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Voll besetzt war die Aula der Anni-Pickert-Schule beim Neujahrsempfang. Dort berichtete Bürgermeister Albert Hingerl (links am Pult) unter anderem über die derzeitige 24-Stunden-Überwachung nach den bisherigen Erdbeben.

Neujahrsempfang Poing

„Insel der Seligen“ wird überwacht

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Nach dem letzten Erdbeben im September 2017 wird Poing nun 24 Stunden dauerüberwacht – an sechs Messstellen. Jede Regung unter der Erdoberfläche wird aufgezeichnet. Besondere Auffälligkeiten gab es bislang keine.

Poing – Nach wie vor ist die genaue Ursache für die bislang drei Erdbeben, die es im Dezember 2016 (zwei Mal) und am 9. September 2017 gab, nicht erforscht. Ein Zusammenhang mit der Geothermie sei möglich, muss aber nicht sein, sagen Wissenschaftler. Um genauere Erkenntnisse für die Erdstöße zu erhalten, wird der Boden rund um die beiden Bohrstellen sowie darüber hinaus derzeit über sechs Messstellen „24 Stunden online überwacht“. Das teilte Bürgermeister Albert Hingerl beim Neujahrsempfang in der voll besetzten Aula der Anni-Pickert-Schule am Sonntag mit. Die Gemeinde werde regelmäßig über die Messungen und Ergebnisse informiert, bislang konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Ob es tatsächlich einen nachweisbaren Zusammenhang mit der Geothermie gibt, „dazu können die Wissenschaftler allerdings erst dann mehr sagen, wenn es wieder bebt“, sagte Hingerl. Dass es zu einem vierten Erdbeben kommt, welches dann ganz genau aufgezeichnet werde, hoffe er aber nicht.

Bislang wurden laut Bürgermeister rund 60 Schäden gemeldet, die in Zusammenhang mit dem Erdbeben vom 9. September gebracht werden. Bei einem Informationstag hatte das für Poings Geothermie verantwortliche Energieunternehmen Bayernwerk angekündigt, sämtliche eingegangenen Meldungen von Gutachtern prüfen zu lassen. Nachdem die Geothermie unmittelbar nach dem jüngsten Beben abgeschaltet worden war, wurde sie mittlerweile wieder hochgefahren. „Die Wärmeversorgung ist nicht gefährdet“, betonte Hingerl beim Neujahrsempfang.

In seiner Ansprache listete der Bürgermeister einige Projekte auf, die in diesem Jahr und darüber hinaus anstehen. Darunter der Neubau der Grundschule Karl-Sittler-Straße, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Seewinkel sowie im Neubaugebiet W7, die Ausarbeitung eines Verkehrs- und Mobilitätskonzepts, die Umgestaltung des Marktplatzes in der neuen Ortsmitte und der Bau der neuen Bahnunterführung. Weil hier auf die erste Ausschreibung hin keine einzige Baufirma ein Angebot abgegeben hatte, werde das Projekt nun erneut ausgeschrieben, kündigte Hingerl an.

Apropos Bauen: Auch die katholische Pfarrgemeinde wartet auf die Fertigstellung eines Großprojekts. Wegen der Insolvenz der Fassadenbaufirma konnte die neue Kirche nicht, wie geplant, im Oktober 2017 fertiggestellt und eingeweiht werden. Dies soll heuer nachgeholt werden. Pfarrer Christoph Klingan bedauerte dies in seiner Rede, nahm’s gleichzeitig aber mit Humor und erneuerte seine Einladung vom Neujahrsempfang 2017, „auf einen Sprung in unserer neuen Kirche vorbeizukommen“. „Sprung“ deshalb, weil das Gebäude aufgrund seiner Architektur von Bürgern den Spitznamen „Sprungschanze Gottes“ erhalten hat. Mit einem Lächeln fügte Klingan hinzu, dass er hoffe, diese Einladung beim Neujahrsempfang 2019 nicht noch einmal wiederholen zu müssen.

Poings evangelischer Pfarrer Michael Simonsen lobte in seiner Rede den Zusammenhalt der Menschen in der Gemeinde sowie das Engagement der zahlreichen Vereine und Organisationen. Mit Blick auf die großpolitische Lage, wo nichts vorwärts geht oder jeder gegen jeden kämpft, bezeichnete er Poing als „Insel der Seligen“.

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