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Beste Laune : Beim „Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier“ im Poinger Familienzentrum machten insgesamt 28 Teilnehmer mit. Als Preise gab‘s Spiele. 

Spieleabende 

Gesellige Alternative zum Fernseher

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Seit 15 Jahren veranstaltet das Familienzentrum Poing Spieleabende für Jugendliche und Erwachsene. Und schon zum vierten Mal gab‘s jetzt ein „Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier“. Hier lernt man fürs Leben.

Poing – Was ist das: Kinder und Erwachsene sitzen an Tischen, manchmal herrscht minutenlang Totenstille, plötzlich ertönt ein verärgerter Schrei, dann Jubelgeheul, ab und zu steht jemand auf und geht unruhig auf und ab? Es ist das „Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier“, das am Sonntag zum vierten Mal im Poinger Bürgerhaus stattgefunden hat. 28 Teilnehmer im Alter von sieben bis über 60 spielten um den Sieg – und versuchten mehr oder weniger erfolgreich, sich nicht zu ärgern.

„Das Schöne ist, wenn Eltern mit ihren Kindern spielen. Dabei lernen die Kinder viel, auch, zu verlieren“, sagt Daniela Hellmann. Sie und ihr Mann Josef organisieren dieses Turnier jedes Jahr im Auftrag des Familienzentrums. Außerdem veranstalten sie zusammen mit Inge Nausch die regelmäßigen Spieleabende im Bürgerhaus. „Beim Spielen lernt man auch andere Dinge, wie zum Beispiel das Zählen“, berichtet Daniela Hellmann. Nicht nur deshalb seien Brettspiele wie „Mensch-ärgere-dich-nicht“ auch für Asylbewerber, die zu den Spieleabenden kommen, sehr hilfreich. Und: Die Regeln genau für dieses Spiel sind relativ einfach zu verstehen. Anders ausgedrückt: Hier können Schutzsuchende spielend Deutsch lernen.

Die Spieleabende des Familienzentrums feiern heuer ihren 15. Geburtstag. Aus diesem Anlass werde es im Sommer einen Jubiläumsabend geben, kündigt Hellmann an. Die Lust am Spielen scheint ungebrochen: Am Anfang waren es eine Handvoll Teilnehmer, mittlerweile kommen zu jedem Treffen minimum 15 bis zu knapp 30 Besucher ins Café des Familienzentrums. Darunter immer wieder Jugendliche ab etwa 13 Jahren.

Gespielt wird, was Spaß macht. Die einen zerbrechen sich stundenlang die Köpfe bei Strategiespielen, die anderen bevorzugen Karten- oder andere nicht zu komplizierte Spiele. „Das sind meistens wir Frauen, weil wir zwischendurch immer mal wieder Pause machen und ratschen“, erzählt Daniela Hellmann und lacht.

Die schöne Botschaft: In Zeiten von sozialen Medien und unzähligen Fernsehsendern kann man einen Samstagabend auch mal anders verbringen. Von wegen: Spielen ist nur was für Kinder.

Beim „Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier“ gab es Sieger in zwei Kategorien: Kinder und Erwachsene. Beim Nachwuchs erreichte der siebenjährige Joshua Keegan den 1. Platz, gefolgt von den punktgleichen Tobias Kiefenwirt und Paul Salow. In der Erwachsenen-Rangliste lag am Ende Daniela Küblblöck mit der Höchstpunktzahl vorne, dahinter jeweils auf Platz 2: Rainer Flach und Daniela Hellmann.

Gespielt wurden drei Runden, die vier Teilnehmer pro Tisch werden zum Auftakt per Zufall zusammengesetzt. Dieses Mal saßen jeweils zwei Kinder und zwei Erwachsene an einem Spielbrett. Für den Sieg bei einer Runde gibt es fünf Punkte, die Nächstplatzierten erhalten drei und zwei Punkte bzw. einen für den Letzten. Nach drei Runden wird zusammengezählt.

Bevor es die offenen Spieleabende gab, haben sich Familie Hellmann und Freunde privat zum geselligen Spielen getroffen. Weil es a) immer Spaß macht und b) damals einige Freunde gefragt hatten, ob man so etwas nicht auch öffentlich machen könne, wurden die Poinger Spieleabende geboren. Zuvor hatte Familie Hellmann diese schon in Pliening angeboten und durchgeführt.

Daniela Hellmann spielt aktuell am liebsten „Qwirkle“, ein abstraktes Kombinations- und Legespiel, bei denen die Spieler Reihen aus Steinen mit gleicher Farbe oder mit gleichem Symbol bilden müssen: „Eine Art ,Scrabble’ für Analphabeten.“

Nächster Termin

Der nächste Spieleabend für Jugendliche und Erwachsene im Poinger Bürgerhaus findet am Samstag, 25. März statt. Beginn ist um 20 Uhr.

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