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„Landwirtschaft der Zukunft“: EU-Agrarkommissar zu Gast in Grub und am Zehmerhof

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Von: Armin Rösl

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EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski besucht Hofladen in Gelting.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski im Zehmerhof. © J.Dziemballa

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski hat am Dienstag den Zehmerhof in Gelting besichtigt und diesen als „Landwirtschaft der Zukunft“ gelobt. Zuvor war er zu Besuch in Grub.

Grub/Gelting – Wie gastfreundlich bayerische Bauern sein können, erfuhr EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski am Dienstagmittag auf dem Zehmerhof in Gelting. Die Seniorchefs Andrea und Anton Huber mit Juniorchefin (und Schwiegertochter) Sophie Scharl und der Auszubildenden Laura Stegemann (die im Übrigen amtierende Deutsche Weihnachtsbaumkönigin ist) ließen am Ende seines Besuchs den Agrarkommissar und dessen Entourage aus dem bayerischen Landwirtschaftsministerium nicht so einfach davonziehen, als die sich schon Richtung Ausgang bewegen wollte: „Setzen Sie sich her, wir haben selbst gemachten Kuchen und Häppchen für Sie“, lud Andrea Huber mit ihrer herzlichen Offenheit und gewinnendem Lachen die Gruppe ein.

Pressekonferenz in Grub
Pressekonferenz im Garten der LfL in Grub. © Johannes Dziemballa

Die Kostproben dürfte niemand bereut haben, ebenso wenig wie EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski seine Visite im Hofladen des Zehmerhofs selbst. Dort berichteten die Chefs über ihren Betrieb, die Entwicklung in den vergangenen Jahren zum vergrößerten Hofladen und über ihr Konzept. Regionale und saisonale Produkte, zum Teil aus eigener Produktion, zum Teil von Lieferanten. Mit vielen von ihnen bestehe eine jahre-, mitunter jahrzehntelange Partnerschaft. Bedingung: „Man muss das Gleiche denken und das Gleiche wollen – dann funktioniert’s“, sagte Anton Huber. Auf eine rein ökologische Landwirtschaft bzw. entsprechende Angebote habe man bewusst verzichtet, so Huber: Das damit verbundene höhere Preisgefüge würden sich nur noch wenige Verbraucher leisten könnten.

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In der Pressekonferenz etwa eine Stunde zuvor auf dem Gelände der Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub sagte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski: „Es ist kein Geheimnis, dass mir familiäre und regionale Landwirtschaft wichtig ist.“ Wie diese in der Praxis funktioniert (und schmeckt), erlebte er später abseits des Medienrummels am Zehmerhof. „Diese Art der Landwirtschaft und Vermarktung ist die Zukunft“, lobte Wojciechowski am Schluss, als es für ihn dann doch zum Ausgang und weiter zum nächsten Termin ging.

Gruppenbild im Hofladen mit EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski
Gruppenbild mit EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski. © J.Dziemballa

In der LfL in Grub tagte am Dienstag der bayerische Ministerrat zu Agrar-Fragen und zur Zukunft der Landwirtschaft. Bei der Pressekonferenz im Garten der LfL betonten Wojciechowski und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass – nicht nur mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit entstehenden Lieferengpässe beispielsweise beim Getreide – eine Ernährungssicherheit und -unabhängigkeit genau so wichtig sei wie Energiesicherheit und -unabhängigkeit. Deshalb, so Söder, fordere die bayerische Staatsregierung vom Bund und von der EU unter anderem mehr Anbaumöglichkeiten, mehr Regionalität sowie stabile Preise für Erzeuger und Verbraucher. „Was wir weniger wollen“, so Söder, „ist mehr Bürokratie“.

Familie Huber berichtet über Konzept und Hürden

Davon können die Hubers in Gelting ein Lied singen. Anton und Andrea Huber berichteten dem EU-Agrarkommissar über allerlei Vorgaben und Auflagen und auch über die wie ein Damoklesschwert über den Köpfen schwebende Frage, wie es generell mit der Landwirtschaft weitergeht. Dies alles, ergänzte Auszubildende Laura Stegemann, die selbst aus einem Bauernhof stammt, mache es der nachkommenden Generation schwer, sich zu entscheiden, in der Landwirtschaft zu bleiben oder diese aufzugeben.

Ob sie denn EU-Fördermittel für ihre Investitionen in den vergangenen Jahren mit dem Neubau des Hofladens bekommen hätten, wollte Wojciechowski wissen. „Nein, das haben wir alles selber gestemmt“, antworten Andrea und Anton Huber. Willkommen in der Praxis.

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