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Mit gut 80 Kräften waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz.

War der Laubholzbockkäfer schuld?

Wegen Frachtcontainer aus China: Großalarm bei "Best Secret"

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Grub - Beim Entladen zweier Lkw-Container ist am Montag mehreren Mitarbeitern des Modevertriebunternehmens Schustermann & Borenstein ("Best Secret") übel geworden. Es folgten zwei Großeinsätze am und im Logistikzentrum in Grub (Gemeinde Poing) - einer am Vormittag, einer am Nachmittag.

Die Ursache lag laut Daniel Schustermann in zwei Containern mit Schuhen aus China, die am Montag entladen werden sollten. Wie der Geschäftsführer unserer Zeitung sagte, seien die großen Behälter beim Start in Asien mit einem Mittel versehen geworden, um die Einfuhr des asiatischen Laubholzbockkäfers zu verhindern. Eine gängige Praxis, bis heute habe es mit dem Lieferanten, der neben Schustermann & Borenstein noch viele weitere Schuh- und Modeunternehmen weltweit beliefere, keinerlei Probleme gegeben. Warum es nun in diesen beiden Fällen zu Gesundheitsproblemen kam, könne er sich nicht erklären, so Schustermann.

Als Montagvormittag, gegen 10.30 Uhr, drei Mitarbeitern des Modevertriebhändlers Schustermann & Borenstein (im Internet als "Best Secret" bekannt) im Zentrallager in Grub plötzlich schwindlig und übel wurde, schrillten die Alarmglocken zum ersten Mal. Die Männer hatten einen der beiden Container, die mit Lastwagens angeliefert worden waren, geöffnet und wollten ihn entladen – der Verdacht bestand, dass ein gesundheitsgefährdender Stoff ausströmte. Die Feuerwehr rückte mit 15 Fahrzeugen und rund 60 Kräften aus Poing, Parsdorf, Eglharting, Kirchseeon sowie der Océ-Werksfeuerwehr an. Außerdem wurde der ABC-Zug München-Land angefordert. Rettungsdienste aus Ebersberg, München, Ismaning und München waren mit 14 Sanitätern und Ärzten im Einsatz.

Feuerwehr rückt mit Atemschutztrupps an

Das Logistikzentrum wurde evakuiert, gut zwei Stunden kontrollierten Atemschutztrupps sämtliche Lastwagen, Hallen und Räume auf der Suche nach einer möglichen Gefährdung. Gleichzeitig haben Experten mit Messgeräten die Luft nach Vorkommen von gefährlichen Gasen untersucht, berichtet Dominic Pfeufer, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Poing. Ohne Ergebnis. Das bestätigte später die Polizei. „Bei der Überprüfung konnten weder gefährliche Gase noch Lösungsmittel nachgewiesen werden“, so Poings Polizeichef Helmut Hintereder. Die Ursache für die Übelkeit der Mitarbeiter war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Nach über zwei Stunden Zwangspause durften die Mitarbeiter wieder ins Gebäude.

Doch nicht allzu lange. Gegen 16 Uhr wurde erneut evakuiert – wieder wegen undefinierbaren Geruchs und Übelkeit von Mitarbeitern. Daniel Schustermann vermutet, dass es Nachwirkungen vom Entladen am Vormittag gewesen sein dürften. Lediglich beim Öffnen dieser beiden Container habe es Probleme gegeben.

Ab etwa 17 Uhr wurden alle Mitarbeiter einzeln befragt und vorsorglich ärztlich untersucht.

Bilder vom Großeinsatz bei "Best Secret"

Die Polizei berichtet, dass am Vormittag insgesamt sieben Personen verletzt wurden. Sie klagten über Augen- und Atemwegreizungen und wurden vor Ort versorgt. Am Nachmittag meldeten sich erneut Mitarbeiter und klagten über gesundheitliche Probleme.

Firmenchef Daniel Schustermann kündigte gestern an, bei Lieferungen aus Asien künftig noch stärkere Sicherheitsmaßnahmen durchführen zu lassen, bevor die Container von Mitarbeitern geöffnet werden.

Armin Rösl

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