Gut gefüllt war die Mehrzweckhalle der Grundschule Karl-Sittler-Straße bei der Bürgerversammlung. foto: dul

150 Helfer für bis zu 450 Asylbewerber

Poing - In der Poinger Bürgerversammlung: Aktuelle Informationen zur Flüchtlingssituation sowie zu Bauvorhaben.

Fast alle 120 Stühle der Mehrzweckhalle in der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd waren besetzt, als Albert Hingerl am Dienstagabend die Bürgerversammlung eröffnete. Der Bürgermeister verwies gleich zu Beginn auf die umfangreiche Begleitbroschüre zu allen die Gemeinde betreffenden Themen von Finanzen bis hin zu Schulen, Kindergärten und Bauvorhaben. Das 72 Seiten umfassende Werk war im Saal aufgelegt und zuvor schon an alle Haushalte verteilt worden.

In seinem Rechenschaftsbericht nahm Hingerl unter anderem Stellung zu aktuellen Bauvorhaben und -projekten. Er berichtete beispielsweise über das Einheimischenmodell im Neubaugebiet Seewinkel, wo 31 Parzellen vergeben worden sind. „Wir hatten 126 Bewerbungen, davon waren 80 berechtigt“, informierte er. Der Rathauschef äußerte sich außerdem zur Baustelle auf dem Gelände des mittlerweile abgerissenen Liebhart’s Bräuhauses (dort entstehen Wohnungen und ein Wirtshaus) sowie zu den derzeitigen Straßensperrungen zum Wildpark und nach Markt Schwaben.

Neben Poings Polizeichef Helmut Hintereder kamen erstmals in einer Bürgerversammlung auch Feuerwehrkommandant Robert Gaipl sowie Götz Kirchhoff vom Asylbewerber-Helferkreis zu Wort. Hintereder berichtete unter anderem, dass aufgrund des Zustroms an Asylbewerbern die Zahl an Straftaten nicht gestiegen sei. Gaipl stellte die Arbeit der Feuerwehr dar. Er betonte, dass alle Übungen und Einsätze ehrenamtlich geleistet werden.

Helferkreis-Sprecher Kirchhoff machte deutlich, dass zur Bewältigung aller Aufgaben im Zusammenhang mit Asylbewerbern weitere Unterstützer gebraucht würden. „Momentan gibt es 150 namentlich gemeldete Helferinnen und Helfer“, informierte er. Die Ehrenamtlichen sind tätig bei Deutschkursen und Lerntreffs, bei der Annahme von Kleiderspenden, oder als Paten. „Die Aufgaben sind vielfältig“, sagte Kirchhoff.

Wenn die Traglufthalle in Grub bezogen sei (im Laufe des Juni soll der Betrieb starten), werden dort bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht sein. Zusammen mit den weiteren Unterkünften an der Sultenstraße (15 Personen), Anzinger Straße (15) und dem ehemaligen Arbeiterwohnheim (bis zu 120) werden am Ende rund 450 Asylsuchende zu betreuen sein. Die beiden derzeit noch belegten Turnhallen der Dominik-Brunner-Realschule und der Seerosenschule sollen, so zumindest ist der Plan des zuständigen Landratsamtes, spätestens zu Schuljahresbeginn im September wieder für Schul- und Vereinssport frei sein.

Als „positiv“ bezeichnete Helferkreis-Sprecher Götz Kirchhoff die Lage in Grub. In der dortigen Traglufthalle gebe es genügend Waschmaschinen, Trockner, Duschen und Toiletten. Zweimal täglich biete eine Cateringfirma warmes Essen für die Flüchtlinge an, in der Zeit von 6 bis 13 Uhr und von 18 bis 20 Uhr. Aktuell arbeite der Helferkreis an einer Verbesserung des Informationsaustausches untereinander, demnächst werde im Internet ein entsprechendes Forum eröffnet, kündigte Kirchhoff an.

Für die in Poing untergebrachten Asylbewerber würden derzeit dringend Schuhe und Kleider für kleinere, schlanke Männer benötigt. Außerdem ist der Helferkreis auf der Suche nach Räumen für Büro und für Sprechstunden. Und: In absehbarer Zeit würden auch in Poing Wohnungen für so genannte „Fehlbeleger“ (anerkannte Flüchtlinge) dringend notwendig werden. dul

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