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Blick in die neue Poinger Kirche, die nach Rupert mayer benannt ist. Hunderte Gläubige kamen gestern, um die feierliche Einweihung miterleben zu können.

Katholische Kirche in Poing feierlich eingeweiht

Ein neues Herz für die Gemeinde

„Alles beginnt mit der Taufe“, betonte Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, „deshalb werde ich zuerst den Taufbrunnen weihen!“ Das war dann auch der Auftakt gestern zum Weihegottesdienst für die neue katholische Kirche Seliger Rupert Mayer in Poing.

Poing– Allerdings, so war es auch im Vorfeld geplant worden, musste der hohe kirchliche Würdenträger aus München erst um Einlass ins Gotteshaus bitten. Nach dreimaligem Klopfen mit dem Bischofstab öffneten sich schließlich die Kirchentüren – geradezu wie von Geisterhand.

Empfangen wurde der Erzbischof in Begleitung von rund 70 Ministranten, den Pfarrer Christoph Klingan und Michael Holzner, Diakon Hans Dimke und weiteren kirchlichen Würdenträgern auch aus der Evangelischen und kroatischen Gemeinde Poing auf dem Kirchenvorplatz vom Evangelischen Posaunenchor. Dann sangen Kinder von „Gottes Liebe und Güte“, von „vielen kleinen Füßen“ und von „Gott, der ein Haus baut, das lebt“.

Für den Erzbischof das passende Stichwort, zum Bau der neuen Kirche überzuleiten. Nach Gebeten und dem symbolischen Anklopfen zogen die Gläubigen nach der Geistlichkeit feierlich in das neue Gotteshaus ein. Dort wartete auf Kardinal Marx jede Menge Arbeit. Nach der Weihe des Taufbrunnens musste die Osterkerze entzündet werden. Zusammen mit den Gläubigen galt es, das Taufbekenntnis zu erneuern.

Zwischendurch sang der Kirchenchor unter der Leitung von Martina Kneissl und erklang ein Orgelspiel von Johannes Lamprecht. Es gab Bläsermusik, oder es sang der Kroatische Chor Poing unter der Regie von Anamarija Andrijevic.

Schließlich wurden Reliquien des Seligen Pater Rupert Mayer und Otto von Freising im Altarkörper eingesetzt. Im Anschluss begann die Weihe des Altars mit der Salbung und dem anschließenden Verbrennen von Weihrauch auf fünf verschiedenen Stellen.

Auch im Evangelium und der Festpredigt stand der Bau eines Hauses im Mittelpunkt. „Du bist Petrus, der Fels, auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“, zitierte Marx aus der Bibel. „Wir haben Gott in Poing ein Haus gebaut“, fuhr er fort, „Menschen bauen einen Ort, um sich versammeln zu können!“

Der Kardinal bemerkte, dass sich Kirchengebäude im Laufe der Geschichte sehr verändert hätten. Die neue Kirche in Poing sei bestes Beispiel dafür. Es liege nun an den Menschen hier, sich darin zu versammeln.

In der „ganzen jüdisch-christlichen Tradition“ gehe es nicht um den Einzelnen, sondern „immer um das Volk Gottes“, erklärte Marx. Mit Verweis auf die ursprüngliche Bedeutung des aus dem Altgriechischen stammenden Wortes „ecclesia“ sagte er: „Versammlung ist das eigentliche Wort für Kirche.“ Die Gläubigen seien nun aufgerufen, „sich auf den Weg“ zu machen und dies zu bezeugen.

In seiner Predigt betonte Kardinal Marx die Bedeutung der sonntäglichen Eucharistiefeier. „Die Versammlung am Sonntag ist der Höhepunkt des christlichen Lebens“, sagte er. Es sei „wichtig, dass wir uns versammeln“, so Marx, auch über Treffen mit Freunden oder in Vereinen hinaus. „Wir gehören auch zum Leib Christ. Das muss man sehen.“

An die Gläubigen in der voll besetzten neuen Pfarrkirche gewandt, verwies der kirchliche Würdenträger auf die „Fülle“, die „Vielfalt von Begabungen“ und die unterschiedlichen Altersgruppen der versammelten Männer und Frauen. „Schaut euch um! Macht was draus!“, rief der Kardinal den Gläubigen zu.

„Jammern und Klagen“ seien fehl am Platz. Stattdessen gehe es darum, gemeinsam die neue Kirche zu einem Herz für diese Gemeinde zu machen.

Nach dem Segen formierte sich ein Festzug mit der Musikkapelle Poing, den Vereinen und Gläubigen zum Gemeindlichen Baubetriebshof, wo es mehrere Festreden gab und sich ein gemeinsames Mittagessen mit gemütlichem Beisammensein anschloss.

Die Kirche Sel. Rupert Mayer, die rund 350 Sitzplätze bietet, ist nach den Plänen des Münchner Architekturbüros Meck Architekten gebaut und dient ab der Weihe als Pfarrkirche von Poing. Sie ergänzt das Kirchenzentrum. Pater Rupert Mayer, das bisher aus Kindergarten und Pfarrheim besteht und in unmittelbarer Nähe zum Bürgerhaus und zur evangelischen Kirche ein wichtiger Bestandteil des neuen Ortszentrums von Poing ist.

In den vergangenen Jahrzehnten ist Poing zur zweitgrößten Gemeinde im Landkreis Ebersberg gewachsen. Die bisherige Pfarrkirche St. Michael ist daher für den Bedarf der Gemeinde zu klein geworden. Sie steht weiterhin als Gottesdienstort zur Verfügung, auch der benachbarte Wohnsitz des Pfarrers wird beibehalten.  dul 

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