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634 weiße Kacheln fehlen noch an der Fassade von Poings neuer Pfarrkirche. Jetzt kann die Fertigstellung fortgesetzt werden. Das Foto stammt aus der Zeit kurz vor dem Baustopp.

Nach Insolvenz

Jetzt wird weiter gekachelt

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Poings neue Pfarrkirche wird bald vollendet. Das Ordinariat hat einen Ersatz für die insolvente Fassadenbaufirma gefunden. Im ersten Halbjahr 2018 soll das Gotteshaus endlich fertig werden.

Poing – Das Ordinariat der Erzdiözese München und Freising hat für den Bau von Poings neuer Pfarrkirche ein Ersatzunternehmen gefunden für die insolvente Fassadenbaufirma. Wie die Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt hat, werden die Arbeiten an der Gebäudehülle bald wieder aufgenommen. Von den insgesamt rund 15.000 weißen Kacheln fehlen noch 634. „Das nicht insolvente Unternehmen, das die Kacheln herstellt, hat die Produktion bereits wieder aufgenommen“, meldet die Pressestelle. Aktuell seien etwa 90 Prozent der fehlenden Kacheln fertig, die restlichen zehn Prozent würden derzeit produziert.

Die Fertigstellung der Kirche ist laut Ordinariat für das erste Halbjahr 2018 geplant, ein Eröffnungs- und Weihetermin stehe noch nicht fest. Auf den im Vorfeld festgelegten Kostenrahmen von 14,6 Millionen Euro habe die Insolvenz der Fassadenbaufirma und der Wechsel zu einem anderen Unternehmen wohl keine Auswirkungen. „Nach jetzigem Stand wird das Budget eingehalten“, heißt es.

Eigentlich hätte Poings neue Pfarrkirche am 15. Oktober eröffnet und geweiht werden sollen. Doch am 2. August wurde bekannt, dass die beauftragte Fassadenbaufirma Insolvenz angemeldet hat. Daraufhin hat das Ordinariat das Auftragsverhältnis beendet und sich nach Ersatz umgesehen. Das sei nicht einfach gewesen, weil: „Die Suche nach einem belastbaren Konstrukt aus geeignetem Lieferant und Monteur ist aufgrund der komplexen Konstruktionsart und der Einzigartigkeit der Fassade sehr aufwendig“, gab das Ordinariat kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz bekannt.

Die Grundsteinlegung ist mittlerweile zwei Jahre her: Am 3. November 2015 startete der Bau offiziell. Im Mai 2017 wurde der Glockenturm fertiggestellt, am 25. Mai (Christi Himmelfahrt) wurden die Glocken geweiht und in den Glockenstuhl gehängt.

Das neue Gotteshaus soll Platz für rund 350 Menschen bieten. Die Kirche nach Entwürfen des Münchner Architekturbüros Meck Architekten vervollständigt das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer, das bisher aus einem Kindergarten und einem Pfarrheim besteht.

Die Poinger Kirche wird die erste katholische Pfarrkirche sein, die das Patrozinium des Seligen Paters Rupert Mayer trägt. In der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Kirchenzentrum Rupert Mayer wurde jetzt bekannt, dass die Einrichtung eher spartanisch ausfallen wird. Unter anderem sind für die Sitz- und Kniebänke keinerlei Kissen und Polster vorgesehen. Dafür werde es eine Fußbodenheizung geben, wie Pfarrer Christoph Klingan mitteilte.

Eine richtige Orgel wird Poings künftige Pfarrkirche auch keine haben, zumindest anfangs nicht. Laut Klingan ist vor Kurzem eine elektronische Orgel gekauft worden: „Es ist eine Zwischenlösung. Auf lange Sicht wollen wir eine speziell für diese Kirche entwickelte Orgel.“

Nach Weihe und Eröffnung des Bauwerks wird es Poings neue Hauptkirche sein. Die Kirche St. Michael in Poing-Süd bleibt aber in Betrieb – in ihr werden dann hauptsächlich Werktagsmessen, aber auch weiterhin Sonntagsgottesdienste gefeiert.

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