Diskussion über Geothermie

Kommentar zum Beben in Poing: Nachbohren ist angesagt

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Auch wenn es der Betreiber immer noch nicht zugeben will: Ein Zusammenhang zwischen der Geothermiebohrung in Poing und den dortigen leichten Erdbeben – drei in neun Monaten – ist sehr wahrscheinlich. Ein Kommentar von Josef Ametsbichler.

Das Beben und die Bohrung in Poing, das steht vermutlich in Zusammenhang. Das sagen Geologen, das sagt der gesunde Menschenverstand. Die Entscheidung, die Erdwärme-Pumpen vorerst zu stoppen, ist darum richtig. Obwohl es erst den Druck von außen brauchte, damit das Bayernwerk reagierte. Was die Sache zum PR-Desaster machte.

Autor Josef Ametsbichler

Die Verwerfungen in Poing verunsichern die Menschen, die in der Nähe von Geothermie-Anlagen leben. Doch wäre es falsch, Erdwärme-Bohrungen generell zu verteufeln. Es gibt eine Menge davon in Oberbayern, die seit Jahren zuverlässig, sicher und umweltfreundlich Wärme und Strom liefern. Die Geothermie gehört notwendigerweise zum Mix der erneuerbaren Energien. Wie die Wind-, Solar- und Wasserkraft ist sie kein Allheilmittel. Aber sie ist konstant verfügbar und hinterlässt kaum Spuren in der Landschaft. Eine sinnvolle regionale Alternative zu Atom und Kohle ist sie allemal.

Das heißt aber nicht, dass die Menschen im Münchner Südosten, der nun plötzlich Erdbebenregion geworden ist, mit ihrer Verunsicherung leben müssen. Wenn der Boden wackelt, stimmt etwas nicht. Und dann heißt es: genau hinschauen, nachbohren. Betreiber und Aufsichtsbehörden sind beide in der Verantwortung. Es ist Transparenz und Aufklärung gefragt, was die Ursache der Beben und den Ausgleich von möglichen Schäden angeht. Und wenn der Untergrund sich nicht beruhigt, muss das Bayernwerk den Betrieb eben zurückfahren – oder im Extremfall einstellen.

Rubriklistenbild: © Stefan Rossmann

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