Stichwahl

Wahlkampf in Poing? Absolute Ruhe

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Trotz eines Fehlers der Verwaltung werden die Bürgermeisterkandidaten Thomas Stark (CSU) und Reinhard Tonollo (SPD) die Stichwahl nicht anfechten. Wahlkampf? Fehlanzeige. 

Poing – In den vergangenen beiden Wochen seit der Kommunalwahl ist es ruhig geworden um Thomas Stark (CSU) und Reinhard Tonollo (SPD). Die beiden stehen in der Stichwahl für das Poinger Bürgermeisteramt, konnten aber aufgrund der Corona-Situation und den Ausgangsbeschränkungen de facto keinen klassischen und bürgernahen Wahlkampf mehr durchführen mit Infoständen, Hausbesuchen etc. Wie alle anderen Stichwahlkandidatinnen und -kandidaten im Freistaat Bayern. 

Poing: Wahlwerbung via soziale Medien

„Die Aktivitäten waren sehr eingeschränkt“, erzählt Reinhard Tonollo: „Alles läuft über soziale Medien, manchmal führe ich das eine und andere Telefonat.“ Gleiches berichtet Thomas Stark, der regelmäßig eine Telefonsprechstunde anbietet und ansonsten ebenfalls auf Facebook und Instagram aktiv ist. Mehr geht aufgrund der aktuellen Lage wegen der Corona-Pandemie nicht.


Mit dieser Situation müssen alle Stichwahl-Kandidaten in Bayern umgehen. Am Sonntag, 29. März, erfolgt die Entscheidung ausschließlich per Briefwahl. Wie hoch die Wahlbeteiligung in Poing sein werde, könne man überhaupt nicht abschätzen, sagen Stark und Tonollo unisono.

Poing: 12.000 Stimmberechtigte

Circa 12.000 Poingerinnen und Poinger sind stimmberechtigt. Vor zwei Wochen haben bei der Bürgermeisterwahl 6572 ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 57,1 Prozent entsprach. Thomas Stark erhielt 2287 Stimmen (35,1 Prozent), Reinhard Tonollo 2158 (33,1 Prozent).

Keine klaren Prognosen

Wie es am Sonntag ausgehen wird? Unabhängig voneinander sind sich die beiden Kandidaten einig: „Ich denke, es ist eine 50:50-Situation“, sagte Thomas Stark am Donnerstag im Telefonat mit unserer Zeitung. Reinhard Tonollo wenige Minuten später: „Ich glaube, es wird sehr eng werden. Ich schätze die Chancen auf 50:50.“

Zwei Kandidaten unterschiedlicher Art

Mit Thomas Stark und Reinhard Tonollo treten in der Stichwahl ein Politneuling und ein aktiver Kommunalpolitiker gegeneinander an. Der Verwaltungsfachwirt Thomas Stark (55 Jahre) ist seit 1990 in gehobenen Positionen im Poinger Rathaus tätig, die vergangenen Jahre als Geschäftsleiter. Kommunalpolitisch aktiv war er bislang nie. Auch wenn er für die CSU antritt, betont er stets, dass er parteilos ist und bleibe. Der technische Beamte Reinhard Tonollo (54) ist seit 2017 für die SPD Mitglied im Poinger Gemeinderat. Er ist teilweise seit vielen Jahren in einigen Poinger Vereinen aktiv und ist Gründer der Bürgerinitiative Pro Gymnasium.

Wahlempfehlungen der anderen Parteien

In den vergangenen Tagen haben alle anderen Parteien bzw. Fraktionen im Gemeinderat, die nicht mehr bei der Stichwahl vertreten sind, Wahlempfehlungen abgegeben: Grüne, FWG und FDP sprechen sich für Thomas Stark aus.

Kein Einspruch wegen Panne

Auf eine Frage antworteten Thomas Stark (CSU) und Reinhard Tonollo (SPD) gestern mit einem „Nein“: Ob sie die Stichwahl anfechten werden? Wie berichtet, ist der Gemeindeverwaltung Poing bei der Versendung der Wahlunterlagen eine Panne passiert. Auf wenigen der roten Rückumschläge ist statt der Adresse des Poinger Rathauses jene der Gemeindeverwaltung Aßling aufgedruckt. Bürgermeister Albert Hingerl hat bereits erklärt, dass die Verwaltung Briefe, die per Post nach Aßling geschickt werden, dort abholen wird. Es werde keine Stimme verloren gehen, so Hinge

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