Nur wer geimpft, getestet oder genesen ist, hat Zutritt zur Innengastronomie. Alle anderen müssen draußen bleiben.
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Nur wer geimpft, getestet oder genesen ist, hat Zutritt zur Innengastronomie. Alle anderen müssen draußen bleiben. (Symbolbild)

Corona-Regeln und Besucherschwund

Wenigstens kein Lockdown: Wirte hadern mit 3G-Regel und verärgerten Gästen

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Die schärferen Corona-Regeln haben vergangene Woche im Landkreis Ebersberg so manche Pläne durchkreuzt – ausbaden musste es auch der eine oder andere Wirt.

Landkreis - „Am Dienstag beim Sechzger-Spiel war es die totale Katastrophe: Wir mussten mindestens acht Leute verärgert heimschicken“, sagt Diana Terlicher von der „Oldies Bar“ in Poing.

Das liegt an der „3G-Regel“, die seit gut einer Woche im Landkreis gilt: Ab einem Inzidenzwert von 35 müssen Kunden beim Restaurant- oder Hotelbesuch nachweislich vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Im Landkreis Ebersberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 86,1 – Tendenz: Ende des derzeit deutlichen Anstiegs momentan nicht absehbar.

Diskussionen mit verärgerten Besuchern

Die 3-G-Regel sorgte Terlicher zufolge im „Oldies“ für einen deutlichen Besucherschwund: Die einen blieben gleich zu Hause, die anderen versuchten, die Regeln wegzudiskutieren oder eine Ausnahme für sich herauszuhandeln. Mehrere Besucher hatten keinen Test dabei, erzählt die Wirtin, andere seien nur erstgeimpft gewesen oder wollten als vollständig Geimpfte keine Kontaktdaten mehr hinterlassen. „Es ist wirklich schlimm“, fasst es Terlicher zusammen.

Auch Alexander Hoyer vom Schweiger Brauhaus in Markt Schwaben bekam die Verunsicherung der Kunden zu spüren: „Es gab leider schon die eine oder andere Reservierungsabsage und Kunden, die beim Anblick des 3G-Schildes vor der Tür wieder umgekehrt sind“, sagt er. Als vergangene Woche die Regeln bekannt gegeben worden seien, sei der Ansturm auf sein Lokal dafür nochmals groß gewesen, berichtet er: „Da wollten wohl viele noch einmal ungetestet ausgehen.“

3G: Besser als ein Lockdown

Nun hofft Hoyer, dass sich die Menschen nach und nach an die neuen Umstände gewöhnen und dafür nur ein wenig Zeit brauchen. Gleichzeitig ist er froh, dass es derzeit 3G statt Lockdown heißt. Denn ein solcher hätte einer Menge gastronomischer Betriebe den Rest gegeben, vermutet der Wirt. Da arrangiere er sich lieber mit den Umständen und biete seinen Kunden Schnelltests an.

„Leichten Schwund wird jeder haben“, vermutet Korbinian Kugler. Doch der Wirt der „Kugler Alm“ in Ebersberg ist nach der ersten Woche vorsichtig optimistisch: „Klar gibt es immer den Einen oder Anderen, den ich heimschicken muss, aber das ist eine kleine Minderheit“, sagt er. Gespannt blickt er wie Hoyer dem Herbst und Winter entgegen: „Es kann nicht angehen, dass wir immer von Ende Mai bis Ende August geöffnet haben dürfen und ab November wieder tote Hose ist“, sagt Hoyer, der auch Vize-Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands ist. Vor allem Hotels, die nur zu 50 Prozent belegt sein dürfen, seien bereits am Limit. Ein erneuter Lockdown bedeute wieder Entlassungen und Kurzarbeit.

Friseure sind optimistisch

Bei den Friseursalons dagegen scheint es bisher besser zu laufen: „Ich sehe das unaufgeregt“, meint etwa Georg Empl vom gleichnamigen Betrieb in Glonn. Für die ein, zwei ungeimpften Kunden pro Tag habe er Schnelltests vor Ort, das sei kein Problem. „Fast alle Kunden sind brav geimpft und zeigen den Nachweis von selber“, bestätigt Brigitte Berger. In ihrem Salon „Kamm und Schere“ in Kirchseeon habe es keine i 3G-begründete Terminabsagen gegeben. „Bisher sind die Aussichten rosig“, sagt sie.

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