+
„Es gilt, das Abrutschen eines Teils der Bevölkerung in den brauen Sumpf zu verhindern“, sagte Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) in seinem öffentlichen Statement zur AfD. Das Bürgerhaus der Gemeinde Poing trägt den Namen des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer.

Erklärung zur AfD

„Nazi-Propaganda“

  • schließen

So wie Poings Rathauschef Hingerl hat noch kein Bürgermeister im Landkreis öffentlich Kritik an der AfD geübt Auslöser: ein AfD-Wahlplakat zum Schulstart.

Poing – Bevor am Donnerstagabend der Gemeinderat Poing in die Tagesordnung eingestiegen ist, hat Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) ein Statement verlesen, an dessen Ende er den Beifall aller Fraktionen erhielt. Hingerl warf der AfD vor, dass sich „diese sogenannte Partei nicht nur am rechten Rand bewegt, sondern mehr und mehr an die Nazi-Propaganda anknüpft und versucht, die Demokratie und den gesellschaftlichen Pluralismus zu vergiften“.

Grund für die scharfen Worte ist ein Wahlplakat der AfD, das er, Hingerl, am ersten Schultag an mehreren Stellen in Poing gesehen habe, wie er berichtete. „Es zeigt ein blondes Mädchen im karierten Kleid, den Arm triumphierend nach oben gestreckt“, so der Bürgermeister. „Unter dem Foto steht ,Islamfreie Schulen’, darüber ,Deutsche Leitkultur’.“

In seinem Statement betonte Hingerl: „Solche Parolen beschädigen das Zusammenleben an den Schulen und damit auch das Gemeindeleben.“ Das gelte auch für Poing. Deshalb sein Appell: „Ich rufe den Poinger Gemeinderat und alle Poinger Bürger dazu auf, die verfassungsgemäßen Rechte unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch die der in Poing lebenden Bürger aus gesamt 100 Nationen zu schützen. Wir wollen die Würde und die Freiheit des Glaubens aller Poinger Kinder fördern und auch im Unterricht unserer drei Grundschulen, der Mittelschule, der Realschule, des Förderzentrums und des zukünftigen Gymnasiums die Religionsvielfalt erhalten.“

Weiter sagte Albert Hingerl: „Es gilt, das Abrutschen eines Teils der bundesrepublikanischen Bevölkerung in den braunen Sumpf und damit die Spaltung der Gesellschaft mit allen demokratisch legitimierten Mittel zu verhindern. Insbesondere dürfen unsere Kinder und damit Schülerinnen und Schüler diesen Hetzern nicht als Zielgruppe überlassen werden. Akzeptanz fördert Integration, Ausgrenzung fördert Radikalismus. Den dumpfen Parolen dieser fremdenfeindlichen Hetze gilt es deshalb die Willkommenskultur und ein friedliches, vielfältiges Miteinander entgegen zu setzen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Dirndl nach Cincinnati
Sabine Obermaier ist 22 Jahren alt und hat ihre Ausbildung zur Übersetzerin abgeschlossen. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms des Deutschen …
Im Dirndl nach Cincinnati
21-jährige lässt im Streit Blumen „sprechen“ - und schlägt damit zu
Um was es bei diesem Streit am Sonntag eigentlich ging, wusste nicht einmal die Bundespolizei genau zu sagen. Es kam aber zu Handgreiflichkeiten.
21-jährige lässt im Streit Blumen „sprechen“ - und schlägt damit zu
Mit Cannabis auf dem Mofa-Roller unterwegs
Eigentlich wollten die Beamten nur wegen des fehlenden Lichtes kontrollieren, dann fiel den Beamten aber etwas anderes auf.
Mit Cannabis auf dem Mofa-Roller unterwegs
Kleinkraftrad beschlagnahmt - weil es zu schnell fährt
Es wird von jugendlichen Fahrern gerne gemacht, aber es ist halt leider verboten.
Kleinkraftrad beschlagnahmt - weil es zu schnell fährt

Kommentare