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Gruber Straße Poing: Breitere Geh- und Radwege auf beiden Seiten in zwei Jahren

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Von: Robert Langer

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Radfahrer auf Radweg
Für Radfahrer gibt es lediglich einen gemeinsamen Geh- und Radweg. © Johannes Dziemballa

Die Gruber Straße in Poing ist eine der meistbefahrenen und unfallträchtigsten innerörtlichen Straßen im Landkreis. In zwei Jahren soll es breitere Ge- und Radwege geben.

Poing/Landkreis – Breitere Fuß- und Radwege auf beiden Seiten der Gruber Straße in Poing: Das ist das Ziel eines Projekts des Landkreises. Es geht um den Streckenabschnitt zwischen dem großen Kreisverkehr im Westen und der Alten Gruber Straße (beim Vauhaus) im Osten, eine Strecke von rund einem Kilometer. Details wurden jetzt in der Sitzung des Kreisumweltausschusses vorgestellt. Der Landkreis und somit der Kreistag ist für diese Kreisstraße verantwortlich.

Poing: Hohe Unfallzahlen auf Gruber Straße

Für das Vorhaben gibt es zwei Gründe: Zum einen zählt dieser Teil der Ortsdurchfahrt in Poing, die Kreisstraße 1, zu den unfallträchtigsten Straßen im Landkreis. Nördlich der Fahrbahn befindet sich ein Geh- und Radweg, der in zwei Richtungen befahren werden kann. Dadurch und durch die vielen Ein- und Ausfahrten zu Grundstücken zu Gewerbebetrieben entsteht ein hohes Gefahrenpotenzial für Radfahrer. „Dieses spiegelt sich leider auch in den hohen Unfallzahlen mit Fahrradbeteilligung wieder“, so das Landratsamt.

Zum anderen ist die Gruber Straße ein Teil des geplanten Radschnellweges von München nach Markt Schwaben. Das bedeutet für die Radwege entsprechende Anforderungen.

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Im Zuge des Gesamtprojektes könnte auch die Fahrbahn der Gruber Straße ertüchtigt werden. Deren Aufbau stammt laut dem vom Landratsamt beauftragten Planungsbüro aus dem Jahr 1994. Derzeit sind dort rund 15.400 Fahrzeuge täglich unterwegs, eine der meistbefahrenen innerörtlichen Straßen im Landkreis Ebersberg. Die Belastung wird in den kommenden Jahren laut Prognose noch steigen. Der Straßenaufbau entspreche nicht mehr der Belastung, so Planer Bernhard Pritscher vom BBI Ingenieurbüro in Landshut.

Fahrrad am Straßenrand.
Vor zwei Jahren ereignete sich auf der Gruber Straße ein Verkehrsunfall, bei dem eine 81-jährige Radfahrerin starb. © Thomas Gaulke

Über das Projekt wird schon länger diskutiert. Im vergangenen Jahr fanden verschiedene Besprechungen des Landratamtes und der Gemeinde Poing sowie ein Ortstermin statt. Der Landkreis gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Eine der Prämissen: Das Projekt soll ohne zusätzlichen Grunderwerb umgesetzt werden. Das wäre auch schwierig, so der Gutachter. Die Lösung: Die benötigten Flächen sollen von der Fahrbahn „abgezwickt“ werden. Es bleibe aber immer noch genügend Platz.

Poing: Geh- und Radwege mit bis zu drei Metern Breite

Die Studie, die jetzt im Kreisumweltausschuss vorgestellt wurde, ergab, dass Geh- und Radwege auf beiden Seiten der Straße größtenteils mit einer Breite von drei Metern möglich sind. Es wird aber auch eine Engstelle mit geringerer Breite geben. Im Bereich der Fahrbahn können Querungshilfen eingebaut werden.

Die Kosten für einen Vollausbau werden auf rund 2,8 Millionen Euro geschätzt. Einen Teil, nämlich für den künftigen südlichen Geh- und Radweg, müsste die Gemeinde Poing bezahlen, der deutlich größere Rest der Finanzierung ist Aufgabe des Landkreises. Es stünden jedoch hohe staatliche Zuschüsse in Aussicht, informierte das Landratsamt. Eine abgespeckte Version würde mit geschätzten rund 1,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Nun soll zunächst ein Planungsbüro beauftragt werden. Wenn dies rechtzeitig geschieht, könnte eine Ausschreibung im Winter 2023/24 erfolgen. Baulich umgesetzt werden könnte das Projekt dann im Jahr 2024. Es werde jetzt auf die Warteliste gesetzt.

Ausschuss spricht sich für Umbau aus

Grundsätzlich wurde das Vorhaben im Umweltausschuss begrüßt. In der gleichen Sitzung, jedoch bei einem anderen Tagesordnungspunkt, sprach sich der Ausschuss für eine Absichtserklärung mit der Landeshauptstadt München und dem Landkreis München zu einem Radschnellweg von München nach Markt Schwaben aus. Dieses Vorhaben solle man bei den Planungen in Poing berücksichtigen, mahnte Kreisrätin Bianka Poschenrieder (SPD) in der Ausschusssitzung an. „Nicht, dass wir in zwei Jahren wieder aktiv werden müssen.“ Die Berücksichtigung sei im Zuge der Feinplanung möglich, so Martin Riedl vom Landratamt. Und Landrat Robert Niedergesäß (CSU) bemerkte: „Wir sind noch auf der Ebene einer Machbarkeitsstudie.“

Grünen-Kreisrat Thomas von Sarnowski wies darauf hin, dass es bei einer Breite von drei Metern zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrer kommen könnte. Das sei dann kein Radschnellweg. Dennoch würden die Grünen das Vorhaben in Poing begrüßen. Man brauche jetzt auch eine schnelle Lösung, so sein Argument.

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