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Kultusminister stellt in Poing neues Online-Spiel vor: „Augen auf!“ bei Rechtsextremismus und Fake News

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Von: Armin Rösl

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Kultusminister Piazolo mit Schulleiterin und Schülern vor einem Laptop.
Kultusminister Michael Piazolo und Schulleiterin Sylvie Schnaubelt präsentierten am Donnerstag das Online-Spiel. © Johannes Dziemballa

Schüler für die Gefahren im Internet sensibilisieren soll das neue Online-Spiel „Augen auf!“, das im Unterricht eingesetzt werden kann. In Poing wurde es vorgestellt.

Poing – Die Anfangsszene des Online-Spiels könnte auch am Bergfeldsee in Poing gedreht worden sein: Ein junger Mann geht Spazieren und sieht jede Menge Müll verstreut am Boden liegen – Hinterlassenschaften einer Party. Unter Plastikverpackungen entdeckt er einen lebenden Igel und rettet ihn. Er zeigt ihn in die Kamera und sagt Sätze wie „Unsere Heimat ist in Gefahr“, wegen Leuten, die sich „nicht an unsere Regeln halten“. Der Mann nennt sich Constable Truth (in den Filmsequenzen dargestellt von Schauspieler Felix von Bredow) und stellt sich auf seinen Videokanal mit den Worten „für Wahrheit, Fairness und eine bessere Welt“ vor.

Felix von Bredow mit Maske
Schauspieler Felix von Bredow spielt die Hauptfigur. © Johannes Dziemballa

So beginnt das Spiel, das die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (BLZ) entwickelt und das dessen Direktor Rupert Grübl zusammen mit Kultusminister Michael Piazolo am Donnerstag in der Dominik-Brunner-Realschule vorgestellt hat. In einem Live-Spiel, denn das „Online-Game“, so der neudeutsche Name, ist für den Unterricht konzipiert und richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe. Bei der Präsentation hat die Klasse 9b der Poinger Realschule das Spiel gespielt, in dessen Mittelpunkt Videoposts von Constable Truth stehen.

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Ziele des Online-Games mit dem Titel „Augen auf!“ sind laut Grübl und Piazolo: Kinder und Jugendliche für Gefahren im Internet zu sensibilisieren, über Gefahren von Manipulation und über Strategien von Extremisten aufklären sowie Fake News zu erkennen.

Blick auf einen Computerbildschirm
Felix von Bredow als Constable Truth. © Johannes Dziemballa

Im Laufe des Spiels, in dem die Jugendlichen in Rollen schlüpfen und in einer Chatgruppe mit Constable Truth interagieren und Entscheidungen treffen müssen, stellt sich immer mehr heraus, dass es dem vermeintlichen Naturschützer gar nicht um die Natur geht, sondern... Nein, an dieser Stelle erfolgt ausnahmsweise keine Auflösung, das Thema ist zu wichtig, weshalb es die Schülerinnen und Schüler selbst im Unterricht erfahren und erarbeiten sollten.

Poing: Realschüler spielen Spiel als erste in Bayern

Nach dem Spiel erzählen die Schüler der 9b (eine reine Jungen-Klasse) über ihre Eindrücke und Gefühle während des Spiels. Manche Entscheidungen, die sie während des Online-Games getroffen haben, würden sie mit dem jetzigen Wissen, welche Folgen sie haben, so nicht wiederholen, sagen einige in einer kleinen Gesprächsrunde mit BLZ-Direktor Rupert Grübl und Kultusminister Michael Piazolo. „Das Spiel ist gut und lehrt, dass man achtsamer im Umgang mit den sozialen Medien sein sollte“, zieht Schüler Ferdinand Obermaier als Fazit. Nicht alle Infos, Nachrichten und Memes, die in Posts oder Chatgruppen gestreut werden, gleich „liken“ und teilen, sondern hinterfragen, recherchieren und für sich einordnen.

Um „Augen auf!“ im Unterricht spielen zu können, müssen mindestens zwölf Jugendliche und eine Spielleitung (z.B. eine Lehrkraft) teilnehmen. Für die Vor- und Nachbereitung gibt es ein eigenes Handbuch. Das Online-Game und die Unterlagen sind unter www.game-augen-auf.de erhältlich.

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