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Die rund 200 Bewohner des Ortsteils Grub bekommen neue Nachbarn: An der Senator-Gerauer-Straße geht im März eine Traglufthalle als Notunterkunft für maximal 300 Flüchtlinge in Betrieb, an der Kirchheimer Straße entstehen Wohngebäude für etwa 40 anerkannte Asylbewerber.

Wohnungspakt Bayern

Mietwohnungen für Asylbewerber in Grub

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Das Staatliche Bauamt Rosenheim plant an der Kirchheimer Straße in Grub den Neubau von sechs Häusern mit insgesamt zwölf Wohneinheiten. Die sollen im Rahmen des Wohnungspakts Bayern entstehen und als günstige Mietwohnungen für anerkannte Asylbewerber dienen.

Preisgünstigen Wohnraum schaffen: Das will das Bayerische Kabinett mit dem Ende 2015 beschlossenen „Wohnungspakt Bayern“ erreichen. Zügig und umfangreich. Im Rahmen dessen plant der Freistaat, an der Kirchheimer Straße in Grub sechs Häuser zu bauen. Am Ortsausgang in Richtung Kirchheim.

In der Sitzung des Bauausschusses des Gemeinderates Poing am Dienstagabend wurde das Vorhaben erstmals präsentiert. Im Auftrag des Freistaates hat das Staatliche Bauamt Rosenheim eine Bauvoranfrage gestellt. Darin heißt es, dass die sechs geplanten, zweigeschossigen Gebäude „für die dauerhafte Unterbringung von bereits anerkannten Asylbewerbern genutzt“ werden. „Jede Wohneinheit hat etwa 45 Quadratmeter und ist für drei bis vier Personen ausgerichtet“, erläutert der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Eugen Bauer. Insgesamt werde Platz für etwa 42 Menschen geschaffen, in die Mietwohnungen sollen Familien oder kleine Wohngemeinschaften einziehen, so Bauer.

Der Bauausschuss hat am Dienstagabend mit 11:0 dem Vorhaben zugestimmt. Im nächsten Schritt wird das Staatliche Bauamt Rosenheim einen konkreten Bauantrag einreichen – und noch heuer mit der Umsetzung starten. Wenn alles gut gehe, so Amtsleiter Eugen Bauer, könnten die Gebäude in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Laut Innenministerium soll das staatliche Förderprogramm „Wohnungspakt Bayern“ die Wohnraumversorgung verbessern und bildet einen „wichtigen Teil des bayerischen Sonderprogramms zur Bewältigung der Flüchtlingskrise“. Unter der Überschrift „Mehr Wohnungsbau für alle“ schreibt Innen- und Bauminister Joachim Herrmann (CSU): „Bis 2019 sollen im Rahmen unseres neuen Wohnungspakts Bayern 28 000 neue staatlich finanzierte oder geförderte Mietwohnungen entstehen. Wir setzen auf ein staatliches Sofortprogramm, ein kommunales Förderprogramm und den Ausbau der staatlichen Wohnraumförderung.“ Hierfür stünden bis 2019 rund 2,6 Milliarden Euro bereit. „Angesichts des ohnehin großen Wohnungsbedarfs in Bayern und des anhaltenden Zustroms an Flüchtlingen brauchen wir deutlich mehr preisgünstige Wohnungen“, so Herrmann.

Der „Wohnungspakt Bayern“ ist laut Innenministerium als eine Allianz der Staatsregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Kirchen, der Wohnungswirtschaft und weiteren Verantwortlichen für den Wohnungsbau geplant.

Im Rahmen des staatlichen Sofortprogramms als erste Säule des Wohnungspakts plant und baut der Staat Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Für kurzfristig zu schaffende rund 3300 Wohnplätze stehen dem Innenministerium zufolge 70 Millionen Euro zur Verfügung. Diese sollen mit reduziertem Wohn- und Baustandard sowie mit befristeter Standzeit auf staatlichen Grundstücken entstehen. Wie beispielsweise in Grub. Herrmann: „Dadurch können anerkannte Flüchtlinge schneller aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen und dort Platz für neuankommende Asylbewerber schaffen.“ Das Vorhaben in Grub ist das erste dieser Art im Landkreis Ebersberg im Zuge des neuen staatlichen Förderprogramms.

Armin Rösl

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