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Digitale Medien sollen den Schulalltag und auch zum Beispiel Hausaufgaben sinnvoll ergänzen.  

Pilotversuch an der Dominik-Brunner-Realschule

In Poing: Hausaufgaben per App

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Wie die Schule der Zukunft aussehen kann, daran arbeiten in einem auf drei Jahre angelegten Versuch bayernweit zehn Schulen. Eine davon ist die Dominik-Brunner-Realschule Poing.

Poing – Eines ist Matthias Wabner, Schulleiter der Dominik-Brunner-Realschule wichtig zu betonen: „Digitalisierung bedeutet nicht, dass im Unterricht nur Youtube-Filme angeschaut werden und die Schulbücher elektronisch sind.“ Aufgabe und Ziel der vom Bildungsministerium ausgewählten Schulen ist es, Software-Lösungen und -Anwendungen zu finden und zu testen, die für den Unterricht und den Schulalltag geeignet sind. Die Poinger Realschule hat bereits seit 2011 eine eigene App, die stetig weiter entwickelt wird – nun geschieht dies im Rahmen des Schulversuchs, der von der Stiftung Bildungspakt Bayern unterstützt wird.

„Mit der App können uns Eltern beispielsweise in der Früh mitteilen, wenn ihr Kind krank ist und nicht zum Unterricht Deshalb bin ich etwas skeptisch.ssskommen kann“, erläutert Matthias Wabner und fügt hinzu: „Das ist natürlich eigens gesichert, nur die Eltern haben darauf Zugriff, sodass ein Missbrauch nicht möglich ist.“

Am Ende der Entwicklung könnte beispielsweise stehen, dass sich Eltern via App für Elternsprechstunden bzw. -tage anmelden können. Außerdem, so Wabner weiter, könnten Eltern via App erfahren, welche Hausaufgaben ihre Kinder aufbekommen haben. Für die Kontrolle zu Hause. „Diesbezüglich haben wir schon Wünsche von Eltern erhalten“, berichtet Wabner. Auch der Vertretungsplan des aktuellen Tages könnte in Zukunft in dieser App eingestellt werden.

Die Digitalisierung schreitet nicht nur in der Kommunikation mit den Eltern, sondern auch intern voran. Die Lehrer der Poinger Realschule können bereits ein digitales Klassenbuch führen, auf das jeder Lehrer Zugriff hat. „Das ist gut für Informationen und den Austausch untereinander“, sagt Wabner.

Im Fokus aller Versuche und der Digitalisierung generell stehen laut Schulleiter zwei Fragen: „Was bringt es dem Kind? Was bringt es der Zusammenarbeit mit den Eltern?“ Deshalb würden Schüler wie Eltern während des Modellversuchs auch um Rückmeldungen gebeten, was aus ihrer Sicht sinnvoll ist, und was nicht.

Ebenfalls getestet werden soll die Möglichkeit, Teile des Unterrichts in den Nachmittag zu verlagern. Matthias Wabner nennt ein Beispiel: „Die Schüler bekommen als Aufgabe mit, dass sie sich einen kurzen Film im Internet über ein bestimmtes Thema ansehen und dazu Fragen beantworten sollen. Am nächsten Tag sprechen wir dann im Unterricht darüber.“

Trotz digitaler Revolution allerorten ist sich der Realschuldirektor bewusst, dass kein elektronisches Gerät den Mensch ersetzen kann. Deshalb werde es den klassischen Unterricht mit Lehrer und Schüler in einem Zimmer immer geben.

Dennoch gelte es zu testen und zu klären, in welcher Art und Weise Schüler auf die digitale Arbeitswelt vernünftig vorbereitet werden können – und wie digitale Medien den Schulalltag erleichtern und sinnvoll ergänzen können. Das ist das Ziel des bayernweiten Projekts „Digitale Schule 2020“.

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