Die drei Grundschüler wurden von der Lehrerin attackiert. Sie habe sie gewürgt und geschubst.
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Die drei Grundschüler wurden von der Lehrerin attackiert. Sie habe sie gewürgt und geschubst.

Skandal an Poinger Schule

„Die haben total gezittert“: Nach Würg-Attacke droht der Lehrerin eine Suspendierung

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Ein vorweihnachtlicher Adventsmarkt am Poinger Schulzentrum endete mit einem Polizeieinsatz: Eine betrunkene Lehrerin griff drei Schüler an.

Poing – Bis zum Ende gegen 20 Uhr war der Adventsmarkt im Schulzentrum Poing-Nord am Mittwoch „ein wunderschönes Fest“, sagt Rektorin Luitgard Stephan-Wagenhäuser von der Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule. Als der Abbau begann, war es mit der schönen Vorweihnachtsstimmung aber jäh vorbei: Eine betrunkene Lehrerin hat laut Augenzeugen drei Schüler gewürgt, geschubst, sie angeblich auch auf den Boden geworfen und an den Haaren gezogen. 

Die Buben kamen in die Klinik

Bei dem Vorfall waren außer weiteren Kindern und Jugendlichen keine Erwachsenen dabei. Die Schüler wurden durch die Attacken verletzt, weshalb die Eltern mit den Kindern vorsorglich ins Schwabinger Krankenhaus gefahren sind. Dort wurden Hämatome und Hautrötungen am Hals festgestellt. Nach etwa zwei Stunden durften Euron (8 Jahre), Dion und Bozo (beide 9) wieder nach Hause. 

Laut des Presseberichts des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord hat sich Folgendes zugetragen: Die drei Freunde waren „auffallend durchs Schulhaus gerannt und deshalb bereits vom Hausmeister ermahnt worden“. Die Lehrerin, die schon seit vielen Jahren an der Anni-Pickert-Schule unterrichtet, habe die drei Schüler nochmals zur Rede stellen wollen. „Dabei soll sie die Kinder kurz am Hals gepackt und geschubst haben“, schreibt die Polizei. 

An diesem Schulzentrum kam es am Mittwoch zu dem Skandal.

„Die war besoffen, bis es nicht mehr geht“

Schulleiterin Luitgard Stephan-Wagenhäuser bestätigte am Donnerstag unserer Zeitung: „Sie ist übergriffig geworden.“ Auch, dass die Kollegin erheblich alkoholisiert war. Die Rektorin fasst es wie folgt zusammen: Als die Lehrerin auf den Vorfall angesprochen wurde, sei sie augenscheinlich nicht in der Lage gewesen, die Situation noch richtig zu erfassen. Ein Alkoholtest noch am Abend habe einen Promillewert von über 1,1 ergeben, die Polizei spricht von „deutlich alkoholisiert“. 

„Die war besoffen, bis es nicht mehr geht“, sagt Jeton Marevci, der Vater des achtjährigen Opfers Euron. Er war kurz nach dem Übergriff mit seiner Frau in die Schule geeilt. Zusammen mit den Eltern der beiden anderen Buben haben sie bei der Polizei, die ebenfalls informiert und angerückt war, Anzeige erstattet. Sie ermittelt nun wegen des Verdachts der Körperverletzung. 

„Das ist sehr schlimm, so geht man doch nicht mit Kindern um“, sagt Jeton Marevci. Sein Sohn Euron habe die ganze Nacht so gut wie nicht schlafen können und Angst gehabt, am nächsten Tag in der Schule wieder auf die Lehrerin zu treffen. 

Rektorin stellt die Lehrerin vom Unterricht frei

Dem war nicht der Fall, so wird es vorerst auch bleiben. Rektorin Luitgard Stephan-Wagenhäuser bestätigt, dass die Lehrerin „auf längere Zeit vom Unterricht freigestellt ist“. Den drei Kindern hatte sie für Donnerstag schulfrei gegeben. „Sie sollen Zeit haben, wieder zur Ruhe zu kommen.“ Jeton Marevci schildert, dass die drei Buben kurz nach der Attacke völlig aufgelöst gewesen seien. „Die haben total gezittert.“ 

Den Übergriff in der Aula der Schule haben Mitschüler beobachtet, unter anderem die 16-jährige Schwester von Euron. Sie haben sofort die Schulleiterin vom Adventsmarktgelände, das sich vor dem Schulgebäude befand, verständigt. „Als ich hinein kam, hat schon eine Kollegin die Kinder getröstet“, erzählt Stephan-Wagenhäuser. 

Elternbeirat-Vorsitzende spricht von Suspendierung

Zusätzlich zum Strafverfahren werde der Übergriff auch auf dienstrechtlichem Wege untersucht werden, so die Rektorin. Woher sie am Mittwochabend den Alkohol hatte, ist unklar. „Der Adventsmarkt war, so wie immer, ein alkoholfreies Fest“, sagt Luitgard Stephan-Wagenhäuser. Christina P. Tarnikas, Vorsitzende des Elternbeirats der Anni-Pickert-Schule, kommentiert den Vorfall so: „Das geht nicht, dass eine betrunkene Lehrerin auf dem Schulgelände rumläuft und Kinder angreift. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dann sollte sie suspendiert werden.“ 

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