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Erweiterung (hellgrün) in zwei Schritten: Links mit Bolzplatz, später wird darauf eine neue Tennisanlage errichtet. Hinzukommen gleich im ersten Schritt zwei weitere Fußballplätze sowie vier Soccer-Five-Plätze.

Erweiterung Sportzentrum

Mehr Fußballplätze, neue Tennisanlage

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Seit Donnerstagabend sind die Pläne für die Erweiterung von Poings Sportzentrum öffentlich. Vorgesehen sind unter anderem weitere Fußballplätze sowie neue Umkleidekabinen. Außerdem, in einem zweiten, späteren Schritt, eine neue Tennisanlage. 

von armin rösl

Poing – Der Zuschauerraum im Sitzungssaal des Rathauses war bis auf den letzten Platz besetzt, Vertreter verschiedener Vereine waren gekommen, um sich über die Erweiterung des Sportzentrums zu informieren. Dass diese dringend notwendig ist, dessen sind sich Verwaltung und Gemeinderat bewusst – das Wachstum der Gemeinde Poing sorgt eben auch dafür, dass insbesondere immer mehr Kinder und Jugendliche beim TSV Poing Fußball spielen wollen. Derzeit sind es 28 Kinder-/Jugendmannschaften sowie fünf Erwachsenenteams. Die jetzigen Platzkapazitäten reichen für den Trainings- und Spielbetrieb gerade noch so aus.

Ursprünglich hatte die Gemeinde Poing schon vor Jahrzehnten das Areal zwischen jetzigem Sportpark und Ottersberg als Erweiterungsfläche vorgesehen. Weil die Grundstücksverhandlungen mit dem Privateigentümer aber all die Jahre nicht erfolgreich waren, haben Verwaltung und Gemeinderat vergangenes Jahr entschieden, die Erweiterung auf den gemeindeeigenen Flächen östlich des Sportparks, Richtung Endmoräne, zu platzieren.

Das Sportzentrum hat mit dem Wachstum der Gemeinde Poing nicht Schritt gehalten. In den nächsten Jahren soll es erweitert werden in Richtung Osten (Endmoräne). 

Nach Vorgesprächen mit Vereinsvertretern hat die von der Verwaltung beauftragte Planerin Annette Wrulich vom Büro Prof. Kagerer Landschaftsarchitekten aus München in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend einen ersten Plan vorgestellt. Mit dem Hinweis, dass sie versucht habe, sämtliche Wünsche einzuarbeiten. Auf dieser Grundlage soll ein Bebauungsplan entstehen, das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Erst im laufenden Verfahren werde man in die Details gehen können, zumal abzuwarten sei, was insbesondere die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg zu Poings Plänen sagt. Denn: Die Endmoräne gilt als schützenswerte Naturfläche, weshalb derzeit noch nicht sichergestellt sei, ob die in deren Nähe angesiedelten Fußball- und Tennisplätze Flutlicht haben dürfen.

Sollte dem nicht der Fall sein, könne man gleich darauf verzichten, sagte SPD-Gemeinderatsmitglied Rainer Koch, denn: „Durch immer mehr Ganztagsschule und längere Arbeitszeiten verlagert sich die Freizeit immer mehr in den Abend – aber ohne Licht kann man weder Fußball noch Tennis spielen.“ Zumal in Zeiten, in denen es ab dem frühen Abend dunkel werde. Deshalb sei Flutlicht auf allen Plätzen zwingend notwendig.

Ein weiteres Problem könnte im zweiten Bauabschnitt, wenn die Tennisanlage hinzukommt, das Vereinsheim für den Tennisclub Rot-Weiß werden. Laut Planerin Wrulich habe das Landratsamt in einer ersten Stellungnahme mitgeteilt, dass in der Nähe der Endmoräne keine Gebäude errichtet werden dürfen. Eine Alternative wäre, das Vereinsheim auf dem jetzigen Bolzplatz zu bauen, so Wrulich. Dort sind auch neue Umkleidekabinen vorgesehen sowie eine Stockschützen-/Eislaufbahn, die vom jetzigen Standort dorthin versetzt werden würde.

Die Tennisplätze werden erst später errichtet, schließlich ist die Tennisanlage am Endbachweg gut in Schuss. Allerdings ist das Areal im Flächennutzungsplan als Erweiterung für den Gemeindefriedhof vorgesehen. Dessen Vergrößerung steht momentan nicht an, dennoch hat die Gemeinde jetzt schon einen Platz für eine neue Tennisanlage mit acht Plätzen reserviert: nördlich der Straße Am Hanselbrunn, zwischen einem der jetzigen Fußball-Rasenplätze und der Endmoräne. Bis zum Umzug könnte diese Fläche als „Bolzwiese für diverse Ballsportarten“ genutzt werden. So steht es im Planungsvorschlag, den die Verwaltung präsentiert hat.

Ein weiterer Gedanke ist, den Teich am Pavillon aufzufüllen und durch einen Bolzplatz zu ersetzen. Laut Planerin würden dies die Vereine befürworten, zumal der Teich ohne Nutzen und vielmehr eine Gefahrenstelle sei.

Auf der Erweiterungsfläche zwischen Sportpark und Endmoräne befinden sich derzeit die Krautgärten. Sie können bis Baustart bleiben, was vermutlich noch einige Jahre dauert. 

Laut vorgeschlagener Planung würde sich das Bild des jetzigen „Sport-, Freizeit- und Erholungszentrums“ (so der offizielle Titel) durch die Neukonzeptionierung stark verändern. Östlich der bestehenden Fußball-Rasentrainingsplätze sind zwei weitere Plätze vorgesehen, einer mit Natur-, der andere mit Kunstrasen. Hinzu würden vier Soccer-Five-Plätze kommen. Anstelle der jetzigen Stockbahn könnte laut Plan ein Allwetterplatz entstehen, der im Winter überdacht werden könnte. Gemeinderatsmitglied Wolfgang Spieth (FDP) kritisierte, dass die Planung „sehr fußballlastig“ sei; er sowie Eva-Maria Saam (CSU) regten an, auch ein Beachvolleyballfeld zu installieren, schließlich sei der Sportpark für alle Bürger gedacht, nicht nur für jene, die Mitglied in einem Sportverein sind.

Im Zuge der Erweiterung würde auch der Parkplatz im Bereich der Dreifachturnhalle und des Wirtshauses zur Poinger Einkehr vergrößert werden – mit dann 38 Stellplätzen allein für die Gaststätte und 164 für den Sportpark.

Mit dem einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat am Donnerstagabend den ersten wichtigen Schritt hin zum Bebauungsplan gemacht. In den nächsten Wochen werden die in der Sitzung gemachten Vorschläge eingearbeitet und der Gesamtplan im Herbst erneut präsentiert. Wann die Erweiterung tatsächlich in Angriff genommen wird, darüber muss der Gemeinderat gesondert entscheiden. Insbesondere über die Frage, wie das Vorhaben finanziert werden kann.

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