„Erhebliche Fahrplan-Abweichungen“: Massive Probleme bei mehreren U-Bahn-Linien

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Deutlich zu sehen ist der Riss  am oberen Rand der Wand in diesem Raum der Seerosenschule. 

Landkreis will Schadenersatz

Erdbeben beschädigt Poinger Schule

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Nicht nur Privatpersonen haben nach dem Erdbeben vom Samstag, 9. September, frische Schäden an ihren Häusern und Wohnungen festgestellt, sondern auch das Landratsamt.

Poing –  Wie Norbert Neugebauer, Büroleiter von Landrat Robert Niedergesäß, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, seien an Wänden des Sonderpädagogischen Förderzentrums (Seerosenschule) Risse entdeckt worden. Unmittelbar nach dem Erdstoß der Magnitude 2,0 von Samstagabend.

Größere Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben die Schäden nicht: „Ein Statiker hat das Gebäude untersucht und festgestellt, dass die Statik weiterhin in Ordnung ist“, berichtet Neugebauer. Die Risse seien dokumentiert worden. Und nun? „Sollte sich herausstellen, dass das Erdbeben mit der Geothermie in Poing zu tun hat, kann es sein, wird der Landkreis vom Bayernwerk Schadensersatz einklagen.“

Wissenschaftliche Klärung soll ein Gutachten des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover (LIAG) bringen, das bereits angesichts der ersten beiden Beben (im Dezember 2016) im Februar 2017 in Auftrag gegeben wurde. Dieses werde in Kürze vorliegen, vermeldet das Bayernwerk. Dann will sich auch die Aufsichtsbehörde, das bei der Regierung von Oberbayern angesiedelte Bergamt Südbayern, zur Ursache der Erdbeben äußern. Gleiches gilt für die Bayernwerk Natur GmbH, die die Geothermie in Poing betreibt. Wissenschaftlich, so heißt es aus der Unternehmenszentrale, gebe es bislang keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen den Erdbeben und der Geothermie. Wissenschaftler und Erdbebenexperten vermuten allerdings, dass eine Verbindung zwischen Geothermie und Erdbeben hochwahrscheinlich ist.

Das Epizentrum des Bebens am 9. September lag nur wenige Meter entfernt von jener Stelle auf Plieninger Flur, wo das abgekühlte Tiefenwasser zurück in die drei Kilometer tiefe Erdschicht gepresst wird. Am Bohrloch 1, an der OMV-Tankstelle in Poing, wird das heiße Wasser aus drei Kilometern herauf- und weiter in die Heizzentrale an der Gruber Straße gepumpt. Dort wird es mittels Erd- bzw. Biogas aufgeheizt und ins Poinger Fernwärmenetz geleitet. Danach fließt es weiter in Richtung Bohrloch 2 zwischen Bergfeldsee und Pliening (unmittelbar an einem Feldkreuz).

Nach dem jüngsten Erdbeben und auf Forderung von Bürgermeister Albert Hingerl hat das Bayernwerk die Geothermie vorläufig außer Betrieb genommen. Das Fernwärmenetz wird nun ausschließlich mit Gas gespeist, wie es schon vor der Geothermie der Fall war. Bis zum gestrigen Mittwoch, 14 Uhr, wurden der Gemeinde Poing laut Hingerl von Privatpersonen insgesamt 27 Schäden an/in Häusern und Wohnungen gemeldet. Hauptsächlich Risse an Wänden und Fliesen. Die Verwaltung werde die eingegangenen Mitteilungen an das Bayernwerk weiterleiten.

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