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In Poing gibt es diesen Sommer weder Streetwork noch Sicherheitsdienst.

Kein Streetworker, kein Sicherheitsdienst

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Poing - Nach einem Jahr ist die Streetwork-Stelle der Gemeinde Poing wieder unbesetzt. Die gebürtige Spanierin Maria de la Soledad Conejo Ruzafa hatte gekündigt. Ihre Amtszeit war nicht unproblematisch. Einen Sicherheitsdienst gibt es auch nicht mehr.

Exakt ein Jahr nach ihrem Start hat Poings Streetworkerin ihren Job aufgegeben. Maria de la Soledad (Vorname) Conejo Ruzafa hatte die Stelle am 1. Juni 2015 angetreten, am 31. Mai 2016 war ihr letzter Tag. „Sie hat ihr Arbeitsverhältnis gekündigt“, lautet die offizielle Stellungnahme von Bürgermeister Albert Hingerl. Bevor die gebürtige Spanierin und Diplom-Psychologin Conejo Ruzafa ihren Job antrat, war die Streetwork-Stelle vier Jahre unbesetzt. Zum einen, weil der Gemeinderat zunächst keine Notwendigkeit gesehen hatte, die so genannte „aufsuchende Jugendarbeit“ fortzuführen, zum anderen, weil trotz mehrmaliger Ausschreibung sich keine geeigneten Bewerber gefunden hatten.

Dass der Posten überhaupt noch einmal besetzt wird, lag insbesondere an dem Sicherheitskonzept, das Verwaltung und Gemeinderat Anfang 2015 geschnürt hatten. Hauptauslöser war das „Problem-Wochenende“ im Januar 2015, als mehrere, teilweise stark betrunkene Jugendliche im neuen Ortszentrum, hauptsächlich am Marktplatz, randaliert hatten. Hinzu kamen in den darauffolgenden Wochen zahlreiche Beschwerden von Anwohnern des Marktplatzes und des Bergfeldparks über zu laute Jugendliche.

Schon wenige Wochen, nachdem die damals 31-jährige Streetworkerin ihren Dienst begonnen hatte, gab es Probleme mit Jugendlichen. Teilweise, so hieß es, sei Conejo Ruzafa bedroht worden. Deshalb wurde ihr seitens der Gemeinde untersagt, den Bereich des Marktplatzes und den Bergfeldsee aufzusuchen.

Ein weiterer Teil des vor über einem Jahr aufgestellten Sicherheitskonzepts war die Anstellung eines privaten Sicherheitsdienstes, der von Mai bis Oktober 2015 an Wochenenden unterwegs war.

Beides gibt es nun nicht mehr: Weder Streetwork, noch Sicherheitsdienst. Dies scheint auch nicht dringend notwendig. Das zumindest ist das Ergebnis eines Gesprächs, welches die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher und ihr Kollege Peter Paul Gantzer (Alterspräsident des Landtags und SPD-Sicherheitsexperte sowie Ehrenkommissar der Polizei) am Dienstag mit Poings Polizeichef Helmut Hintereder geführt haben. „Die Lage in Poing ist hervorragend. Keiner muss Angst haben, abends alleine nach Hause zu gehen“, fasste Gantzer das Treffen hinterher in einem Pressegespräch zusammen.

Bei diesem sagte Bürgermeister Albert Hingerl, dass von Seiten der Verwaltung und des Gemeinderates momentan nicht geplant sei, auch heuer einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren. Für den Juni kündigte er eine öffentliche Infoveranstaltung an, bei der über die Sicherheitslage in Poing gesprochen werden solle. Aufgrund der danach vorliegenden Erkenntnisse werde der Gemeinderat diskutieren und entscheiden, ob ein kommunaler Ordnungsdienst eingeführt oder erneut ein privater Sicherheitsdienst beauftragt werden soll.

Die Streetwork-Stelle ist mittlerweile neu ausgeschrieben worden. Hierfür sucht die Gemeinde eine sozialpädagogische Vollzeitkraft. Erste Beschwerden über Ruhestörungen im Bereich des Marktplatzes und des Bergfeldparks habe es in den vergangenen Wochen bereits gegeben, berichtete Hingerl im Pressegespräch bei der Polizei. Besonders auffällig sei derzeit aber die hohe Zahl an Vandalismus. Jüngster Fall: Unbekannte haben vor einigen Tagen die Mülleinhausung der Grundschule Karl-Sittler-Straße in Poing-Süd zerstört. Schaden: rund 120 Euro.

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