Archäologe untersucht Fläche.
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Am östlichen Rand des Neubaugebiets Lerchenwinkel in Poing-Nord arbeiten derzeit Archäologen.

Untersuchungen

Lerchenwinkel Poing: Die Archäologen sind wieder da

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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In Poings Neubaugebiet sind die Archäologen zurückgekehrt: Sie untersuchen nun den letzten Abschnitt des Areals. Erste Hinweise auf Funde gibt es bereits.

Die Archäologen von Planateam unter der Leitung von Ulrich Schlitzer graben wieder im Poinger Lerchenwinkel. Es ist die letzte Fläche des neuen Wohngebiets, die untersucht werden muss, informiert die Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (ARGE) am Bergfeld. Die Fläche befindet sich am Ostrand des Lerchenwinkels.

Poing: Funde lassen auf dichte Siedlungsstruktur schließen

Ulrich Schlitzer erwartet in diesem Abschnitt des Wohngebiets neue Funde. In einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung der ARGE wird der Archäologe mit den Worten zitiert: „Schon bei den vorherigen Ausgrabungen im Lerchenwinkel hat sich im süd-östlichen Teil eine dichte Siedlungsstruktur abgezeichnet. Ich denke, wir werden hier nochmals auf Bodenstrukturen treffen.“ Auch Helmut Sloim, Projektleiter der ARGE, wartet gespannt auf die Funde der Archäologen: „Wir stehen hier in Poing auf historischem Boden. Es ist hochinteressant zu sehen, dass an dieser Stelle schon vor Tausenden von Jahren Menschen gesiedelt haben.“ Spätestens im Dezember sollen die Grabungen abgeschlossen sein.

Poing: 4000 Jahre altes Skelett

Auf dem Areal des Neubaugebiets W7, nördlich der Bergfeldstraße und gegenüber des Zauberwinkels, haben Archäologen bei ihren ersten Arbeiten vor zwei Jahren über 1300 Befunde und Funde gefunden, aus verschiedenen Epochen. Darunter eine Grabstelle mit Skelettresten, die rund 4000 Jahre alt sind und der Glockenbecherzeit zugeordnet werden.

Nach Beendigung der archäologischen Arbeiten führte Schlitzer im Sommer 2018 zweimal interessierte Bürgerinnen und Bürger über das gut 16 Hektar große Gelände (entspricht etwa 23 Fußballfeldern) des Lerchenwinkels und erläuterte einzelne Funde. Unter anderem konnten die Archäologen mindestens 50 Hausgrundrisse rekonstruieren. „Das lässt darauf schließen, dass hier über mehrere Jahrtausende hinweg Menschen gelebt haben“, sagte Ulrich Schlitzer damals. Die Funde reichten teilweise zurück bis in die späte Steinzeit, der Großteil der Häuserreste sowie Tonscherben sei in die Zeit um 2500 vor Christus einzuordnen.

Im Neubaugebiet Lerchenwinkel wird Wohnraum geschaffen für etwa 2000 Menschen. Außerdem soll hier ein Gymnasium gebaut werden.

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