin hält weitere Erdbeben für möglich

In einer weiteren Stellungnahme (dieses Mal vom Bayernwerk) wird Gutachterin Inga Moeck wie folgt zitiert: „Es gibt Indizien, die für einen Zusammenhang der seismischen Ereignisse mit der Geothermie-Anlage sprechen, und es gibt Indizien, die dagegen sprechen.“ Für einen Zusammenhang spreche insbesondere die Nähe der einzelnen Beben zur Injektionsbohrung. In den Gesteinsschichten gäbe es lokale Spannungen, die durch den Geothermie-Betrieb gelöst werden könnten. Das wäre Moeck zufolge eine mögliche Erklärung für die Ursache der Beben. Eine eindeutige kausale Kette, die zu den seismischen Ereignissen führe, sei jedoch nicht nachweisbar. Nichtsdestotrotz sagt die Gutachterin: Während des Geothermie-Betriebs könnten weitere Erdstöße auftreten.

Vertrauen der Bevölkerung ist erschüttert

Werner Dehmel, Geschäftsführer der Bayernwerk Natur, erklärte am Freitag: „Das Vertrauen der Bürger in die Nutzung der Geothermie in Poing hat durch die wiederholten Beben stark gelitten. Wir sind daher froh, dass nun eine erste gutachterliche Bewertung der Beben vorliegt. Laut Gutachten kommt die Anlage als Auslöser der Mikrobeben in Betracht. Damit ist das so.“ Eine Diskussion nach dem Motto „sind wir es oder nicht“ bringe niemanden weiter. „Auf Basis der Gutachtenergebnisse müssen wir ehrlich sagen, dass bei den örtlichen Bodengegebenheiten neuerliche Mikrobeben nicht auszuschließen sind. Die wichtigste Botschaft lautet aber, dass von den Beben und der Anlage keine Gefahr ausgeht“, so Dehmel.

Zur Bewertung von Schäden an Gebäuden, die Bürger gemeldet hatten, werden bauliche Gutachten auf den Weg gebracht, informiert der Geschäftsführer der Bayernwerk Natur: „Wir nehmen die Schadensmeldungen ernst und kümmern uns darum.“ Auch die Poinger Schule war bei dem Beben beschädigt worden.

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