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Nicht für eiskalte Nächte ausgelegt: Die Bewohner der Traglufthalle in Grub mussten viele Stunden frieren.

Asylbewerber müssen frieren

Eiseskälte in Poinger Traglufthalle

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Poing - Die Heizung in der Traglufthalle in Grub scheint der Kälte nicht gewachsen. Am Dreikönigstag erreichte Helfer die Meldung, dass die Asylbewerber bei unter zehn Grad frieren. Zwar konnte eine Notlösung gefunden werden, doch einmal mehr wird Kritik am Landratsamt laut.

Es war schon ein absurder Zufall: Während Landrat Robert Niedergesäß beim Dreikönigsempfang der CSU Vaterstetten mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im warmen Seniorenpark saß, froren in der Traglufthalle in Grub knapp 200 Asylbewerber bei Temperaturen teilweise unter zehn Grad. Die Heizungsanlage wurde der bitteren Kälte der vergangenen Tage und Nächte nicht mehr Herr. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Helferkreise hatten am Nachmittag des 6. Januar in der Not die Bürgermeister Roland Frick (Pliening) und Albert Hingerl (Poing) informiert. Vom für die Traglufthalle zuständigen Landratsamt sowie von der Firma, die die Halle aufgestellt hat, sei niemand erreichbar gewesen.

Der zweite Zufall: Frick weilte gerade beim Dreikönigsempfang und informierte sogleich Landrat Niedergesäß. Obwohl die Gemeinden offiziell nicht zuständig sind, haben sowohl Frick als auch Hingerl eigenen Worten zufolge alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den frierenden Asylbewerbern zu helfen. „Es müssen unbedingt Decken her“, berichtet Roland Frick von seinem ersten Gedanken. Er habe sowohl das THW als auch das BRK angerufen und um Hilfe gebeten. Währenddessen und unabhängig davon fragte Albert Hingerl ebenfalls beim BRK sowie bei der Feuerwehr Poing an.

Nach den ersten Telefonaten habe die Kommunikation mit dem Landratsamt funktioniert, erzählen Frick und Hingerl. Allerdings, so lautet die Kritik aus den Helferkreisen von Poing und Pliening, gebe es keinen Notfallplan des Landratsamtes. Es könne doch nicht sein, dass beispielsweise in technischen Dingen die Hallen-Firma, mit der das Landratsamt einen Vertrag hat, nicht erreichbar ist. Weil die Lage unklar gewesen sei, habe er auch ins Auge gefasst, die Flüchtlinge zu evakuieren und in eine Schulturnhalle bringen zu lassen, erzählt Hingerl.

Das war nicht notwendig, weil das THW laut Frick zwei Not-Aggregate als Zusatz für die Heizungsanlage lieferte und aufstellte. „Am Samstagvormittag war es wieder warm in der Halle“, berichtet Plienings Bürgermeister. Außerdem hatte sein Poinger Kollege Hingerl dafür gesorgt, dass kurzfristig 90 Wolldecken gebracht wurden, welche die Firma Gienger aus Markt Schwaben vor einiger Zeit der Gemeinde Poing gespendet hatte.

Kaputt sei die Heizung in der Halle nicht, sagt Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes. Aber: „Die Anlage hat nicht genug Leistung gebracht.“ Warum? Man sei dabei, die Ursache herauszufinden. Ein Techniker überprüfe und kontrolliere die Heizung, erst danach könne man sagen, ob diese nachgerüstet werden müsse oder ob anderweitige Maßnahmen notwendig seien. Bis dahin tun die Not-Aggregate des THW ihren Dienst.

Für Frick als auch Hingerl sowie für Konrad Weinstock, Sprecher des Helferkreises Pliening, ist der Vorfall ein weiterer Beweis dafür, dass eine Traglufthalle nichts weiter ist als eine Notunterkunft – und dies kein Dauerzustand bleiben dürfe. Eine Helferin, die namentlich nicht genannt werden möchte, sagte am Montag im Telefonat mit unserer Zeitung: „Tiere werden besser behandelt als die Menschen in dieser Halle.“ Sie habe am Dreikönigstag von einem Asylbewerber, den sie betreut, eine WhatsApp-Nachricht erhalten, in welcher der Mann auf die Zustände hinwies. „Manche Flüchtlinge haben sich mit Föhns gewärmt“, berichtet die Helferin. Und: „Die Stimmung war aggressiv – manche sollen sogar gedroht haben, die Halle kaputt zu machen.“

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