Moderne Kirche
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Poings Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer wurde im Juni 2018 eröffnet.

Auszeichnung

Poings Pfarrkirche ist die schönste moderne Kirche der Welt

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Poings Pfarrkirche Sel. Rupert Mayer hat den internationalen Preis für sakrale Architektur erhalten. Übersetzt: Sie ist die schönste moderne Kirche der Welt.

  • Weltweit schönste moderne Kirche: Seliger Rupert Mayer Poing
  • Auszeichnung in Italien erhalten
  • 2019 bekam das Bauwerk schon den renommierten Architekturpreis „Große Nike“

113 Projekte aus 33 Ländern waren bei der Stiftung Frate Sole im italienischen Pavia eingereicht worden für die Auszeichnung 2020. Seit 1996 vergibt die Stiftung alle vier Jahre den „International Prize for Sacred Architecture Fondazione Frate Sole“, zu deutsch: den internationalen Preis für sakrale Architektur der Stiftung Frate Sole. Am 3. Oktober war in Pavia Preisverleihung, dort nahm Axel Frühauf die Siegerskulptur sowie 15.000 Euro Preisgeld entgegen. Er ist Leiter der meck architekten GmbH in München, zusammen mit dem 2019 verstorbenen Andreas Meck hat Frühauf Poings neue katholische Pfarrkirche geplant, konzipiert und gestaltet. Das Bauwerk erhielt im Jahr 2019 den renommierten Architekturpreis „Große Nike“ des Bunds Deutscher Architekten. Damals auf dem zweiten Platz: die Elbphilharmonie in Hamburg. Jetzt ist die Pfarrkirche das aktuell bedeutendste sakrale Bauwerk der Welt. Auf Platz 2: eine Kirche in Mexiko. Für die Preisvergabe 2020 konnten Bauten der vergangenen zehn Jahre eingereicht werden.

Kein Wetterhahn, sondern ein festsitzender Hahn, der in Richtung Osten blickt, zur aufgehenden Sonne hin.

In der Jury saßen frühere Preisträger (unter anderem die Architekten Tadao Ando und Cristian Undurraga) zusammen mit dem Präsidenten der Stiftung, dem Architekten Luigi Leoni. Der internationale Architekturpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

„Diese Auszeichnung gebührt allen, die mit dieser Kirche zu tun haben, dazu gehören auch der Auftraggeber und die Pfarrgemeinde“, sagt Architekt Axel Frühauf. Er und sein verstorbener Büropartner Andres Meck haben das Bauwerk in Anlehnung an einen Bergkristall konzipiert. Eine von vielen Besonderheiten sind die 15.000 weißen, dreidimensionalen Keramikkacheln, die die Fassade bilden. Auftraggeber für den Bau war das Erzbistum München und Freising, die Kosten beliefen sich laut Ordinariat auf rund 14,6 Millionen Euro.

Das Taufbecken mit Blick auf den Teich im Bergfeldpark. Im Hintergrund der Glockenturm der evangelischen Christuskirche.

Poings Pfarrer Philipp Werner freut sich über die Auszeichnung, sagt aber gleichzeitig: „Es ist unsere Aufgabe, dass die Kirche nicht nur als architektonisches Bauwerk wahrgenommen wird, sondern dass Menschen darin Christus begegnen.“ Seit der Weihe im Juni 2018 würden immer wieder Besuchergruppen, insbesondere Architekturstudenten, nach Poing kommen, um die Kirche zu besichtigen. Seit der Eröffnung finden dort freilich aber Gottesdienste und kirchliche Feiern statt, Seliger Rupert Mayer hat die alte Kirche St. Michael in Poing-Süd als Pfarrkirche abgelöst.

Bei der „Langen Nacht der Streetart“ im September 2019 wurde die Kirche in buntes Licht getaucht.

In einer Kurzbeschreibung des Bauwerks auf der Internetseite von meck architekten heißt es: „Betritt der Besucher den zum Altar hin abfallenden Kirchenraum, so öffnet sich ein zum Himmel strebender Raum aus Licht. In Analogie zur Dreifaltigkeit prägen drei große Lichtöffnungen mit ihrer jeweiligen Lichtführung die unterschiedlichen liturgischen Orte und Handlungen. Getragen wird die Kirche sowohl statisch als auch inhaltlich durch ein überdimensional großes Raumkreuz, das sich dem Besucher als kraftvolles Bild in Form des Dachfaltwerkes offenbart.“

Preisübergabe in Italien: Architekt Axel Frühauf mit Luigi Leoni, Präsident der Stiftung Frate Sole.

Ziel der Stiftung Frate Sole, die vom 2007 verstorbenen Franziskaner Vater Constantino Ruggeri gegründet wurde, ist „ein neues Bewusstsein für zeitgenössische Kirchenbauten zu fördern“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Hierbei gehe es nicht nur um die sakrale Funktion, sondern um die Bedeutung als spiritueller Ort. Ruggeri war studierter Bildhauer und wirkte an 30 Kirchenbauten weltweit mit.

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