Eng und schmucklos: Pächter Jens Mende möchte den Kioskbereich am Poinger Bergfeldsee erneuern und erweitern. Er hofft, dass die Gemeinde mitspielt. foto: rm

Kiosk-Pächter möchte raus aus dem Container

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Poing - Jens Mende fühlt sich prinzipiell wohl am Poinger Badesee. Auch wenn sein Kiosk mit WC seit Beginn nicht mehr ist als eine Art Notlösung. Der Pächter würde statt der Container gerne etwas Standfesteres, Vorzeigbares errichten - die Gemeinde Poing hat grundsätzlich nichts dagegen.

Seit der Eröffnung des Badesees im Juli 2005, der mittlerweile den Namen „Bergfeldsee“ trägt, betreibt der gelernte Koch Jens Mende den Kiosk. Der hat sich in all den Jahren, im Gegensatz zum Freizeitareal, nicht geändert. Der 41-jährige Poinger und sein Team verkaufen aus einem kleinen, schmucklosen Container. Die Toiletten daneben befinden sich ebenfalls lediglich in einem sogenannten „Modul“. „Eine Art Hütte, dazu eine befestigte WC-Anlage, das wäre schon was“, sagt der Kiosk-Pächter, der in den vergangenen Jahren auf eigene Kosten den kleinen Biergarten errichtet habe, wie er berichtet. „Ich würde den Kiosk und das Drumherum schon schöner herrichten, aber dazu müsste ich viel Geld in die Hand nehmen.“ Dieses Risiko sei ihm allerdings zu hoch, sagt Mende, weil: Die Baugenehmigung für den Kiosk gilt immer nur für zwei Jahre und muss vom Gemeinderat bzw. dessen Bauausschuss stets neu erteilt werden. Und: Laut Auskunft von Thomas Stark, Geschäftsleiter im Rathaus, verlängert sich der Pachtvertrag automatisch jeweils um lediglich ein Jahr, sofern er nicht gekündigt wird.

Daran verschwendet zumindest Jens Mende keinen Gedanken. Im Gegenteil: „Am liebsten würde ich den Kiosk mein ganzes Leben lang machen.“ So lange er aber keinen langfristigen Pachtvertrag und Baugenehmigung habe, könne er das Risiko einer großen Investition nicht eingehen.

Als der Badesee im Sommer 2009 erweitert wurde, gab es im Gemeinderat Diskussionen darüber, ob man den Kiosk nicht gleich mit vergrößern und zusätzlich eine Wasserwacht-Station aufstellen solle. Beides wurde verworfen. Zum einen aus Kostengründen, zum anderen, weil es nicht gelang, in Poing eine freiwillige Wasserwacht-Gruppe auf die Beine zu stellen.

2010 kamen die beiden Beachvolleyball-Felder hinzu, sodass das Areal mittlerweile einen schönen und hohen Freizeitwert hat. Dass das Wasser im See immer noch ziemlich kalt ist, dafür kann niemand was, handelt es sich doch um einen von Grundwasser gespeisten See, in welchem ständige Strömung herrscht.

Mit den Neubaugebieten ist an heißen Sommertagen die Zahl der Besucher angestiegen - und sie wird es weiter tun, stehen doch noch zwei weitere Baugebiete aus. Die Wasserfläche sowie die Liegewiesen sind größer und mehr geworden - der Kiosk aber ist weiterhin im Container untergebracht, wo aufgrund der Enge nicht all zu viel möglich ist. Aber, wie gesagt: Risiko.

Auf Nachfrage unserer Zeitung lässt Bürgermeister Albert Hingerl per E-Mail mitteilen: „Sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, steht die Gemeinde einer Umgestaltung oder Erweiterung des Kiosk-Areals grundsätzlich positiv gegenüber.“ Und: „Sofern der Betreiber auf eigene Kosten einen Umbau vornehmen will, ist die Gemeinde gerne bereit, über einen längerfristigen Pachtvertrag und die weiteren Konditionen zu verhandeln.“

In diesem Jahr mache ein Umbau keinen Sinn mehr, weiß Jens Mende. Für das nächste Jahr bzw. die weiteren Jahre wolle er bald ein Gespräch mit der Gemeinde führen.

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