Ein Mann schwimmt in einem Pool.
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Im Schul-/Lehrschwimmbad in Poing (Baubeginn ist allerdings noch ungewiss) könnte es auch einen öffentlichen Badetag geben. (Symbolbild)

Gemeinderatsbeschluss

Kein Spaß-Bad für Poing, sondern ein Sinn-Bad: Schulschwimmbad vielleicht sogar mit öffentlichem Badetag

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Ein Termin, wann mit dem Bau von Poings neuem Schul-/Lehrschwimmbad begonnen wird, steht noch nicht fest. Es gibt aber eine neue Idee: einen öffentlichen Badetag.

Poing – Eigentlich hätte Poing schon lange ein neues Schul-/Lehrschwimmbad haben sollen. Am 4. Juli 2013 beschloss der Gemeinderat einstimmig, das Projekt zu realisieren. Eine erste Kostenschätzung damals ging von 3,5 Millionen Euro aus. Bis heute ist daraus nichts geworden. In seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend hat der Gemeinderat nun erneut einen Grundsatzbeschluss gefasst: Ja, das Schwimmbad wird gebaut, dazu eine Schulmensa, die dringend benötigt wird. Letztere soll als erstes errichtet werden, das Schwimmbad im Anschluss – als Anbau.

Poing: Erst Schulmensa, dann Schwimmbad

Die jetzt von der Verwaltung vorgelegte Kostenschätzung sieht wie folgt aus: rund 8,5 Millionen Euro für das Bad, etwa 3,5 Millionen Euro für die Mensa. Plus Außenanlagen, plus weitere Optionen sowie Risikoabsicherung und plus Baukostenindex macht das Gesamtprojekt summa summarum knapp 15 Millionen Euro. Dafür, so hat die Verwaltung errechnet, könnte die Gemeinde etwa 4,3 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern bekommen.

Kostenentwicklung von 3,5 auf 15 Millionen Euro

Genau zehn Jahre ist es her, Anfang 2011, als das damalige Schul- und Lehrschwimmbad in der alten Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd wegen baulicher und hygienischer Mängel geschlossen wurde. Im Jahr 2013 beschloss der Gemeinderat, dass ein Ersatz gebaut wird – in Poing-Nord, direkt südlich an die Anni-Pickert-Schule angrenzend. Damals war die Rede davon, dass das Bad etwa 3,5 Millionen Euro kosten würde und im Herbst 2017 eröffnet werden könnte.

Auf dem Areal südlich der Anni-Pickert-Schule werden Schwimmbad und Mensa gebaut. 

Mittlerweile ist die Grundschule Karl-Sittler-Straße neu gebaut und in Betrieb – ohne Schwimmbad. Dieses war dort von Anfang an nicht mehr geplant, sondern als eigenes Gebäude an der Anni-Pickert-Schule. Im Laufe der vergangenen Jahre hat der Gemeinderat die Planungen immer wieder neu justiert und, aufgrund des dringenden Bedarfs, um eine Mensa für die Anni-Pickert-Schule erweitert. Dadurch sind die Kostenschätzungen stets weiter gestiegen, von einer Mensa war 2013 noch gar nicht die Rede. Erst im Oktober 2018 entschied der Gemeinderat sich für deren Bau, der mit dem Schwimmbad verbunden werden soll.

Schwimmbad mit 25 Meter langem Becken

Die Kostensteigerung beim Bad selbst beruht insbesondere auf Nachbesserungen bei der Planung bzw. Erweiterungen im Vergleich zum ursprünglich ins Auge gefassten, sehr einfachen Modell. Im Dezember 2019 beschloss der Gemeinderat zusätzliche Maßnahmen, wie einen behindertengerechten Einstieg ins Becken, einen Teilhubboden mit Schleppe, sodass die Wassertiefe zwischen 0 und 180 Zentimetern variiert werden kann. Außerdem wird das 25-Meter-Becken nicht mit Fliesen, sondern mit Edelstahl ausgekleidet.

Finanzielle Mittel größtenteils schon eingeplant

Nun also belaufen sich die Kosten für Schwimmbad und Mensa auf insgesamt knapp 15 Millionen Euro. Geld, das die Gemeinde zum größten Teil (12,7 Millionen Euro) im Haushalt bzw. Finanzplan für die Jahre 2021 bis 2024 schon eingestellt und vorgesehen hat. Die restlichen 2,3 Millionen Euro müssen in den Folgejahren 2025 bis 2029 ausgewiesen werden, erläuterte Bürgermeister Thomas Stark in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Die jährlichen Betriebskosten für das Schwimmbad schätzt er grob auf 300.000 Euro.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig folgendes Vorgehen: Mensa und Schwimmbad sollen nun detailliert weitergeplant werden. Gebaut wird als erstes die Mensa, inklusive Vorrüstung für ein Schwimmbad. Wann dieses folgt, entscheidet der Gemeinderat noch separat – wenn (vermutlich Ende 2021) die Haushaltslage für die kommenden Jahre abschätzbar sein wird.

Poing: Alle Fraktionen sprechen sich für Schwimmbad aus

In der Sitzung am Donnerstag sprachen sich Sprecher und Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen für den Bau des Schul-/Lehrschwimmbades aus. Schwimmunterricht, insbesondere für Kinder, sei enorm wichtig. „Es gehört zur ganzheitlichen Erziehung, dass Kinder schwimmen lernen“, sagte Franz Langlechner (CSU). Er und auch Matthias Andres (FWG) betonten: „Poing braucht ein Schwimmbad und Poing kann sich ein Schwimmbad leisten.“ Bärbel Kellendorfer-Schmid (SPD) sagte: „Die Mensa brauchen wir, das Schwimmbad wollen wir.“

Kein Spaß-Bad, sondern ein Sinn-Bad

Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) überraschte in der Sitzung mit seiner Idee, das Schwimmbad an einem Tag in der Woche für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen (mit Eintrittspreis). Davon war bislang nie die Rede gewesen, das Bad war als Lehrbad lediglich für den Schulunterricht und Vereinssport vorgesehen. Starks Vorschlag stieß bei allen Fraktionen auf Zustimmung. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass man für einen öffentlichen Badetag allerdings eine Badeaufsicht und ein Kassenhäuschen benötige.

25 Meter lang und 12,5 Meter breit soll das Becken im Schwimmbad werden. Rein zum Schwimmen gedacht. „Wir wollten nie ein Spaßbad“, bekräftigen Stark, Kellendorfer-Schmid und Langlechner unisono das von Anfang an vorgesehene Konzept. „Wir wollen ein Bad, das Sinn macht“, sagte Franz Langlechner.

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