Eine Frau vor einem Haus.
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Christa Stewens war Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin.

Hausbesuch

Immer in Bewegung: Ex-Staatsministerin Christa Stewens

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Mit 75 Jahren ist Christa Stewens weiterhin viel in Bewegung - wenn auch nicht mehr in der Politik. Ihre Themenbereiche: Kinder und Behinderte. Ein Hausbesuch.

Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten sie derzeit ausübt? Christa Stewens seufzt und lächelt, dann antwortet sie: „Bezirksvorsitzende BRK Oberbayern, Kreisvorsitzende BRK Ebersberg, Vorstandsmitglied Förderverein Special Olympics, Kuratoriumsmitglied Ambulantes Kinderhospiz München“, Pause, die Angelbrechtingerin zwinkert und fragt: „Weiter?“. An einer Hand lassen sich die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Stewens eh nicht abzählen. Sie ist unter anderem noch Mitglied des Aufsichtsrates des Vereins Sternstunden, Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ und Kuratoriumsmitglied bei der Deutschen Kinderrheumastiftung. „Vereinfacht gesagt: Mein Themenbereich sind Kinder und Behinderte“, sagt sie.

Ausstieg aus Politik keine Sekunde bereut

Das ist nicht erst seit sieben Jahren so, als Stewens sich aus der Politik zurückgezogen hat. Für die Belange von Kindern und Behinderten hat sie sich schon als Staatsministerin eingesetzt, beruflich und ehrenamtlich. Von 1994 bis 2013 war sie für die CSU im Bayerischen Landtag, sie war Arbeits- und Familienministerin (2001 bis 2008) und in den Jahren 2007 und 2008 stellvertretende Ministerpräsidentin. Zum Schluss ihrer politischen Karriere wurde sie noch Vorsitzende der CSU-Fraktion im Landtag.

Am liebsten barfuß unterwegs: Christa Stewens vor ihrer Haustür.

„Nein.“ Ihre Antwort kommt schnell, ohne überlegen zu müssen. Die Frage lautete: „Gab es in den vergangenen sieben Jahren Momente, in denen Sie die Politik vermisst haben?“ Die freigewordene Zeit habe sie, neben der Familie, fürs Ehrenamt genutzt. Das gilt bis heute und für die Zukunft. Vor allem die Special Olympics (sportliche Wettkämpfe für Menschen mit geistiger Behinderung) sind für sie eine Herzenssache. Wenn Christa Stewens davon erzählt, von Begegnungen, von Erlebnissen in diesem Bereich, vergisst sie alles rund herum. Da kann das Handy, das am Tisch liegt, noch so oft piepen und neue Nachrichten anzeigen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sportlicher Erfolg Kindern viel bringt“, sagt Christa Stewens und erzählt von einer Mutter, die bei einer Siegerehrung eines Special Olympics-Wettbewerb zu ihr gekommen sei, ihr gedankt und zu ihr gesagt habe, wie stolz sie auf ihr Kind sei.

Zweimal täglich geht Christa Stewens mit Dackel Anton Spazieren.

Sport spielt im Leben der Familie Stewens seit jeher eine große Rolle, speziell die Leichtathletik. In Bewegung bleiben, auch geistig. Das, sagt Stewens, gelte im Alter genauso. „Nie immer das Gleiche tun. Sich ehrenamtlich engagieren. Was Neues machen. Sich einbringen, in der Familie, in der Nachbarschaft. Das alles hält fit.“ So lauten kurz und knapp ihre Ratschläge. „Das habe ich früher schon älteren Menschen gesagt.“

Ehrenämter, Yoga, Enkelkinder

Sie lebt, was sie sagt. Neben den ehrenamtlichen Tätigkeiten trifft sie sich seit gut 30 Jahren regelmäßig mit Nachbarinnen, zum Ratschen und einmal die Woche zum Yoga. Morgens und abends geht Stewens mit dem Rauhaardackel Anton spazieren, naja, und dann sind da noch ihre 24 Enkelkinder (im Alter von 6 bis 24 Jahren), die sie auf Trab halten. Körperlich und geistig.

Abends werde ich schon mal müde.

Christa Stewens, die mit 75 wieder mit Joggen beginnen möchte

Ob sie denn nie müde werde? Wieder lacht Christa Stewens herzlich frisch und antwortet: „Abends werde ich schon mal müde.“ Ach ja, das regelmäßige Joggen, das sie insbesondere während ihrer aktiven Zeit in der Politik als Ausgleich gemacht hat, pausiert momentan. Die Knie. „Aber ich will wieder anfangen“, sagt Christa Stewens. Zehn Kilometer am Stück durch den Ebersberger Forst, wie früher, würden es zwar nicht mehr werden, trotzdem. Mit 75, so alt ist sie mittlerweile, will die Angelbrechtingerin wieder mit dem Laufen beginnen. Immer in Bewegung bleiben.

Am liebsten ist sie übrigens barfuß in Bewegung (außer beim Joggen). „Socken ziehe ich erst an, wenn es schneit.“ Selbst als Politikerin sei sie barfuß in den Schuhen gewesen. „Keine Ahnung, warum. Ich mache das, seit ich ein kleines Mädchen bin“, sagt Stewens und lacht fröhlich. Einmal mehr.

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