Betonbau mit Schriftzug Jugendzentrum
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Das Jugendzentrum in Poing soll hinaus zu den Jugendlichen gehen.

Präsentation

Jugendkonzept Poing: Nach drei Jahren immer noch am Anfang

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Die Gemeinde Poing will nicht nur für junge Familien mit kleinen Kindern attraktiv sein, sondern auch für Jugendliche. Bislang ist davon aber nichts zu spüren.

  • Die Gemeinde Poing will ein Jugendkonzept erstellen
  • Startschuss vor drei Jahren - getan hat sich bislang nichts
  • Mit neuem Personal soll‘s jetzt voran gehen.
  • Erste Ideen vorgestellt, darunter: Treffpunkt nahe der Skateranlage

Eine Bestandsaufnahme, was in der Gemeinde Poing für Jugendliche an Angeboten vorhanden ist, und ein Ausblick, was für Jugendliche gemacht werden sollte: Das war Inhalt eines Vortrags mit anschließender kurzer Diskussion in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Überschrift des Tagesordnungspunktes: „Entwicklung eines Jugendkonzepts für Poing – Sachstandsbericht“. Gut eine Stunde lang dauerte das Ganze, vieles, was gesagt wurde, ist altbekannt. Schließlich beschäftigen sich die Gemeinde und der Gemeinderat seit drei Jahren mit dem Thema „Jugendkonzept“ – herausgekommen ist bislang so gut wie nichts.

Poing: Neue Mitarbeiter für die Jugend

Poings neue Jugendpflegerin Martina Venus und Torsten Gürntke (Sachgebietsleitung Pädagogik) präsentierten zunächst eine detaillierte Zusammenstellung dessen, welche Möglichkeiten es für Jugendliche bereits gibt. Beispielsweise hätten rund ein Viertel der insgesamt 94 Vereine, Institutionen (darunter auch die Kirchen) oder Gruppierungen, die in der Gemeinde Poing registriert sind, Angebote für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus gebe es das Jugendzentrum sowie die Jugendsozialarbeit an Schulen.

Des Weiteren listen Venus und Gürntke in ihrem Bericht öffentliche Plätze auf, wo sich Jugendliche gerne aufhalten. Dazu zählen neben dem Reuter- und dem Bergfeldpark beispielsweise der Marktplatz, der Bergfeldsee, die Skateranlage, der Sportpark und der Polizeispielplatz.

Möglicher Ort für Jugendtreff: zwischen Skater- und Tennisanlage

Mit Blick auf die Zukunft, wie Poing für Jugendliche attraktiver gemacht werden kann, stellten die beiden Mitarbeiter der Gemeinde einige Vorschläge vor – unter anderem resultierend aus einer Jugendumfrage aus dem Jahr 2018 sowie ersten Ideensammlungen und Workshops. Im Zuge der beiden Neubaugebiete W7 (Lerchenwinkel) und W8 sollen Räume für Jugendliche entstehen, kündigten Martina Venus und Torsten Gürntke an. Der Parkbereich, der gegenüber der Bergfeldschule, auf der anderen Seite der Bergfeldstraße, angelegt wird, könne solchen Raum bieten. Gleiches gelte für das Aktivitätenband entlang der Bergfeldstraße. Wie berichtet, soll hier eine Art Grünstreifen mit verschiedenen Stationen/Plätzen entstehen.

Das Theatron war ein schöner Ort. Jetzt ist dort wegen der Bebauung nichts mehr möglich.

Robert Petermeier, FWG-Gemeinderat

Als einen geeigneten Platz für einen von Jugendlichen selbst verwalteten Treff (das kann ein ausrangierter Bauwagen sein oder eine Hütte) haben die Jugendpflegerin und der Pädagogikleiter den Abenteuerspielplatz neben der Skateranlage am Hanselbrunn ausgemacht. Der Spielplatz sei wenig attraktiv für Kinder, so Venus und Gürntke, hier könnte man über eine Umgestaltung nachdenken: „Die Lage und das Gelände des Areals bieten (...) eine ideale Voraussetzung zur Schaffung eines zentralen Freiraumes für Jugendliche.“ Zumal es hier keine Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft gebe.

Poing: Theatron als Veranstaltungsort?

Ein Umstand, der bei vielen anderen möglichen Plätzen stark ins Gewicht fällt. Martina Venus und Torsten Gürntke haben beispielsweise das Theatron, unweit des Monopteros’ im Bergfeldpark, als schönen Ort für Freiluftveranstaltungen wie Open-Air-Kino, Konzerte oder für ein Parkfest entdeckt. Problem: das Theatron liegt zwischen Zauber- und Seewinkel mit entsprechend direkten Anwohnern. „Das Theatron war ein schöner Ort. Jetzt ist dort wegen der Bebauung nichts mehr möglich“, sagte in der Gemeinderatssitzung Robert Petermeier von der FWG.

Aktionen am Bergfeldsee

Ähnliches gilt für den Bergfeldsee, wenngleich hier durch die Bergfeldstraße der Abstand zu den ersten Häusern etwas größer ist. Dennoch gibt es schon jetzt regelmäßig Beschwerden von Anwohnern über Lärm und Ruhestörung. Dennoch haben Jugendpflegerin Venus und Pädagogikleiter Gürntke das Areal aufgenommen in ihre Liste für Aktivitäten und Angebote. Als Beispiele nennen sie: „Bewusstseinsschaffende Veranstaltungen für Jugendliche wie Jugendaktionstage oder ein Beachvolleyballturnier mit entsprechendem Aufklärungscharakter“. Soll heißen: Bei derartigen Aktionen könnten Jugendliche gleichzeitig sensibilisiert werden für das richtige Verhalten am See.

Jugendzentrum Poing soll raus zu den Jugendlichen

Schon bald umgesetzt werden soll die Idee „Jugendzentrum to go“: Das JuZ-Team soll rausgehen zu den Jugendlichen. In einer Art Streetwork. Da Poing eine junge Gemeinde ist, sollte hier ein Bewusstsein entstehen, das die Jugendlichen ernst nimmt, ihnen Platz und Freiräume schafft und Poing lebenswert für sie macht“ – das haben Martina Venus und Torsten Gürntke als Fazit in ihrer Stellungnahme festgehalten. Wie Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) sagte, seien aufgrund von personellen Änderungen im Sachgebiet Jugend neue Strukturen und Ressourcen geschaffen worden – dazu zählen die neue Jugendpflegerin und der Sachgebietsleiter Pädagogik. „Die Ausdehnung der offenen Kinder- und Jugendarbeit sei ein erster Schritt zur Steigerung der Attraktivität für Jugendliche“, heißt es in der Bestandsaufnahme von Martina Venus und Torsten Gürntke. Am Ende ihrer Ausführungen zum Jugendkonzept sagte der Leiter des Sachgebiets Pädagogik in der Gemeinderatssitzung: „Wir stehen am Anfang.“

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