Bautafel
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So sieht der Plan für Poings Neubaugebiet Lerchenwinkel aus. Das Gymnasium (weiße Fläche) warten.

Schulpolitik

Kein Geld da: Gymnasium Poing und Berufsschule Grafing nicht vor 2025 fertig

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Nichts wird es mit der für Herbst 2024 geplanten Eröffnung des Gymnasiums Poing und der Berufsschule Grafing: Beide Projekt werden vorerst auf Eis gelegt.

  • Eigentlich war die Eröffnung des Gymnasiums Poing und der Berufsschule Grafing für 2024 geplant.
  • Kreisausschuss empfiehlt, beide Großprojekte zu verschieben
  • Fertigstellung der beiden Schulen verzögert sich um mindestens ein Jahr
  • In beiden Fällen sind die Kosten enorm gestiegen

Das Gymnasium in Poing und das Berufsschulzentrum in Grafing werden mindestens ein Jahr später in Betrieb gehen als geplant. Auf Empfehlung des Kreis- und Strategieausschusses des Kreistages werden beide Großprojekte zurückgestellt. Grund: die schwierige Haushaltslage bedingt durch die Coronakrise und fehlende Ergebnisüberschüsse. Laut Masterplan Schulen vom Herbst 2017 hätten beide Einrichtungen zum Schuljahr 2024/2025 in Betrieb gehen sollen. Ob es bei einem Jahr Verzögerung bleibt, oder eine bzw. beide Schulen längere Zeit auf der Warteliste bleiben, ist laut Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger eine politische Entscheidung des Kreistags: „Landrat Robert Niedergesäß steht weiterhin fest hinter beiden Schulen, beide sind für die Zukunft des Bildungsstandortes Ebersberg von großer Bedeutung.“ Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe soll bis Mitte 2021 für die Gremien des Kreistages vorbereiten, ob und welche Schule einen zeitlichen Vorrang erhält.

Landrat Robert Niedergesäß steht weiterhin fest hinter beiden Schulen.

Eveyln Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes Ebersberg

Laut Schwaiger können die Planungen für das Gymnasium in Poing aktuell sowieso nicht weiterverfolgt werden, wegen des laufenden Normenkontrollverfahrens der Gemeinde Pliening. Wie berichtet, hat Poings Nachbargemeinde beim Verwaltungsgericht gegen das Neubaugebiet, in dem das Gymnasium errichtet werden soll, Klage eingereicht. Diese richtet sich nicht gegen den Schulbau, sondern gegen das Vorhaben der Gemeinde Poing, in diesem Neubaugebiet sowie in einem weiteren, direkt angrenzenden, Wohnraum für insgesamt 4000 Menschen zu schaffen, ohne dass die Auswirkungen unter anderem auf den Verkehr ausreichend untersucht worden seien.

Landkreis: Kosten für beide Schulen extrem gestiegen

Eine bedeutende Rolle für die Empfehlung des Kreisausschusses, die Schulbauten auf die Warteliste zu setzen, spielen die Kosten für die jeweilige Maßnahme. Laut Schwaiger beträgt die Kostenschätzung für das Berufsschulzentrum Grafing aktuell 107,3 Millionen Euro brutto – ursprünglich sei man von gut 49 Millionen Euro ausgegangen. Gründe für die Erhöhung: Nach einer ersten Machbarkeitsstudie des Planungsverbandes München zuzüglich Risikoreserve sei von 30 Prozent höherer Kosten auszugehen, das Raumprogramm habe sich um etwa 40 Prozent erhöht. „Hinzu kam eine Dreifach-Sporthalle sowie ein Parkdeck für 200 Stellplätze“, so Schwaiger. An staatlichen Zuschüssen seien 27 Millionen Euro geplant.

Die Bruttokosten für das Gymnasium Poing sind laut Pressesprecherin von 59,5 auf 90,5 Millionen Euro gestiegen. Gründe: Mittlerweile liege ein pädagogisches Raumkonzept vor, das zuzüglich Risikoreserve 30 Prozent Kostensteigerung ausmache. Hinzu komme eine Tiefgarage mit 150 Stellplätzen. Für das Gymnasium rechnet der Landkreis mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 19,5 Millionen Euro, außerdem beteilige sich die Gemeinde Poing mit drei Millionen Euro an den Kosten der Tiefgarage.

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