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Parkende Autos als Hindernisse: Die Anwohner des Westrings wollen, dass der Stop-and-go-Verkehr bleibt. 

Westring

Lieber Stop-and-go als Raser

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Die Anwohner des Westrings in Poing-Nord wollen keine verkehrsrechtlichen und baulichen Veränderungen in ihrer Straße. Dass alles so bleibt, wie es ist, dafür haben sie rund 140 Unterschriften gesammelt.

Poing – Obwohl schon jetzt täglich rund 3200 Fahrzeuge (darunter Lastwagen und Busse) den Westring in Poing-Nord befahren, wollen die Anwohner, dass alles so bleibt, wie es ist. Keine baulichen Veränderungen, keine Park- und Halteverbote, keine Änderung der Rechts-vor-Links-Regelung. Das sagte im Namen der Anlieger Josef Resch in der Bürgerversammlung und verwies auf eine Unterschriftenliste, die von rund 140 Anwohnern des Westrings unterzeichnet und im Rathaus bereits abgegeben worden ist.

Nach ihrer Ansicht ist der Westring im derzeitigen Zustand „relativ verkehrssicher“, sagte Resch. Weil am Fahrbahnrand Autos parken, können die durchfahrenden Fahrzeuge nicht aufs Gas drücken, vielmehr ist’s ein Stop-and-go-Verkehr. Das soll nach Ansicht der Anwohner so bleiben. Ein Park- und/oder Halteverbot würde dazu führen, dass die Straße frei sei und dann die Gefahr bestehe, dass sich niemand an die Tempo-30-Regelung hält und einfach durchgerast wird, so die Befürchtung.

Im Gemeinderat Poing wird das zum Teil anders gesehen. Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner (CSU) hatte vor Kurzem vorgeschlagen, die Verkehrsregelungen im Westring und in der angrenzenden Bergfeldstraße anzugleichen. Im Gegensatz zum Westring gilt in der Bergfeldstraße kein Tempo 30 und kein Rechts-vor-Links. Außerdem sieht Langlechner, ebenso wie Werner Dankesreiter von den Grünen, den Westring als gefährlich für Radfahrer – eben aufgrund der parkenden Autos. Gebe es Halteverbote, würde der Verkehr besser fließen.

Die Anwohner argumentieren dagegen, dass gerade der Stop-and-go-Verkehr zur Sicherheit beitrage. Außerdem gebe es „keinerlei Stausituationen durch parkende Autos“, sagte Anwohner Josef Resch in der Bürgerversammlung. Sollte die Gemeinde ein Park- und/oder Halteverbot erlassen, müssten die Anwohner bzw. deren Besucher auf andere Straßen ausweichen, um zu parken.

Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) kündigte in der Bürgerversammlung an, dass er bzw. die Gemeinde „in Dialog mit den Anwohnern und Bürgern“ treten werde – um Lösungen zu finden, die allen gerecht werde. Beispielsweise könnte der Radweg, der nördlich der Bergfeldstraße verläuft und am Westring endet, dort weitergeführt werden bis zur Plieninger Straße. Die beiden Wertstoffinseln am Westring müssten demzufolge aufgelöst und verlegt werden.

Gedankenspiele, die in den nächsten Monaten diskutiert werden sollen. Dass sich die Gemeinde und die Anwohner Gedanken um die Zukunft des Westrings machen, ist richtig und wichtig. Laut aktuellem Verkehrsgutachten wird sich in den nächsten Jahren die Zahl der Fahrzeuge auf gut 6000 pro Tag verdoppeln, wenn nördlich der Bergfeldstraße die beiden Neubaugebiete W7 und W8 mit Wohnraum für gut 4000 Menschen fertiggestellt sind.

Im Namen der Anwohner hat Josef Resch in der Bürgerversammlung den Antrag gestellt, dass der Gemeinderat die derzeitige Situation und Regelung beibehalten soll. Die rund 100 Besucher der Versammlung stimmten für den Antrag. Folge: Der Gemeinderat muss sich innerhalb der nächsten drei Monaten damit befassen.

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